Aktuell: Appell von LSK-Präsident Becker
25.11.2020

Rainer Zobel, Teamchef des Lüneburger SK, hofft
auf die Realisierung des Sportparks Ostheide.
Vom 3. September 1905, als das Eröffnungsspiel gegen den SC Sperber stattfand, bis zum März 2014 absolvierte der Lüneburger SK seine Heimspiele im Stadion Wilschenbruch. Nach dem Abriss der Arena, die einer Häusersiedlung weichen musste (SportNord berichtete, siehe unten stehenden Link), gab es wechselnde Heimspielstätten für die Liga-Mannschaft des Lüneburger SK Hansa, die ihre Regionalliga-Heimspiele seit dem Juli 2019 im Jahnstadion des TuS Neetze austrägt.

Nach mehreren abgelehnten Plänen und gescheiterten Bemühungen, in denen insgesamt sieben Flächen geprüft, letztlich aber für untauglich erklärt worden waren, vermeldeten die LSK-Verantwortlichen Ende Oktober, dass sie in Wendisch Evern, südöstlich von Lüneburg gelegen, einen Standort gefunden hätten, an dem sie gerne den Sportpark Ostheide bauen würden. Neben einem 2.000 Zuschauer fassenden Stadion soll der Sportpark zwei Sportplätze umfassen, die auch der SV Wendisch Evern, dessen Erste Herren in Niedersachsens Bezirksliga Lüneburg kicken, nutzen könnte.

Am Donnerstag, 26. November entscheidet der Rat von Wendisch Evern über das Bauvorhaben. LSK-Präsident Sebastian Becker, der hauptberuflich Rechtsanwalt ist, wandte sich zuvor mit einem Appell an die Ratsmitglieder und Clemens Leder (CDU), der seit 2016 Bürgermeister von Wendisch Evern ist:


„Sehr geehrter Herr Bürgermeister Leder,
sehr geehrte Mitglieder des Gemeinderates,
in den vergangenen drei Wochen haben wir die Diskussion über den Sportpark Ostheide in Stadt und Landkreis – gerade aber auch in Wendisch Evern – intensiv verfolgt. Wir haben selbst in dieser Zeit zahlreiche Rückmeldungen zu dem Projekt bekommen und standen in Dialog mit diversen Bürgern Ihrer Gemeinde.

Die Rückmeldungen, die uns auf diesem Weg erreicht haben, waren sehr differenziert, zu einem ganz überwiegenden Maße jedoch ausdrücklich positiv. Bei den kritischen Rückmeldungen einiger Bürger aus Wendisch Evern – auch direkten Anwohnern im Bereich des Guts Willerding – ging es vor allem um weiterführende Informationen, die wir im Anschluss stets entsprechend übermittelt haben. Im Übrigen haben wir selbst aus dem Bereich Gut Willerding auch positive Nachrichten zu dem Projekt erhalten.

Nur am Rande sei erwähnt, dass die Rückmeldungen, die uns aus Stadt und Landkreis von Bürgern außerhalb der Gemeinde Wendisch Evern erreicht haben, nahezu ausschließlich positiv und unterstützend waren.

Aus persönlichen Gesprächen mit Bürgern aus Wendisch Evern und aus der Presse-Berichterstattung zu der Sitzung am vergangenen Montag in Wendisch Evern wissen wir jedoch auch, dass es offensichtlich eine Gruppe von Gegnern des Projektes gibt, die versuchen, mit teils schlicht unwahren Behauptungen, teils mit persönlichen Anwürfen gegen einzelne Personen dieses Projekt zu verhindern.

Bitte verstehen Sie uns nicht falsch – die sachlichen Bedenken, die hinter diesem Verhalten stehen, nehmen wir selbstverständlich sehr ernst. Wir sind jedoch auch der festen Überzeugung, dass man sich in der sachlichen – und gerne auch kritischen – Diskussion über dieses Projekt nicht den emotionalen und teils unsachlichen Stimmen hingeben darf, wenn man zu einer sachlich guten Entscheidung – gerade auch für die Gemeinde Wendisch Evern – gelangen möchte.

Auch nach den zahlreichen oben genannten Gesprächen und Diskussionen sind wir der Überzeugung, dass bisher sachliche Argumente, die zwingend gegen dieses Projekt sprechen würden, nicht vorgetragen wurden – und im Übrigen auch nicht existieren:

Ungebührliche Emissionen – sei es Lärm, Licht oder Verkehr – drohen den Bürgern Wendisch Everns durch den Betrieb der Anlage nicht. Jeglicher Bau auf der Fläche – inklusive des Flutlichtes – bedürfen zu ihrer Genehmigung im Zuge des Bauantrages der Einhaltung aller gesetzlichen Emissionsgrenzwerte. Diese Belange werden demnach automatisch bei der Umsetzung des Projektes berücksichtigt werden. Zudem steht es der Gemeinde Wendisch Evern im Zuge der Errichtung des B-Planes natürlich auch offen, entsprechende Vorgaben für die fragliche Fläche festzuschreiben. Aus unserer Sicht ist die Fläche aufgrund der natürlichen Geländelage in besonderem Maße gut dazu geeignet, diese Belange der nächsten Anwohner zu wahren. Ein Beispiel zu den Anwürfen der vergangenen drei Wochen zum Thema „Verkehr“: Wir spielen derzeit auf der Anlage des TuS Neetze, wo ca. 350 Parkplätze direkt am Platz vorhanden sind. Die Anlage fasst ca. 1.500 Zuschauer. Uns sind keinerlei Beschwerden von Neetzer Anwohnern bekannt, die ein „Wildparken“ während der Spiele in Neetze in den Nebenstraßen betreffen. Der A-Platz des Sportparks Ostheide würde ein Zuschauervolumen von 2.000 Zuschauern fassen (also ca. ein Drittel mehr als der Platz in Neetze), wobei wir für die Anlage mehr als doppelt so viele Parkplätze wie in Neetze planen. Die Anlage wird sich parkplatzmäßig daher selbst tragen. Alle anderen Behauptungen zu diesem Thema sind schlicht nicht richtig. Heimspiele des LSK in der Regionalliga Nord finden zudem nur 17 Mal pro Jahr statt und zwar stets außerhalb des Berufsverkehrs. In der Regionalliga Nord (Vierte Liga) gibt es in der Regel auch keine nennenswerten Fangruppen der Gastmannschaften, die zu den Spielen von außerhalb anreisen würden. Wir sprechen hier nicht über Bundesliga-Fußball, sondern über eine Amateurliga.

Durch die Realisierung des Sportparks Ostheide droht keine Bebauung weiterer Flächen zwischen Lüneburg und Wendisch Evern. Wir benötigen für die Realisierung des Sportparks Ostheide fünf bis sechs Hektar Land. Die Planungen hierzu sind hinlänglich bekannt. Eine Bebauung der derzeitigen Ackerfläche zwischen Lüneburg und Wendisch Evern ist letztlich nur möglich, wenn die Gemeinde Wendisch Evern für die fraglichen Flächen einen entsprechenden Bebauungsplan aufstellt. Gleiches gilt natürlich auch für alle anderen Flächen in der Gemeinde Wendisch Evern, für die bisher kein Bebauungsplan besteht – also auch die weiteren Ackerflächen zwischen Lüneburg und Wendisch Evern. Ob neben oder zusätzlich zu dem geplanten Sportpark Ostheide im Falle seiner Realisierung zukünftig jemals weitere aktuelle Ackerflächen bebaut werden oder nicht, steht daher letztlich ausschließlich in Ihrem Verantwortungsbereich – ohne Zustimmung des Gemeinderates Wendisch Evern kann es eine zusätzliche Bebauung nicht geben. Der dörfliche Charakter von Wendisch Evern wird durch den Sportpark Ostheide nicht bedroht. Die Anlage wird ca. zwei Kilometer außerhalb des eigentlichen Dorfkerns liegen.

Der Sportpark Ostheide wird im Falle seines Baus nicht größer ausfallen, als er sich aus den Ihnen vorliegenden Konzeptplanungen ergibt. Es gibt neben der Ihnen bekannten Planung keine „Schattenplanung“ für diesen Sportpark. Wir haben Ihnen von Anfang an genau die Planungen präsentiert, die Gegenstand unserer Überlegungen sind. Anwürfe, die darauf abzielen, dass der Sportpark bereits jetzt deutlich größer geplant sei, da der LSK ein professionell aufgestellter Verein sei, der letztlich auf Gewinnmaximierung abzielt oder dass sich das Investment für den Standort nur mit vielen tausend Zuschauern bei den Heimspielen amortisieren würden, sind schlichtweg unwahr. Wir sind ein Verein, der rein ehrenamtlich geführt wird. Der LSK ist – wie nahezu alle Sportvereine – als gemeinnützig anerkannt und daher explizit nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet. Da zudem die Realisierung des Projektes nur zu einem sehr kleinen Teil mit Darlehen finanziert werden würde, muss auch nur ein sehr kleiner Teil des Gesamtinvestments durch Einnahmen wieder eingenommen werden. Der wesentliche Teil der Einnahmen der Anlage wird für die Unterhaltung der Anlage aufgewendet werden müssen.

Der Sportpark Ostheide bietet demgegenüber für sehr viele Menschen und Institutionen zahlreiche Vorteile – nicht nur für den LSK:
 Lokale Vereine – gerade auch aus Wendisch Evern – werden die Möglichkeit erhalten, eine moderne Sportanlage und eine moderne Infrastruktur für ihre Vereinszwecke zu nutzen.
 Der Sportpark Ostheide wird für die Region Lüneburg – in besonderem Maße aber für die Gemeinde Wendisch Evern – überregional zu einen erheblichen Imagegewinn als moderner Sportstandort führen. Beispielhaft kann aus der näheren Umgebung die Sportmeile am Scharnebecker Weg in Adendorf angeführt werden – der Imagegewinn der dortigen Ortsgemeinde allein durch die modernen und vielfältigen Sportstätten kann nicht unterschätzt werden.
 Falls dies von der Gemeinde Wendisch Evern gewünscht wird – und nur dann! – bestünde auf dem fraglichen Gelände innerhalb der fünf bis sechs Hektar Fläche auch die Möglichkeit, direkt am geplanten Parkplatz in Richtung Ostumgehung auch zwei bis drei Gebäude für die Ansiedlung von sportbezogenem Gewerbe (beispielsweise Fitness-Studio, Physiotherapie usw.) zu errichten, was entsprechende Gewerbesteuereinnahmen für die Gemeinde generieren würde. Wohlgemerkt: Falls die Gemeinde Wendisch Evern dies nicht möchte, wird das auch nicht geschehen. Sie als Gemeinderat haben im Zuge der Aufstellung des Bebauungsplanes ohnehin die Möglichkeit, dies auszuschließen. Wir selbst wollen nur die Sportanlage bauen und haben selbst kein Interesse an einer Gewerbeansiedlung.
 Die Gemeinde Wendisch Evern wird hierdurch erheblich von der Anlage profitieren, ohne hierfür eigene Mittel aufwenden zu müssen. Wie besprochen, soll das Projekt für Ihre Gemeinde kostenneutral verwirklicht werden.

Der Bau neuer Sportanlagen und Freizeitmöglichkeiten ist in den vergangenen Jahrzehnten in und um Lüneburg sicherlich nicht immer mit oberster Priorität betrieben worden. Die Gründe hierfür sind vielfältig und liegen nicht nur bei der Politik, sondern sicher auch bei den Vereinen. Wir sind der festen Überzeugung, dass der geplante Sportpark Ostheide für die gesamte Region Lüneburg ein Aushängeschild sein wird, das weit über die Landkreisgrenzen hinaus für den Sportstandort Lüneburg – nicht nur für den LSK – stehen wird.

Wir möchten Sie ermutigen, diesen Weg gemeinsam mit uns zu gehen und mit Ihrer positiven Entscheidung für den Sportpark Ostheide den Weg für dieses für die gesamte Region Lüneburg so wichtige Projekt freizumachen – es wäre auf Jahrzehnte eine große Errungenschaft für die Region und für Ihre Gemeinde, die Sie mit möglich gemacht haben.

Für etwaige Rückfragen, Gespräche und Anregungen stehen wir wie immer gerne jederzeit zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Sebastian Becker
Präsident des Lüneburger SK Hansa“


Zudem hieß es am Mittwoch auf der Internet-Seite des LSK, dessen Erste Herren in der Nord-Staffel der Regionalliga Nord aktuell Tabellen-Achter ist: „Der LSK wird zunächst die morgige Entscheidung abwarten und in den kommenden Tagen eine Erklärung herausgeben, wie es mit dem Verein weitergeht.

Link: SportNord-Bericht vom 23.03.2014 über den Auszug des Lüneburger SK aus dem Stadion Wilschenbruch

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