Oberliga: Ruhser tritt direkt nach 0:5 zurück


Beim Hamburger Oberligisten FC Elmshorn steht der bereits zweite Trainerwechsel in der noch jungen Saison an. Bernd Ruhser, der nach der Anfang September erfolgten Trennung von Bernhard Schwarz (war selbst nur zwei Monate im Amt) vom Co- zum Cheftrainer befördert worden war (SportNord berichtete, siehe unten stehenden Link), trat am Sonntagabend nun seinerseits nach nur sieben Wochen in verantwortlicher Position zurück. Damit zog der 58-Jährige die Konsequenzen aus der peinlichen 0:5-Klatsche, die die Krückaustädter zuvor am Sonntagnachmittag im Kellerkrimi beim bis dato noch punktlosen Schlusslicht SC Vier- und Marschlande kassiert hatten. In den „Elmshorner Nachrichten“ sagte Ruhser über seine Mannschaft, sie habe „noch nicht einmal Kreisliga-Niveau“ in Fünfhausen gezeigt.

In den „Elmshorner Nachrichten“ wurde Dennis Gersdorf (34), der zurzeit die Zweite FCE-Mannschaft (Landesliga Hammonia) betreut, als Nachfolge-Kandidat genannt. Wie SportNord jedoch aus sicherer Quelle erfuhr, soll Dennis Gersdorf intern mehrmals erklärt haben, dass er das Traineramt bei der Liga-Mannschaft nicht übernehmen wolle. Der Aufwand soll ihm zu hoch sein und er möchte weiterhin genügend Zeit für seine Familie haben. Bliebe als interne Lösung Ruhsers bisheriger Assistent Sven Tepsic (33), der allerdings in der Vergangenheit auch noch als Spieler benötigt wurde (vier Einsätze in dieser Oberliga-Saison). Eine andere Möglichkeit wäre es, dass die Elmshorner einen neuen, externen Coach verpflichten. Sollten sich die FCE-Verantwortlichen für diese Variante entscheiden, wäre ihnen ein glücklicheres Händchen zu wünschen, als sie es bisher in diesem Kalenderjahr bei der Auswahl von neuen, externen Trainern hatten. Der nach der Trennung von Achim Hollerieth im Januar verpflichtete Reza Khosravinejad blieb nur für zehn Wochen. Der im Sommer gekommene Schwarz stieß mit seiner Akribie bei den FCE-Spielern auf wenig Gegenliebe und blieb ebenfalls nur zwei Monate ...

Dass die FCE-Mannschaft durchaus gute Einzelspieler besitzt, zeigte sich, als sie dem amtierenden Hamburger Meister TuS Dassendorf am 26. September ein 2:2-Unentschieden abtrotzte. Aber: Bei dieser Partie stand jeder FCE-Spieler im Fokus, konnte und wollte sich präsentieren und sein Können zeigen. Im Gastspiel beim Tabellenletzten Vier- und Marschlande, als die Elmshorner die Chance besaßen, mit ihrem ersten Auswärtssieg dieser Saison bis auf zwei Punkte an den rettenden 15. Rang heranzurücken, gab es einen „charakterlosen und lustlosen Auftritt“, wie Ruhser es in den „Elmshorner Nachrichten“ ausdrückte. Spätestens jetzt stehen sie in einer Bringschuld ihrem Verein gegenüber und haben kein (Trainer-)Alibi mehr, hinter dem sie sich verstecken können. Der FCE steht vor einer schweren, ungewissen Zukunft. Retten könnte den Klub – langfristig betrachtet – eine Fusion mit dem Nachbarverein Holsatia/Elmshorner MTV, der seit Jahren die von Ex-FCE-Präsident Helge Melzer auch für den FCE angestrebte, hervorragende Jugend-Arbeit betreibt, aber im Herren-Bereich mit zwei Kreisklassen-Teams schlecht aufgestellt ist.

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