DFB-Pokal: Glückwünsche an Kiel – und Borger
13.01.2021

Wurde zum Elfmeter-Helden: Holstein-Torwart Ioannis Gelios.
Am 9. September 2006 fehlte dem damaligen Regionalligisten FC St. Pauli nicht viel, um den FC Bayern München im DFB-Pokal-Erstrunden-Duell ins Elfmeterschießen zu zwingen. Letztlich verloren die Kiez-Kicker aber mit 1:2 nach Verlängerung, weil sich der damalige St. Pauli-Keeper Patrik Borger, der bis dahin überragend gehalten hatte, in der 115. Minute eine Flanke von Philipp Lahm in das eigene Netz boxte. Drei der Protagonisten dieses Pokal-Dramas waren am Mittwochabend dabei, als der Zweitligist Holstein Kiel es noch einen Tick besser machte und die Bayern nach einem mindestens ebenso packenden DFB-Pokal-Zweitrunden-Duell mit 6:5 im Elfmeterschießen bezwang. Für Hasan Salihamidzic, seinerzeit Spieler der Bayern und nun deren Sport-Vorstand, gab es ein Wiedersehen mit den damaligen St. Pauli-Akteuren Fabian Boll (seit Juli 2019 Co-Trainer der Kieler) sowie Borger, der schon seit dem Sommer 2015 Torwart-Trainer der „Störche“ ist.

In dieser Funktion hatte der inzwischen 41-Jährige Borger großen Anteil daran, dass die Kieler die Sensation schafften. Denn nachdem „sein“ Schützling Ioannis Gelios in der 14. Minute vor dem 0:1 keine gute Figur abgab, da er einen Ball nicht festhalten konnte – trotzdem hätte der Treffer nicht zählen dürfen, da Serge Gnabry aus dem Abseits kommend abstaubte –, zeigte der 28-Jährige mehrere starke Paraden. Auch fußballerisch war der gebürtige Augsburger, der 2019 vom FC Hansa Rostock an die Förde gekommen war, gut aufgelegt. Und dann kam das Elfmeterschießen, in dem der Holstein-Torwart schon beim ersten Bayern-Schuss von Robert Lewandowski den von ihm aus gesehen flach links kommenden Ball berührte, aber nicht mehr entscheidend abwehren konnte. So ging es nach fünf Schützen beim Stand von 5:5 im Einzelverfahren weiter, Gelios tauchte wieder in die von ihm aus gesehen linke Ecke ab und wehrte den keinesfalls schlechten Versuch des Müncheners Marc Roca ab.

Beeindruckend war die Nervenstärke und Zielsicherheit, mit der die Kieler Hauke Wahl, Ahmet Arslan (spielte von 2014 bis 2016 noch beim Hamburger SV II), Janni Serra, Jae-Sung Lee, Niklas Hauptmann und Fin Bartels ihre Elfmeter versenkten. Bartels, der von 2010 bis 2014 noch bei St. Pauli gekickt hatte, hatte zuvor schon den 1:1-Ausgleich erzielt (37.). Auch nach dem zweiten Rückstand, für den Leroy Sané mit einem herrlichen, direkt verwandelten Freistoß sorgte (48.), blieben die Hausherren ruhig. Sie suchten immer wieder spielerische Lösungen und kamen in der Nachspielzeit der zunächst nur auf drei Minuten taxierten Nachspielzeit, die aus einer Verletzungsunterbrechung für Bayerns Joshua Kimmich resultierte, noch zum 2:2 (95.). Dabei hatte Wahl eine Linksflanke von Johannes van den Bergh mit seiner Schulter in das lange Eck gelenkt – und dabei kurz vor Ultimo auch das Glück besessenß, das Borger am 9. September 2006 in einer Szene verlassen hatte.

Link: SportNord-Bericht vom 09.01.2021 über das 2:2-Unentschieden von Holstein Kiel beim FC St. Pauli

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