
Nach den Freitags- bzw. Samstags Remis vom SC Condor II (0:0 beim SC Alstertal/Langenhorn II und des Glashütter SV (2:2 beim Niendorfer TSV III) war am Sonntagvormittag für den SC Sperber der Boden bereitet, um mit einem Dreier die Tabellenführung zu übernehmen. Doch daraus wurde am Ende nichts, weil Gastgeber UH-Adler eine äußerst ambitionierte Leistung gegen die Alsterdorfer zeigte und sich den einen Punkt allemal verdient hatte.
Aufgrund vieler verletzungsbedingter Ausfälle stellte sich die Mannschaft der Gastgeber quasi von selbst auf. Immerhin konnte der angeschlagene Nico Schrum, Neuzugang vom Regionalligisten Lüneburger SG Hansa mitwirken, der bereits nach fünf Minuten einen Freistoß aus 20 Metern sehenswert im Kasten von Sperbers Torwart Marius Piehl unterbringen konnte.
Für die Gäste wirkte dieser frühe Nackenschlag wie ein Hallo-Wach-Zeichen, denn in den nächsten Minuten drückten sie die UH-Mannschaft tief in ihre eigene Hälfte und hatten mehrfach den Ausgleich auf dem Fuße. Jannik Sebald und zweimal Simon Flandrin fehlte jedoch das nötige Zielwasser oder UH-Torwart Rene Lutter zeigte eindrucksvoll, dass er nichts verlernt hatte (10./11./14.). Nach ungefähr 20 Minuten gestalteten die Hausherren das Spiel dann wieder ausgeglichen und befreiten sich ein wenig vom Druck der Raubvögel. Luc Hunger, der sträflich frei rechts am Sechzehner zum Schuss kam, verzog knapp am langen Eck vorbei (23.). Sturmspitze Felix Dellert verpasste knapp eine Rechtsflanke von Schrum (34.). Für den SC Sperber verpasste der nimmermüde Julian Meins nach 38 Minuten gegen den erneut präsenten Lutter im Kasten von UH den Ausgleich.
Zwei Minuten vor dem Seitenwechsel war dann wieder Schrum-Time. Unter Mithilfe der schläfrigen Sperber-Abwehr gelang ihm nach einer langen Rechtsflanke von Dellert beinahe mühelos das 2:0 für die Hausherren.
Nach der Pause begannen die Raubvögel erneut druckvoll. Zunächst wurde Benjamin Baarz ein Kopfballtreffer aberkannt, wobei sich der Grund auch neutralen Zuschauern nicht erschloss (52.). Kurz darauf versuchte sich noch einmal Flandrin aus 20 Metern, doch der Ball rauschte knapp am Ziel vorbei (55.). Zwei Minuten später schraubte sich UH-Abwehrrecke Florian Simon nach einer Ecke hoch, traf den Ball perfekt mit dem Kopf aus sechs Metern, aber diesmal konnte sich Piehl im Tor Bestnoten verdienen. Hier hielt der Keeper sein Team im Spiel, wenngleich danach nicht mehr viel von den Gästen zu sehen war und sich deren Anhang kaum noch Hoffnung machte, hier etwas zu reißen. Auf beiden Seiten wurde gewechselt. Bei UH-Adler kam Ex-Profi Mahmut Yilmaz zu seinen ersten Einsatzminuten (61.). Bei Sperber durften die eher unbekannten David Gripp und Jan-Philip Hartmann ihr Glück versuchen (61./73.). Beide trugen mit ihrem starken Auftritt nicht unwesentlich dazu bei, dass der SC Sperber noch einmal zurück kam.
Zunächst war Stefan Ruhm im Nachsetzen zum 1:2 erfolgreich, nachdem Mathias Bach auf der rechten Seite einen schon verlorenen Ball von Stefan Breitung zurückerobert hatte (76.). Knapp zwei Minuten danach verwertete Flandrin per Kopf ein maßgenaues Zuspiel von Baarz zum 2:2 Ausgleich, der sich wenige Minuten zuvor nicht gerade abgezeichnet hatte.
Dabei blieb es bis zum Schluss, nachdem sich Nico Schrum nach einem Aussetzer gegen Baarz freuen konnte, dass das komplette Gespann dieses nicht mitbekommen hatte. Auch ein elfmeterwürdiges Foul an Florian Simon (90.) entging dem Unparteiischen.
Am Ende ein wohl gerechtes Remis. Indiz dafür auch die Meinung der beiden Trainer, denn sowohl René Peim, Trainer der Uhlen, als auch Bastian Quast auf Seiten der Raubvögel beklagten zwei verlorene Punkte.
hvp