Weil der Hauptplatz an der Düsterlohe für das anschließende Bezirksliga-Spiel der Ersten-Mannschaft des SSV Rantzau geschont werden sollte, empfing die Rantzauer Reserve den Heidgrabener SV am Sonntagmittag auf dem daneben liegenden B-Platz. Da die SSV-Teams auf diesem Platz in den letzten Monaten fleißig trainierten, bestand dieses Geläuf allerdings mehr aus Erde als aus Rasen. „Die Platzverhältnisse waren grenzwertig und ein größerer Regenschauer hätte wohl zum Spielabbruch geführt“, so HSV-Coach Ove Hinrichsen, der berichtete: „Wir haben 25 Minuten gebraucht, bis wir mit den kuriosen Bedingungen zurechtgekommen sind ‒ aber auf Sand spielt man ja auch nicht alle Tage ...“
Zunächst versuchten die Heidgrabener vergeblich, Fußball mit technischen Feinheiten zu zeigen, und leisteten sich dadurch immer wieder einfache Ballverluste. „Als wir mit längeren Pässen agiert haben, ist es besser gelaufen“, freute sich Hinrichsen. Philippe Schümann vergab die erste Gäste-Chance, als er freistehend von halblinks an SSV-Keeper Inan Gergin scheiterte. Nach der folgenden Ecke verlängerte Fabian Doell einen Kopfball von Mark Zipp knapp über die Latte. Stattdessen gelang Knut-Ole Mohr nach einem Konter das 1:0 für die Rantzauer Reserve (23.). Dann machte sich die Einwechslung von Chris Redmer, der früh für Jan Hansen (Zerrung) ins Spiel gekommen war, bezahlt. Nachdem sich Maik Siebels in der Mitte durchgesetzt hatte, kam Schümann nicht an den Ball ‒ aber Redmer schoss von links aus zwar nicht hart, aber platziert zum 1:1 ins lange Eck ein (34.). Kurz vor der Pause gingen die Gäste in Führung, als Schümann sich einen langen, von Jan-Philip Bätz über die SSV-Abwehr hinweg geschlagenen Ball erlief und zum 1:2 traf (42.). „Bis dahin waren wir auch klar die bessere Mannschaft“, lobte Hinrichsen.
Im zweiten Durchgang verpasste Schümann zunächst das 1:3, als er nach einem Pass von Dennis Malysz von rechts aus an Inan Gergin scheiterte (57.). Aber nur eine Minute später setzte sich Schümann über rechts durch und passte scharf nach innen, wo Maik Siebels den Ball verfehlte ‒ aber wiederum Redmer aus 22 Metern knallhart und gegen die Laufrichtung des Keepers zum 1:3 einschoss. Doch die Heim-Elf kam zügig wieder heran, als ein 22-Meter-Sonntagsschuss von Nils Schulz zum 2:3 im Winkel landete (67.). „Solche Gegentore kassieren wir in letzter Zeit ständig“, stöhnte Hinrichsen. In der Schlussphase gab es Chancen auf beiden Seiten. Die Heidgrabener hatten noch mehrere brenzlige Situationen zu überstehen ‒ unter anderem hatte HSV-Keeper Pascal Fritz Glück, als Nils Schulz eine Rechtsflanke an den linken Innenpfosten verlängerte und Fritz den Abpraller soeben noch unter sich begraben konnte (71./siehe unten verlinkte SportNord-Fotogalerie). Auf der Gegenseite vergaben die Gäste einige gute Konterchancen. „Am Ende hätte das Spiel auch 4:5 ausgehen können“, wusste Hinrichsen, dessen Team nun weiter der Spitzengruppe angehört.
Am Donnerstag, 2. April empfangen die Heidgrabener den Kummerfelder SV übrigens nicht, wie zunächst vorgesehen, bereits um 18 Uhr auf ihrem Rasenplatz an der Uetersener Straße, sondern ab 19.30 Uhr im benachbarten Tornesch. Dort wird im „Sportpark Torneum“ auf Kunstrasen und unter Flutlicht der Ball rollen. „Wir haben in den letzten Wochen schon immer montags im Torneum trainiert und sind dem FC Union Tornesch sehr dankbar, dort nun auch unser Nachholspiel austragen zu können“, dankte Hinrichsen dem benachbarten Verein. Ihre letzten beiden Heimspiele hatten die Heidgrabener auf dem Kunstrasenplatz der SV Lieth absolviert (SportNord berichtete). Nun bringt der erneute Umzug gleich zwei Vorteile mit sich: „Unser Platz wäre eventuell unbespielbar, auf jeden Fall aber schlecht bespielbar gewesen ‒ und definitiv hätte mangels Flutlicht der Anpfiff schon um 18 Uhr erfolgen müssen, was für beide Teams sicherlich zahlreiche Ausfälle bedeutet hätte“, sagte Hinrichsen abschließend.