Oberliga: Mattia macht's möglich
09.09.2019

Hier ist der Dassendorfer Marcel Lenz, früherer
Drittliga-Spieler in Osnabrück und Offenbach,
vor dem Osdorfer Jeremy Wachter am Ball.
Am Freitagabend um 20.45 Uhr traf die Nationalmannschaft von Deutschland im Volkspark-Stadion auf die Niederlande. Exakt vier Kilometer Luftlinie davon entfernt empfing der TuS Osdorf bereits um 19.30 Uhr im Kampf um Oberliga-Punkte die TuS Dassendorf. Das Duell entschied ein Mann, der auch schon im Volkspark seine Auftritte hatte: Ex-Profi Mattia Maggio, der vom Januar 2013 bis zum Juni 2014 noch für den Hamburger SV stürmte (vier Bundesliga-Einsätze), brachte die Gäste mit einem Doppelpack kurz vor der Pause auf die Siegerstraße (43./45.).

„Die Dassendorfer haben ein ordentliches Tempo vorgelegt“, lobte der Osdorfer Trainer Philipp Obloch den Gegner. Nicht ganz zufrieden war er mit Schiedsrichter Thomas Bauer (vom Rahlstedter SC): „In der Anfangsphase gab es zwei Situationen, in denen uns durchaus ein Elfmeter hätte zugesprochen werden können – aber das nötige Quäntchen Glück, das wir brauchen, um solche Strafstöße zu bekommen und gegen so einen starken Gegner dann auch einmal etwas Zählbares holen zu können, fehlte uns“, befand der 40-Jährge.

Die Hausherren kamen mit neuem Elan aus der Kabine – doch noch bevor im benachbarten Volkspark der Anpfiff ertönte, sorgte Armando Aust am Blomkamp mit seinem 0:3 für die Vorentscheidung (56.). In der Folge ließen die Kicker vom Rand des Sachsenwalds einige Konterchancen ungenutzt verstreichen. Dies konnten sie verschmerzen – und freuten sich darüber, dass Finn Thomas, der am 28. Juli 2018 im ersten Oberliga-Spiel der vergangenen Saison gegen den Wedeler TSV (4:0) einen Kreuzband- und Innenbandriss erlitten hatte, erstmals nach einer mehr als 13-monatigen Leidenszeit endlich in der Oberliga wieder eingewechselt werden konnte. Aber auch die Heim-Elf rannte bis zum Ende weiter an. Während der Osdorfer Torjäger Jeremy Wachter, der erstmals nach seiner Rot-Sperre wieder in der Start-Elf stand – eine Woche zuvor gegen den Niendorfer TSV war er nur eingewechselt worden –, bei seinen Bemühungen glücklos blieb, gelang Samuel Amoah kurz vor Ultimo noch der Ehrentreffer: Von halblinks aus schoss er flach an Aust vorbei zum 1:3-Endstand in das lange Eck ein (88.).

„Die Dassendorfer haben verdient gewonnen“, gab Obloch unumwunden zu. Dass die Osdorfer damit fünf der letzten sechs Duelle mit den Dassendorfern verloren (einzig am 18. Mai 2018 gelang ihnen in diesem Zeitraum ein 2:0-Sieg am Wendelweg), ist mit den unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten der beiden TuS-Teams zu begründen. Dass die Osdorfer aktuell zum dritten Mal in Folge verloren und im Liga-Alltag schon seit sechs Runden sieglos sind, liegt wohl auch an den gravierenden taktischen Veränderungen, die Obloch, der in diesem Sommer am Blomkamp das Traineramt von Langzeit- und Aufstiegscoach Peter Wiehle übernommen hatte, vornahm. „Wir spielen jetzt einen ganz anderen Fußball – aber die Spieler sind sehr lernbegierig und mit Eifer dabei“, so Obloch, der überzeugt davon ist, dass sich „auch die Erfolge bald einstellen werden“.


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