Oberliga: Niendorf triumphiert im Torneum

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Der Niendorfer Kapitän und Führungstorschütze Finn Huneke (links) im Duell mit dem Tornescher Patrice Meyer.
(Foto-Credit: Johannes Speckner)

Aufgrund der aktuellen Tabellenstände und der Konstellation, dass nur die Punkte, die gegen die direkten Konkurrenten geholt wurden, mit in die Auf- beziehungsweise Abstiegsrunde genommen werden, war es für beide Mannschaften das wohl unwichtigste Saisonspiel. Dieses gewann der Spitzenreiter Niendorfer TSV am Sonntag mit 4:1 beim Schlusslicht FC Union Tornesch, dessen Trainer Thorben Reibe keinen Hehl daraus machte, dass er „deshalb einige Stammkräfte schonte“.


Die Erkenntnis für den Klub aus dem Kreis Pinneberg könnte deshalb lauten, dass der zweite Anzug nicht so richtig sitzt. „Gerade in der Anfangsphase waren wir gar nicht richtig auf dem Platz“, so Reibe, der zu der Schätzung gelangte, dass seine Schützlinge „von zehn Zweikämpfen höchstens einen gewonnen“ hätten. Die sich ihnen dadurch bietenden Freiräume nutzten die Niendorfer, um bereits in der Anfangsphase zwei Tore vorzulegen. Zunächst war es Kapitän Fynn Huneke, der bereits in der zweiten Minute eine Rechtsflanke mit der Innenseite seines Fußes so traf, dass der Ball zum 1:0 im langen Eck einschlug. Damit war bereits klar, dass Norman Baese, der nach 13-monatiger Pause und lange Handverletzung erstmals wieder das Union-Tor hütete, nicht zu Null spielen würde – seinem Stellvertreter Knut-Ole Mohr war dies in elf Liga-Partien kein einziges Mal gelungen.


Kurz darauf kam es noch besser für die Gäste, die einen weiteren guten Angriff über ihre rechte Seite vortrugen. Letztlich war es Amir Ahmadi, der eine Flanke am kurzen Pfosten über die Linie grätschte – 0:2 (10. Minuten). Baese war bei beiden Gegentreffern machtlos. Erinnerungen an das elf Wochen zuvor stattfindende Hinspiel, in dem die NTSV-Kicker nach zwölf Minuten sogar schon mit 3:0 geführt, am Ende aber nur mit einer Menge Dusel einen 3:2-Sieg ins Ziel gerettet hatten, dürften daraufhin sowohl bei den Torneschern als auch bei den Niendorfern aufgekommen sein. Vereinzelte Gelegenheiten für ein drittes NTSV-Tor gab es zwar nun auch im „Torneum“, aber insgesamt hätte sich sein Team „im Verlauf der ersten Halbzeit etwas gefangen“, stellte Reibe fest.


Für den zweiten Durchgang schickte Reibe mit Björn Dohrn, Fabian Knottnerus und Morris von Winckelmann drei Stammkräfte neu aufs Feld. Sie wären wohl ebenso wie Fabian Tiedemann und der nach dem Ablauf seiner Rot-Sperre wieder einsatzberechtigte Jan-Philipp Zimmermann von Beginn an aufgeboten worden, wenn es gegen einen Gegner aus dem Tabellenkeller gegangen wäre. Dohrn fügte sich ein, indem er den ersten Torschuss nach der Pause abgab, den die Gäste aber noch so abfälschten, dass er knapp vorbeiging (55.). Kurz darauf trat Maik Stahnke nach einem Foul an Chris Heuermann zum Freistoß an, den NTSV-Torwart Tobias Grubba aber fing (57.). Nach eine Stunde brachte Reibe mit dem Ex-Niendorfer Dennis Beckmann eine weitere frische Offensivkraft. Der 28-Jährige, der vom Januar 2016 bis zum Juni 2017 für die NTSV-Zweite aktiv gewesen war, musste nach dem Abpfiff allerdings zugeben: „Ich hatte höchstens vier Ballkontakte.“


Dohrn bekam das Spielgerät öfter und nutzte einen Pass von Knottnerus, um den Niendorfer Tim Krüger ins Leere springe zu lassen und zum 1:2 einzuschießen (66.). Nun wollten die Hausherren mehr, und sie hätten auch mehr bekommen können. Doch als Patrice Meyer sich rechts gut in den Strafraum hineingetankt hatte, suchte er den Kontakt und hoffte vergeblich auf einen Elfmeter, anstatt quer zu Knottnerus zu spielen (70.). Kurz darauf gab es einen der inzwischen selten gewordenen Gegenangriffe der Gäste, bei dem der eingewechselte Leandro Joaquin Kreit Casale links Tempo aufnahm, die Heim-Elf aber mit vereinten Kräften zur Ecke rettete. In der 77. Minute hätte der Ausgleich fallen müssen, als Meyer rechts stark einen Ball gegen Lennart Merkle erobert und flach in die Mitte gespielt hatte, wo Knottnerus den Ball direkt nahm und aus vier Metern am kurzen Pfosten vorbeidrückte.


Die Tornescher drängten weiter auf das 2:2, das dann um ein Haar Tim Moritz erzielt hätte: Als Knottnerus einen von links kommenden Einwurf gut an die Strafraumgrenze abgelegt hatte, zielte der aufgerückte Union-Verteidiger aber aus 20 Metern knapp rechts vorbei (80.). Erneut Moritz war es, der vergeblich versuchte, einen Freistoß von Maik Stahnke per Kopf zu verlängern (85.). In der Nachspielzeit schlugen stattdessen die Niendorfer wieder eiskalt zu, indem sie ihren beiden frühen Toren noch zwei späte Treffer folgen ließen. Erst traf Ante-Akira Kutschke von halblinks aus per Flachschuss in das lange Eck (91.), ehe Ex-Profi Daniel Brückner aus Nahdistanz sogar noch zum 1:4-Endstand erhöhte (92.). Reibe fand es „sehr ärgerlich, dass es am Ende noch so deutlich geworden ist“.

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