Dritte Liga: Zahlreiche Abgänge beim VfB Lübeck

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Zugegeben, es sind viele Konjunktive. Sollten die Corona-Beschränkungen dahingehend gelockert werden, dass die Saison 2021/2022 in der Regionalliga Nord regulär beginnen kann und die Vereine Zuschauer in ihren Stadien begrüßen dürfen, dann müssten sich die Anhänger des VfB Lübeck an viele neue Namen sowie Gesichter gewöhnen. Denn wie Christian Jessen, Pressesprecher des Drittliga-Absteigers, am Pfingstsonntag auf der Internet-Seite des Vereins mitteilte, „steht beim VfB Lübeck ein Umbruch mit einem Neuaufbau in der Regionalliga bevor“. Auf „www.vfb-luebeck.de“ hieß es weiter: „So wird uns aus verschiedenen Gründen, zu denen wirtschaftliche ebenso wie sportliche zählen, ein Großteil der bisherigen Drittliga-Mannschaft verlassen.“

Keine Zukunft an der Lohmühle haben vier aktuell ausgeliehene Spieler: Während Angreifer Cyrill Akono (21) vom Bundesligisten 1. FSV Mainz 05 fest zum in der Dritten Liga verbleibenden SC Verl geht, kehren die Offensivakteure Pascal Steinwender (24, zum Zweitligisten SC Paderborn 07), Lucas Wolf (19, zum zukünftigen Viertliga-Rivalen Holstein Kiel II) und Ersin Zehir (23, zum Zweitligisten FC St. Pauli) zu ihrem angestammten Klub zurück.

Weiteren zwölf Akteuren teilte VfB-Sportdirektor Rocco Leeser (53) mit, dass ihr am 30. Juni auslaufender Vertrag nicht verlängert wird. Hierbei handelt es sich um Torwart Benjamin Gommert (36) und Lukas Raeder (27), die Verteidiger Moody Chana (22), Sebastian Hertner (30), Tim Kircher (22), Tim Weißmann (23), die Mittelfeldkräfte Dren Feka (23), Sven Mende (27) und Martin Röser (30) sowie die Angreifer Soufian Benyamina (31), Nicolas Hebisch (31) und Patrick Hobsch (26).

Aus eigenem Antrieb teilten sechs Kicker den Vereinsverantwortlichen mit, dass sie ihre Zelte an der Trave abbrechen wollen. Während bei Spielmacher Thorben Deters (25) mit dem West-Regionalligisten SC Preußen Münster sogar schon der zukünftige Klub feststeht, konnte Jessen bei den Verteidigern Ryan Malone (28) und Nico Rieble (25), den im Mittelfeld beheimateten Yannick Deichmann (26) und Osarenren Okungbowa (27) sowie Offensivakteur Elsamed Ramaj (25) noch keinen neuen Arbeitgeber nennen. „Sie haben unserem Sportdirektor Leeser in persönlichen Gesprächen mitgeteilt, dass sie auch künftig in einer höheren Spielklasse als der Regionalliga spielen möchten“, hieß es in der Mitteilung.

Nicht nur auf, sondern auch neben dem Spielfeld gibt es Abschiede zu verkünden. Nach dem bereits feststehenden Abgang von Chefcoach Rolf Landerl (45) teilte Jessen nun mit, dass auch Torwart-Trainer Walter Franta (48) wie Landerl in seine österreichische Heimat zurückkehren wird. In seine Heimat zieht es auch Athletiktrainer Janning Michels (28), der vor Jahresfrist aus Köln an die Lohmühle gekommen war. Was aus dem bisherigen Co-Trainer Lukas Pfeiffer (30) wird, ist fraglich: Geht er, bleibt er Assistenzcoach oder wird er vielleicht sogar zum neuen Cheftrainer befördert?

Mit dem gebürtigen Lüneburger Pfeiffer befinde sich der Verein ebenso „in Gesprächen über eine Vertragsverlängerung“ wie mit Keeper Michael Luyambula (21) und Mittelfeldakteur Marvin Thiel (26), hieß es dazu in der Mitteilung. Dort wurde zudem darauf verwiesen, dass immerhin vier Spieler einen gültigen Vertrag für die kommende Saison besitzen. Hierbei handelt es sich um Kapitän Tommy Grupe (29/Abwehr), Mirko Boland (34/defensives Mittelfeld) und Stürmer Jamie Shalom (19) sowie Angreifer Sören Lippert (21), der im Januar bis zum 30. Juni an den West-Regionalligisten Bonner SC ausgeliehen worden war.

Sehr anständig ist die Verfahrensweise der VfB-Entscheidungsträger mit Mittelfeldmann Morten Rüdiger (25), der aktuell an den Folgen eines Kreuzbandrisses laboriert: „Er wird die Gelegenheit bekommen, beim VfB fit zu werden. Anschließend werden auch mit ihm noch Gespräche geführt“, teilte Jessen mit, dass der gebürtige Lübecker eine Zukunft an der Lohmühle haben könnte. Abschließend wurde Leeser in dem Bericht wie folgt zitiert: „Wir arbeiten intensiv an der Kaderplanung, seit längerer Zeit zweigleisig und inzwischen natürlich fokussiert auf die neue Regionalliga-Saison. Wir werden eine junge Mannschaft auf dem Platz haben. Ich bitte aber alle um Geduld, da wir noch einige Wochen brauchen werden, bis auch nach außen das Gerüst des Teams erkennbar sein wird.“

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