Aktuell: Offener Brief des organisierten Sports
02.03.2021

DOSB-Präsident Alfons Hörmann verfasste mit mehreren Mitstreitern einen offenen Brief. Foto: Imago Images / Eibner
Der unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) organisierte Sport in Deutschland appellierte in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten, den Sportvereinen endlich wieder eine Perspektive zu geben. Einen Tag vor der am Mittwoch, 3 März, anstehenden Bund-Länder-Konferenz veröffentlichten die DOSB-Verantwortlichen das Schreiben auf ihrer Internet-Seite.


Hier der Wortlaut des offenen Briefes:

„An die Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel
An den Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz Herrn Regierenden Bürgermeister Michael Müller
An die Regierungschef*innen der Länder

2. März 2021

Offener Brief des organisierten Sports

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, liebe Frau Dr. Merkel,
Sehr geehrter Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz, lieber Herr Müller,
Sehr geehrte Damen und Herren,

der organisierte gemeinnützige Sport in Deutschland, die bundesweit größte zivilgesellschaftliche Gemeinschaft mit über 27 Millionen Mitgliedschaften in rund 90.000 Sportvereinen unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), verharrt mit wenigen Ausnahmen nun monatelang im verordneten Lockdown. Insbesondere der Breitensport hat mit hoher Solidarität die verschiedenen Maßnahmen und Einschränkungen in der gesamten Pandemie-Phase vollumfänglich mitgetragen. Zudem haben die Sportvereine im vergangenen Jahr durch eigene Maßnahmen - ausgehend von den DOSB-Leitplanken über die Übergangsregeln von über 60 Spitzenverbänden bis zu international hoch anerkannten Hygienekonzepten - ihren Beitrag zu einem verantwortungsvollen und infektionsarmen Sporttreiben geleistet, solange es erlaubt war.

Nach unserer Überzeugung ist es nun höchste Zeit dafür, dem vereinsbasierten Sport, den ‚sozialen Tankstellen‘ unserer Gesellschaft, endlich wieder eine Perspektive zu geben. Unsere Vereine und Landessportbünde berichten über deutliche Mitgliederverluste, die Zahl der ehrenamtlich Engagierten nimmt täglich ab und nicht zuletzt muss unsere Gesellschaft auf die positiven gesundheitlichen Effekte von Sport unter Anleitung und in der Gruppe verzichten. Dies berichten uns auch die Verbände mit besonderen Aufgaben. Die negativen Auswirkungen von mangelnder Bewegung und Lebensfreude durch gemeinschaftliches Training sind insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, aber auch bei Senior*innen, deutlich sichtbar.

Mit dem auf den DOSB-Leitplanken fußenden Öffnungsplan der Sportministerkonferenz der Länder, der schrittweise den Vereinssport wieder zugänglich macht, liegt Ihnen ein klarer Fahrplan vor. Der organisierte Sport hat die klare Erwartungshaltung, dass sie diesen Plan nun auch zeitnah ins Werk setzen und damit die Potenziale des Sports bei der Überwindung der Pandemie freisetzen. Mit dem verantwortungsvollen Umsetzen der pandemiebedingten Auflagen und der hohen Disziplin beim Einhalten von Regeln wird der Sport nicht zum Problem, sondern zu einem wertvollen Teil der Lösung!

Der organisierte Sport unter dem Dach des DOSB steht, wie auch in der Vergangenheit, zudem für Maßnahmen und Kooperationen zur Überwindung der Pandemie jederzeit zur Verfügung. Sei es im Bereich der digitalen Kontaktnachverfolgung, bei der Anwendung von flächendeckenden Schnelltests oder für eine bundesweite Bewegungskampagne. Dafür benötigen wir aber jetzt eine Perspektive und Planungssicherheit.

Mit sportlichen Grüßen

Alfons Hörmann (Präsident)
Veronika Rücker (Vorstandsvorsitzende)
Elvira Menzer-Haasis (Sprecherin der Landessportbünde)
Dr. Barbara Oettinger (Sprecherin der Verbände mit besonderen Aufgaben)
Ingo Weiss (Sprecher der Spitzenverbände)“

Link: SportNord-Bericht vom 23.02.2021 über den Appell der Fußball-Landesverbände an die Politik

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