Bezirksliga 1: Heidgrabener SV mit Trainer-Lösungen

Geben ab dem Sommer beim Heidgrabener SV den Ton an: Frank Weche (links) und Daniel Müller.
(Foto-Credit: Johannes Speckner)

Neun von zwölf möglichen Punkten holte der Heidgrabener SV im Herbst 2025 unter Interimstrainer Ove Hinrichsen (54) in der Bezirksliga 1 – und erreichte erstmals das Lotto-Pokal-Viertelfinale. Trotzdem blieb Hinrichsen dabei, nach dem Anfang November 2025 erfolgten Rücktritt von Christian Sommer (44) nur bis zur Winterpause zur Verfügung zu stehen. Die Verantwortlichen des „kleinen HSV“ mussten also eine Nachfolge-Lösung präsentieren – und das tat Manager Lennard Witt am Sonntag.

Wie Witt gegenüber SportNord berichtete, übernehmen Frank Weche (59) und Daniel Müller zur kommenden Saison das Traineramt an der Uetersener Straße. Bis zum Ende der laufenden Serie betreuen sie noch den Lokal- und Liga-Rivalen FC Union Tornesch II. „Frank kenne ich gut aus gemeinsamen Zeiten beim TSV Uetersen und bei Rasensport Uetersen, wo wir sehr gut zusammengearbeitet haben“, erklärte Witt, weshalb Weche „der erste Trainer war“, den er anrief. Schnell kam es zu einem persönlichen Treffen, an dem neben HSV-Fußball-Abteilungsleiter Yannick Schwadtke auch Müller teilnahm, an dessen Seite Weche seit dem April 2024 steht.

„Wir haben von Anfang an ein sehr gutes Gefühl bei Frank und Daniel gehabt“, so Witt, der klarstellte: „Sie waren unsere priorisierte Lösung.“ Die Kombination des erfahrenen Weche, der lange Jahre Peter Ehlers in der Landesliga assistierte, und Müller, der „zwar noch jung ist, aber vor allem im hochklassigen Jugendbereich schon wertvolle Erfahrungen gesammelt hat“ (Witt), überzeugte die HSV-Offiziellen: „Sie passen sowohl fachlich als auch menschlich perfekt zu unserem Verein“, betonte Witt, der vor seinem Wechsel nach Heidgraben zusammen mit Sommer noch selbst die Union-Reserve trainiert hatte.

Wer die Tornescher Zweitvertretung in der kommenden Saison betreuen wird, ist fraglich. Und wird das neue Trainerduo auch Spieler aus dem „Torneum“ mit in die Nachbargemeinde bringen? Auf diese Frage gab Witt eine ausweichende Antwort: „Unsere Kaderplanung für die nächste Saison läuft und wir reden dabei auch über mögliche Neuzugänge – aber nicht speziell über Spieler aus Tornesch.“ Klar ist, dass Müller aus seiner Zeit in der Jugend der SG Spieth viele Spieler kennt, die nicht nur in Tornesch, sondern im Kreis Pinneberg bei mehreren Vereinen kicken und sich aktuell in der zweiten Herren-Spielzeit ihrer Karriere befinden.

Dass Müller und Weche schon in der Restrunde der laufenden Saison den „kleinen HSV“ übernehmen, sei „weder für sie selbst noch für uns als Verantwortliche ein Thema gewesen“, so Witt. Der Manager stellte klar: „Sie stehen bis zum Sommer bei Union unter Vertrag und wollen dort einen sauberen Übergang ermöglichen – genauso würde ich es auch erwarten, wenn uns ein Trainer verlassen würde.“ Diese Tatsache sei Schwadtke und ihm aber auch „von Anfang an bewusst gewesen“, betonte Witt. Deshalb plante der 37-Jährige zweigleisig und konnte nun neben der langfristigen Lösung auch eine Interimslösung für die Restrunde präsentieren.

Hierbei handelt es sich um den früheren Regionalliga-Torwart Marcel Kindler (43): Er kommt ebenfalls von Union Tornesch, wo er die D-Jugend trainiert, nach Heidgraben. Dort ist er bereits als Keeper der Ü40-Senioren aktiv. „Daher kennen wir uns“, sagte Witt, der ebenfalls für die Senioren kickt und „ein großes Dankeschön“ aussprach an die Führung des FC Union. Sie erteilte Kindler die Freigabe, bis zum Saisonende als Liga-Trainer beim „kleinen HSV“ zu fungieren. Kindler habe „klar kommuniziert, dass er diese Aufgabe nur für fünf Monate übernehmen und danach wieder sein Jugend-Team trainieren will“, so Witt.

Welche Zielsetzung geben die HSV-Verantwortlichen Kindler, der einst beim Hamburger SV, SC Concordia, SV Lurup, FC Eintracht Norderstedt, Altona 93 und Niendorfer TSV in der Regional- beziehungsweise Oberliga zwischen den Pfosten stand, mit auf den Weg? „Wir wollen schnell in ruhiges Fahrwasser kommen und nicht mehr unten rein rutschen“, sagte Witt. Aktuell haben die Heidgrabener als Tabellen-Achter der Bezirksliga 1 neun Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Dabei, diesen auszubauen, soll Kirill Shmakov (34) als spielender Co-Trainer mithelfen. Stefan Zinn komplettiert das Trainerteam.

(Johannes Speckner)

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