
Am Sonntag feierte die KSV Holstein Kiel einen 3:1-Sieg im 110. Schleswig-Holstein-Derby beim VfB Lübeck und machte damit den Gewinn der inoffiziellen Herbstmeisterschaft in der Regionalliga Nord perfekt. Einen Tag später gab das Holstein-Präsidium die Trennung von Chefcoach Peter Vollmann (51) und seinem Co-Trainer Peter Zanter (43) bekannt.
Im Januar werden Falko Götz (46) und Andreas Thom (43), die bis zum April 2007 beim Bundesligisten Hertha BSC Berlin tätig waren, die sportliche Leitung an der Förde übernehmen. Im letzten Regionalliga-Spiel 2008, dem am Sonnabend, 20. Dezember, anstehenden Gastspiel beim SV Wilhelmshaven 92, werden der bisherige Torwart-Trainer Klaus Thomforde (46) und Michael Bauer (40), eigentlich Coach der Holstein-Reserve in der Schleswig-Holstein-Liga, die Kieler betreuen. Kurzfristiges Ziel, erklärte Holstein-Präsident Roland Reime in mehreren Medien, sei der Sprung in die Dritte Liga; bis 2012 peilt Reime sogar den Sprung in die Zweite Bundesliga an. Noch unklar ist allerdings, wie das dafür benötigte, neue Flutlicht im Holstein-Stadion finanziert werden soll.
Götz, der insgesamt 242 Bundesliga-Spiele für den TSV Bayer 04 Leverkusen und 1. FC Köln absolvierte und in der Zweiten Liga noch für den 1. FC Saarbrücken und Hertha BSC kickte, arbeitete in Berlin lange als Nachwuchs- und Reserve-Coach. Deshalb traut es ihm die Holstein-Führung um Reime Präsident auch zu, quasi als Team-Chef die Führung des gesamten sportlichen Bereiches, einschließlich der Nachwuchs-Abteilung, zu übernehmen. Thom, der nach 51 Länderspielen für die DDR nach der Wiedervereinigung auch noch zehn Länderspiele für Deutschland bestritt und 1992 Vize-Europameister wurde, absolvierte als Stürmer für Leverkusen und Hertha insgesamt 212 Erstliga-Einsätze, in denen er 41 Tore schoss, und kickte zudem für Celtic Glasgow in Schottland.
Vollmann hatte im Februar 2007 wieder das Traineramt in Kiel übernommen (SportNord berichtete, siehe unten stehenden Link). Den Abstieg aus der alten Regionalliga konnte Vollmann, obwohl beachtliche 26 Punkte aus den 14 Partien unter seiner Regie geholt wurden, nicht mehr verhindern – er führte die „Störche“ aber in der Saison 2007/2008 zur Meisterschaft in der alten Oberliga Nord. Und so sieht die Bilanz von Götz aus: Hertha BSC führte er im Sommer 2002 und 2005 jeweils auf den vierten Platz der Ersten Bundesliga; anschließend ging es bergab, bis er im April 2007 entlassen wurde. Beim damals noch der Ersten Liga angehörenden TSV 1860 München lief es für Götz ebenfalls nicht rund, so dass er bei den „Löwen“ nach 13 Monaten im April 2004 vorzeitig gehen musste. (JSp)