Schleswig-Holstein-Liga: Eichede ist der große Gewinner


Die Gunst des Spieltages, dass am Sonnabend der Heider SV verlor und Eutin 08 im Topspiel bei TSB Flensburg den Kürzeren zog, konnte der SV Eichede am Sonntag nutzen und mit einem 2:1-Sieg beim SV Todesfelde seinen Rückstand auf die vor ihm liegenden Teams verringern. „Das war ein gutes Wochenende für uns“, frohlockte SVE-Coach Oliver Zapel und fügte hinzu: „Wir wissen, dass es nicht leicht ist, in Todesfelde zu gewinnen ‒ dementsprechend zufrieden sind wir jetzt!“

Dass SVT-Toptorjäger Morten Liebert menschliche Züge zeigte und in der zweiten Minute einen Ball nicht so, wie man es von ihm gewohnt ist, im Tor unterbrachte, sondern ihn freistehend mit vollem Risiko volley in die Wolken jagte, verhinderte, dass die Partie einen anderen Verlauf nahm. In einer interessanten Anfangsphase begegneten sich die Teams nicht nur auf Augenhöhe, sondern auch mit offenem Visier. Die erste gute Gäste-Chance vergab Nikita Bojarinov, als er nur die Unterkante der Latte traf. „Wir haben die Zweikämpfe gut angenommen und zielstrebig nach vorne gespielt“, fand Markus Weber, Sportlicher Leiter der Todesfelder, Gefallen am Auftritt seines Teams. In der 21. Minute gingen dann aber die Stormarner in Führung: Als sie einen Eckstoß kurz ausführten, verhielten sich die Hausherren taktisch nicht klug ‒ denn anstatt die beiden SVE-Spieler zu doppeln, lief nur ein Todesfelder gen Eckfahne. Bei der folgenden Flanke kam SVT-Torwart Danny Schramm in der Mitte einen Schritt zu spät und der aufgerückte SVE-Verteidiger Petrik Krajinovic köpfte zum 0:1 ein.

Zwar vergab Dennis Studt vor 320 Zuschauern eine Chance zum schnellen 1:1, als er einen Kopfball nicht richtig platzieren konnte (23.) ‒ doch dann übernahmen die Gäste endgültig das Zepter. Und mit einem wirklich schönen Tor bauten sie ihre Führung auch aus: Bei einer aus SVT-Sicht unglücklichen Aktion im Mittelkreis, bei der Florian Petzold seinen Gegenspieler anköpfte und der Ball von dessen Rücken in die Todesfelder Spielfeldhälfte prallte, erlief sich Ian Prescott Claus die Kugel; der SVE-Torjäger ließ zwei Todesfelder stehen und hob den Ball äußerst sehenswert über Danny Schramm, der den Winkel verkürzen wollte, hinweg zum 0:2 ins Netz (30.). In der Folge baute Eichede sein Spiel immer wieder gut über Außen auf und machte Druck über die Flügel. So konnten die Todesfelder froh sein, zur Pause nicht deutlicher zurückzuliegen. „Wir haben uns in dieser Phase leider nicht mit der körperlichen Präsent gewehrt, mit der wir uns eigentlich hätten wehren können“, ärgerte sich SVT-Trainer Sascha Sievers auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Zu Beginn der zweiten Hälfte waren die Segeberger dann wieder präsenter auf dem Platz. Luca Sixtus bot sich schnell die Chance zum 1:2 ‒ doch anstatt einen 14-Meter-Schuss abzugeben, zögerte er zu lange, so dass Bojarinov den Schuss noch abblocken konnte (52.). Auf der Gegenseite hatte Torge Maltzahn das 0:3 auf dem Fuß, doch er zielte knapp vorbei (67.). „Wenn wir unsere Überlegenheit in Tore umgemünzt hätten, wäre das Spiel frühzeitig entschieden gewesen“, sagte Zapel. Stattdessen kamen die Todesfelder in der Schlussphase noch einmal heran: Sixtus zielte nach einer Ecke noch zu hoch (71.), doch dann sorgte Liebert mit seinem 1:2 für neue Spannung. Eine Chance zum Ausgleich bot sich tatsächlich noch, als der frisch eingewechselte Philipp Möller eine Flanke per Kopf erreichte, der Fuß von Gerrit Schubring den Ball aber knapp am Pfosten vorbei lenkte (89.). „Wir haben definitiv verdient gewonnen“, sagte Zapel, während Weber urteilte: „Leider haben wir erst in den letzten 20 Minuten das investiert, was nötig ist, um gegen einen so starken Gegner zu bestehen!“

 Redaktion
Redaktion Artikel