Regionalliga: VfB Oldenburg fordert Aufstiegsrunde
13.04.2021

Vertreten Trainer Jan Zimmermann und der TSV Havelse die Regionalliga Nord in den Aufstiegsspielen zur Dritten Liga?
Foto: Imago Images / Picture Point
Der Vorstand des VfB Oldenburg hat sich in einem Brief an Regionalliga-Spielleiter Jürgen Stebani (Melbeck) gewandt. Darin wehren sich die Verantwortlichen des Traditionsvereins um VfB-Geschäftsführer Michael Weinberg dagegen, dass nach dem Mehrheitsvotum der Vereinsvertreter der Regionalliga Nord für einen Abbruch der aufgrund der Corona-Beschränkungen seit Anfang November 2020 unterbrochenen Saison 2020/2021 nun der TSV Havelse in die Aufstiegsspiele zur Dritten Liga gegen den Vertreter der Regionalliga Bayern antreten soll.

Alternativ schlagen die Offiziellen des früheren Zweitligisten vor, dass alle sechs Teams, die beim Deutschen Fußball-Bund eine Zulassung für die kommende Saison in der Dritten Liga beantragten – neben dem FC Teutonia 05 und dem Hamburger SV II aus der Nord-Staffel der Regionalliga Nord sind dies der TSV Havelse, VfB Oldenburg, Hannover 96 II sowie VfL Wolfsburg II aus der Süd-Gruppe – in Aufstiegsspielen sportlich die Mannschaft ermitteln, die gegen den Bayern-Vertreter um ein Drittliga-Ticket kämpfen darf.


Rangliste der Teams die eine Drittliga-Zulassung beantragten nach Punkte-Quotient:

1. TSV Havelse (Erster Süd-Staffel) ... 9 Spiele, 20 Punkte > 2,22 Quotient
2. VfB Oldenburg (Vierter Süd-Staffel) ... 8 Spiele, 14 Punkte > 1,75 Quotient
3. FC Teutonia 05 (Zweiter Nord-Staffel) ... 10 Spiele, 16 Punkte > 1,6 Quotient
4. Hamburger SV II (Fünfter Nord-Staffel) ... 10 Spiele, 15 Punkte > 1,5 Quotient
5. Hannover 96 II (Fünfter Süd-Staffel) ... 9 Speile, 13 Punkte > 1,44 Quotient
6. VfL Wolfsburg II (Neunter Süd-Staffel) ... 9 Spiele, 9 Punkte > 1,0 Quotient


Hier der Wortlaut der Mitteilung des VfB Oldenburg:

„Der VfB Oldenburg sieht seine Interessen im aktuellen Meinungsbild, die Regionalliga-Saison abzubrechen und den TSV Havelse für die Relegationsspiele gegen den Meister der Regionalliga-Bayern zu benennen, nicht berücksichtigt. Das hat der VfB dem Norddeutschen Fußball Verband, hier vertreten durch den Vorsitzenden des NFV-Spielausschusses, Jürgen Stebani, jetzt in einem Schreiben mitgeteilt. Darüber hinaus hat der VfB Oldenburg einen Alternativvorschlag unterbreitet.


Das Schreiben im Wortlaut:

Lieber Jürgen,

wir nehmen Bezug auf die Videokonferenz der Regionalliga Nord vom 8. April 2021 zur Fortführung des Spielbetriebs.

Wir stellen fest, dass die Interessen des VfB Oldenburg in der Regelung der Aufstiegsfrage durch das getroffene Meinungsbild nicht berücksichtigt sind.

Selbstverständlich akzeptieren wir die Mehrheitsentscheidung, den regulären Ligabetrieb nicht fortzuführen und somit auch die Regelung der Abstiegsfrage. Die Argumentation, keinen Absteiger festzulegen, ist nachvollziehbar, weil die Tabelle aufgrund der wenigen Spieltage dies kaum rechtfertigt.

Nicht nachvollziehbar ist aber, warum diese Argumentation keine Anwendung in der Aufstiegsregelung findet? Warum findet hier die Quotienten-Regelung Anwendung und der TSV Havelse wird als Meister bestimmt?

Das eigentliche Ziel der Konferenz, einen Sonderstatus für die Regionalliga Nord bei den Landesregierungen zu erwirken und damit eine Fortführung des Spielbetriebes zu sichern, ist nicht ernsthaft verfolgt worden.

Für den VfB Oldenburg war dieses Ziel aber, genauso wie die am 8. März 2021 vom NFV an die Vereine gesendeten vertraulichen Spielplanentwürfe Grundlage und maßgeblich, um am 15. April 2021 fristgerecht und vollständig die Lizenzunterlagen für die Teilnahme an der 3. Bundesliga beim DFB zu beantragen. Ohne das Vertrauen des VfB Oldenburg in den NFV, die Fortführung des Spielbetriebes ernsthaft anzustreben und somit eine Chance auf eine sportlich faire Qualifikation zu erhalten, wäre dieser finanzielle Kraftaufwand durch den VfB Oldenburg selbstverständlich nicht geschehen.

Aus diesem Grund ist das Meinungsbild der Regionalliga-Vereine für uns nicht hinnehmbar. Wir erwarten, dass die Interessen der Vereine, die eine Lizenz für die 3. Bundesliga beantragt haben, berücksichtigt werden.

Konkret unterbreitet der VfB Oldenburg folgenden Vorschlag in der Aufstiegsregelung:

Alle Teams der Regionalliga Nord, die eine Lizenz für die 3. Bundesliga beantragt haben, müssen das Angebot erhalten, sich in einem sportlich fairen Wettbewerb für die Relegationsspiele gegen den Meister der Regionalliga Bayern zu qualifizieren (analog zu den Maßnahmen in der Regionalliga Bayern). Dies könnte in Form einer Aufstiegsrunde mit Hin- und Rückspielen oder auch in einem Turniermodus erfolgen. Nur so werden finanzielle und organisatorische Bemühungen der lizenzbeantragenden Vereine auch in sportlicher Hinsicht angemessen berücksichtigt.

Wir bitten aus diesem Grund nochmal eingehend darum, den Meister der Regionalliga Nord nicht nach der Quotienten-Regelung, sondern in einem sportlich fairen Wettbewerb zu ermitteln.

Viele Grüße

Michael Weinberg
Geschäftsführer VfB Oldenburg Fußball GmbH“

Link: SportNord-Bericht vom 08.04.2021 über das Mehrheitsvotum der Nord-Regionalligisten für einen Abbruch

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