Landesliga Hammonia: TBS Pinneberg holt Daniel Sager

Daniel Sager (rechts) und Visar Galica stehen in der kommenden Saison bei TBS Pinneberg an der Seitenlinie.
(Foto-Credit: Johannes Speckner)

„Regelrecht schockiert“ war Selcuk Sahin dem eigenen Bekunden nach, als er sich erkundigte, wo Daniel Sager wohnen würde, und „Ellerbek“ als Antwort bekam: „Wie kann es dann sein, dass er bisher noch kein Team aus dem Kreis Pinneberg betreut hat?“ Dies änderte Sahin im Handumdrehen und lotste den 44-Jährigen, der Mitte Februar nach gut anderthalb Jahren beim abstiegsbedrohten Oberligisten FC Türkiye gehen musste, für die kommende Saison zu TBS Pinneberg. Zum besseren Verständnis: Die TBS-Heimspielstätte an der Müssentwiete ist lediglich neun Kilometer von Ellerbek entfernt.

„Wir sind sehr stolz, dass wir einen Mann, der als Spieler wie als Trainer so viel höherklassige Erfahrung sammeln konnte, für uns gewonnen haben“, frohlockte Sahin. Der TBS-Präsident fügte im Gespräch mit SportNord hinzu: „Sager ist für uns mehr als nur ein Trainer – wir haben viele Projekte in unserem Verein, die wir gemeinsam anstoßen wollen.“ Als Sagers Assistent wird so, wie schon in den letzten fünf Monaten bei Türkiye sowie zuvor beim Klub Kosova, Visar Galica (39) fungieren. Galica hatte zuvor auch schon beim USC Paloma unter Trainer Sager und beim VfL 93 Hamburg an Sagers Seite gekickt.

Nachdem sich Sager und die TBS-Führung bereits am 21. März per Handschlag auf eine Zusammenarbeit geeinigt hatten, weilten er und Galica drei Tage später unter den Zuschauern, als die Kreisstädter im Derby den Kummerfelder SV mit 6:2 schlugen, was Sahin „ein Hammerspiel“ nannte. Einige TBS-Spieler hatten dabei bereits die Gelegenheit, kurz Sagers Hand zu schütteln. „Sager ist motiviert, bei uns Vollgas zu geben“, freut sich Sahin auf die Zusammenarbeit mit dem Ex-Profi, der auf Spielerstationen beim Hamburger SV (Jugend), SV Waldhof Mannheim, FC St. Pauli – fünf Zweitliga-Einsätze – und den Stuttgarter Kickers zurückblickt.

Bei aller Freude über die Einigung mit Sager, die am 26. März schriftlich fixiert wurde, schwingt bei Sahin auch Wehmut mit, dass dadurch die Zusammenarbeit mit Hakan Yavuz (48), der erst im Januar das Traineramt übernommen hatte, schon Mitte Mai wieder endet. „Wir sind traurig, dass wir uns wieder trennen, zumal wir momentan alle gemeinsam richtig gute Arbeit machen“, sagte Sahin mit Blick darauf, dass die TBS-Kicker aus ihren jüngsten sechs Partien 16 von 18 möglichen Punkten holten. Zuletzt wurde am Ostersonnabend der Tabellenvorletzte FTSV Altenwerder mit 12:0 abgefertigt, wozu Yvan Moukoko und Winter-Neuzugang Kazusanosuke Ikeda jeweils einen Viererpack beisteuerten.

Als Hauptgrund dafür, die „im Winter ohnehin nur bis zum Saisonende fixierte Zusammenarbeit mit Hakan Yavuz nicht zu verlängern“, gab Sahin den Wohnort des Trainers an: „Er lebt in Bad Bramstedt und wir können deshalb leider nicht so viel Zeit zusammen verbringen, wie wir es uns wünschen würden.“ Zudem sei die Reichweite von Hakan Yavuz, der zuvor den Meiendorfer SV und die Bramstedter TS betreut hatte, in Hamburg „begrenzt“, was bei Sager „komplett anders sei“, so Sahin: „Er kennt viele Spieler und von diesen Kontakten können wir sicher profitieren“, so Sahin abschließend.

(Johannes Speckner)

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