Lotto-Pokal: Inter nach Kantersieg erstmals im Achtelfinale

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Der dreifache Inter-Torschütze Gökhan Ariduru (rechts) attackiert den Hemdinger Torben Mohr, dem ein Eigentor unterlief.
(Foto-Credit: Johannes Speckner)

In der Landesliga 1 auf dem elften und letzten Tabellenplatz liegend, aber im Lotto-Pokal unter den besten 16 Mannschaften Hamburgs. Deses Kunststück gelang Inter Eidelstedt, das am Sonntag das Viertrunden-Nachholspiel beim TuS Hemdingen-Bilsen (Kreisliga 6) klar mit 6:0 gewann. Dabei hatte sich TuS-Trainer Christoph Mattern, nach zuvor drei Liga-Siegen in Folge, vor dem Anpfiff noch Chancen auf eine Pokal-Sensation ausgerechnet. Doch dann stand ihm nur ein Mini-Aufgebot von 13 Akteuren zur Verfügung und unter anderem fehlte Torjäger Tim Heinitz, der im Liga-Alltag schon elfmal traf und sicher auch die Inter-Abwehr vor Probleme hätte stellen können.


Weil es über Hemdingen kurz vor dem Anpfiff einen heftigen Regenschauer gab, der den Rasen des Sportzentrums aufweichte, wurde darüber diskutiert, die Partie kurzfristig abzusagen. Auch, damit die Gäste nicht umsonst in den Kreis Pinneberg gereist waren, wurde dann aber die Entscheidung getroffen, dass der Ball rollen soll. Der Favorit erwischte einen Traumstart und Gökhan Ariduru, der das Inter-Trikot schon trug, als der Verein noch „Inter Osdorf“ hieß, am Kroonhorst und in der Kreisliga kickte, gelang schon in der ersten Minute das 1:0. Die Hausherren versuchten in der Folge, mitzuspielen, aber die Gäste waren stets überlegen. Gökhan Ariduru schloss einen schönen Spielzug mit dem 0:2 ab (20.). Sogar 0:3 hieß es, als Stephen Adjouman den Ball an die Latte geköpft und Erdinc Asar den Abpraller zum 0:3 unter die Latte gejagt hatte (32.).


Das 0:4 wurde von Schiedsrichter Ridha Gabsi (Holsatia/Elmshorner MTV) zwar als weiterer Treffer von Gökhan Ariduru eingetragen – tatsächlich aber hechtete der Hemdinger Torben Mohr hierbei eine Rechtsflanke vor dem hinter im lauernden Gökhan Ariduru am kurzen Pfosten per Flugkopfball in das eigene Netz (40.). Sinnbildlich für die Angriffsbemühungen der Hausherren war ein 40-Meter-Schuss, abgegeben von Ben Petrikowski, der für den Gäste-Keeper kein Problem darstellte. Da TuS-Torwart Andre Robe auf der Gegenseite mehrmals gut zugepackt hatte, wäre sogar eine noch höhere Führung des Favoriten zur Pause möglich gewesen. Nach dem Seitenwechsel legten Emmanuel Adjouman (56.) und Ariduru mit seinem wirklich dritten Treffer (65.) noch zwei Tore für den Sechstligisten nach.


Inter-Trainer Philipp Riexinger, der im Herbst 2020 bei TBS Pinneberg noch selbst im Kreis Pinneberg tätig gewesen war, trat zufrieden die Heimreise an: „Das Spiel hat der Moral und der Stimmung mal ganz gutgetan: Wir haben früh geführt, waren effektiv – zumindest in der ersten Halbzeit –, wir hatten viel Platz und das Spiel fand fast nur auf einer Seite statt.“ Allerdings warnte Riexinger auch davor, aus dem klaren Sieg Rückschlüsse für die nächsten Punktspiele zu ziehen: „Diese Partie ist natürlich nicht mit der Liga vergleichbar.“ Dennoch würde der Pokal „seine eigenen Gesetze schreiben“ und, das stellte der Coach stolz fest: „So weit ist Inter Eidelstedt noch nie gekommen.“ Deshalb sei er mit der Leistung seiner Elf „absolut zufrieden“, so Riexinger, der abschließend auch den Gegner lobte: „Die Hemdinger waren ein sehr fairer Gastgeber, die nicht eine Sekunde aufgegeben haben.“

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