Landesliga Hammonia: Trainerwechsel bei Rasensport Uetersen

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Matthias Jobmann (rechts), hier mit seinem bisherigen Co-Trainer Frank Weche, sitzt nicht länger auf der Trainerbank bei Rasensport Uetersen.
(Foto-Credit: Johannes Speckner)

Eine überraschende Nachricht übermittelte am Donnerstagabend Carsten Vater. Der Vorsitzende von Rasensport Uetersen gab bekannt, dass sich der Vorstand und der bisherige Trainer Matthias Jobmann „auf eine sofortige, einvernehmliche Trennung geeinigt“ hätten. Am vergangenen Sonntag hatten die Rosenstädter eine 1:2-Heimpleite gegen den Harburger TB kassiert, weshalb sie in der Landesliga 1 als Tabellen-Achter mit nur sieben Punkten aus acht Partien sorgsam gen Abstiegszone blicken müssen. „Die Entwicklung der Mannschaft war und ist nicht so, wie wir als Verein es uns erhofft hatten“, machte Vater keinen Hehl aus seiner Enttäuschung.


Matthias Jobmann gab auf Nachfrage ebenfalls zu, dass er von den jüngsten Darbietungen „enttäuscht gewesen“ sei. Die beiden Heimpleiten gegen den HTB und den FTSV Altenwerder (0:2 am 17. Oktober) nannte er „absolute sportliche Tiefpunkte“. Diese erklärte er zwar damit, dass „aufgrund von zahlreichen Verletzungen nur ein knapper Kader zur Verfügung stand“, aber er stellte auch klar: „Diese beiden Gegner, die keinesfalls stark waren, müssen eigentlich geschlagen werden, wenn der Klassenerhalt gelingen soll.“ Ähnlich sieht es Vater, der klarstellte: „Wir als Vorstand haben diese Partien aus der Zuschauerperspektive erfolgt – und dabei hat uns das nötige Herzblut gefehlt, das die Spieler in den vergangenen Jahren ausgezeichnet hat.“


Deshalb habe nach Darstellung von Vater „der Vorstand das Gespräch mit Jobmann gesucht“. Der Übungsleiter betonte allerdings, dass er ebenfalls Gesprächsbedarf angemeldet hatte: „Mir sind gewisse Missstände aufgefallen, über die ich reden wollte – und wir haben dann auch mehrmals zusammengesessen und gute Gespräche geführt.“ Das letzte davon fand am Donnertagabend statt und hatte als Konsequenz die sofortige Trennung, die für beide Seiten eine Premiere darstellt: Die Rasensportler trennten sich in ihrer sechsjährigen Geschichte erstmals während einer laufenden Saison von einem Liga-Trainer – und für Matthias Jobmann war es ebenfalls „die erste Trennung in einer Spielzeit“, nachdem er sowohl bei SuS Waldenau (2014) als auch beim Niendorfer TSV (2020) jeweils am Saisonende und aus freien Stücken gegangen war.


In Uetersen hat ein alter Bekannter das Traineramt übernommen: Peter Ehlers, der die Rasensportler bereits von 2016 bis 2020 betreut und die Erste Mannschaft des 2015 gegründeten Vereins dabei mit vier Aufstiegen in Folge aus der B-Kreisklasse in die Landesliga geführt hatte, beerbt damit seinen eigenen Nachfolger – zumindest vorerst. „Diese Regelung gilt bis auf Weiteres“, so Vater, der präzisierte: „Wir halten die Augen und die Ohren offen bei der Trainersuche, werden aber keinen Schnellschuss abfeuern.“ Gerade jetzt während der laufenden Saison sei es „wichtig, dass wir einen Übungsleiter haben, der die Jungs kennt“. Dies ist Peter Ehlers gewährleistet, denn der 55-Jährige blieb den Rasensportlern auch nach seinem Abschied von der Trainerbank treu und engagierte sich stattdessen im Vorstand.


Und wie geht es für Matthias Jobmann weiter? „Ich bedauere die jüngste Entwicklung und wünsche der Mannschaft nur das Beste“, betonte der 57-Jährige, dass er „keinesfalls im Groll“ ausgeschieden sei. Er wolle „auf jeden Fall weiter als Trainer arbeiten“ und könne sich vorstellen, „eine interessante, sportlich-attraktive Aufgabe zu übernehmen“, so Matthias Jobmann weiter. Zunächst einmal will der Waldenauer das vorzeitige Ende in Uetersen aber „sacken lassen“. Seine Mission, die Rasensport-Mannschaft, deren Zusammensetzung sich seit 2016 kaum verändert hatte, zu verjüngen, sieht er rückblickend keinesfalls an gescheitert an: „Wir haben bei meinem Amtsantritt einige gute, junge Akteure dazubekommen und einen guten Start in die Saison 2020/2021 hingelegt, sind dann aber leider von den erneuten Corona-Beschränkungen ausgebremst worden.“


Unter dem Strich stehen in der Bilanz von Matthias Jobmann nach saisonübergreifend drei Siege, drei Unentschieden und fünf Niederlagen. Keine Frage: Sowohl der Coach, der die NTSV-Reserve 2016 zur Bezirksliga-Meisterschaft und anschließend in der Landesliga auf die Plätze sechs, drei und vier geführt hatte, als auch die Rasensportler waren in den vergangenen Jahren mehr Siege als negative Erlebnisse gewöhnt. Insofern war die Entscheidung und Mitteilung von Vater vielleicht doch nicht ganz so überraschend, wie sie auf den ersten Blick schien.

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