Aktuell: Wolfsburgs Amateure sind abgestiegen
21.05.2005
Am Samstag trennten sich die VfL Wolfsburg Amateure und der FC St. Pauli 2:2. Hamburgs Amateurklubs dürften sich über diesen Punktgewinn der Kiezkicker nicht freuen - denn die "kleinen Wölfe" hätten gewinnen müssen, um noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben.
Nun kann Wolfsburgs Amateurtrainer Uwe Erkenbrecher (ehemals beim VfL 93) höchstens noch darauf hoffen, dass Ligarivale KFC Uerdingen 05 vorm Saisonende Insolvenz anmelden muss und somit als erster Absteiger feststeht - nur dann könnte sich seine Truppe noch retten. Andernfalls steht der sofortige Wiederabstieg der U23 der Autostädter fest - und das hat auch Auswirkungen auf die Hamburger Amateur-Spielklassen.
Gerüchten zufolge erwägen zudem zwei Hamburger Oberligisten, sich freiwillig aus der vierthöchsten Spielklasse zurückzuziehen, was wiederum für Veränderungen sorgen würde.
SportNord bleibt diesbezüglich am Ball, doch noch ist hierbei nichts spruchreif. Daher hier zunächst zwei momentan mögliche Abstiegs-Szenarien:

Fall I: Neben dem Wolfsburger Bundesliganachwuchs steigen auch die SV Werder Bremen Amateure aus der Regionalliga in die Oberliga Nord ab. Zugleich steigen vier Vereine (jeweils ein Klub aus der Verbandsliga Schleswig-Holstein, Bremen, Niedersachsen-West und -Ost) in die Oberliga auf (nur aus der Verbandsliga Hamburg wagt kein Verein diesen Sprung).

OBERLIGA NORD (Sollstärke: 18 Mannschaften):
Wie vorgesehen würde es fünf Regelabsteiger geben. Derzeit würde es neben den FT Eider Büdelsdorf und dem VfB Lübeck II (Schleswig-Holstein) mit dem SC Victoria, SC Concordia und HSV Barmbek-Uhlenhorst drei Hamburger Teams erwischen. Platz 13 würde zum Klassenerhalt genügen, was für den derzeit gefährdeten Meiendorfer SV die Rettung bedeuten würde.

VERBANDSLIGA (Sollstärke: 18 Mannschaften):
+ 3 (die Absteiger aus der Oberliga Nord)
+ 2 (die Meister der beiden Landesliga-Staffeln steigen in die Verbandsliga auf)
= 5 Absteiger (Platz 13 würde zum Klassenerhalt genügen)

LANDESLIGEN (Sollstärke: 2 x 18 Mannschaften = 36 Plätze):
- 2 (die beiden Landesliga-Meister steigen in die Verbandsliga auf)
+ 5 (die 5 Absteiger aus der Verbandsliga)
+ 4 (die 4 Bezirksliga-Meister steigen in die Landesligen auf)
= 7 Absteiger (Platz 14 würde jeweils zum Klassenerhalt genügen)
Neben den 6 Regelabsteigern müssten die beiden Tabellen-15. in einer Relegation den 7. Absteiger ermitteln.

BEZIRKSLIGEN (Sollstärke: 4 x 16 Mannschaften = 64 Plätze):
- 4 (die 4 Bezirksliga-Meister steigen in die Landesligen auf)
+ 7 (die 7 Absteiger aus den Landesligen verteilen sich auf die vier Bezirksligen)
- 12 Absteiger (es steigen grundsätzlich drei Vereine ab)
= 9 freie Plätze (neben den 8 Kreisliga-Meistern steigt 1 Vizemeister in die Bezirksliga auf)

KREISLIGEN (Sollstärke: 8 x 16 Mannschaften = 128 Plätze):
- 9 (die 8 Kreisliga-Meister steigen definitiv in die Bezirksligen auf)
Zusätzlich ermitteln die 8 Vizemeister in einer Relegationsrunde einen weiteren Aufsteiger.
+ 12 (die 12 Absteiger aus den Bezirksligen verteilen sich auf die acht Kreisligen)
- 24 Absteiger (es steigen grundsätzlich drei Vereine ab)
= 21 freie Plätze (es steigen die 8 Kreisklassen-Meister, 8 Vizemeister sowie 5 Drittplazierte in die Kreisligen auf)

KREISKLASSEN (z. Zt. 8 Staffeln, keine Absteiger, undefinierte Sollstärke):
- 21 (neben den 8 Kreisklassen-Meistern und 8 Vizemeistern steigen auch fünf Drittplazierte in die Kreisliga auf; diese fünf Teams werden in einer Relegationsrunde aller acht Drittplazierten ermittelt)
+ 24 (Absteiger aus den Kreisligen)

Anmerkung zu Fall I: Der Tabellen-14. der Verbandsliga Hamburg müsste absteigen, weil kein Liga-Konkurrent in die Oberliga Nord aufsteigen will. Dasselbe Schicksal hätte im Vorjahr beinahe den SV Todesfelde in der schleswig-holsteinischen Bezirksoberliga Süd ereilt, weil der Meister FC Dornbreite Lübeck sein Aufstiegsrecht in die Verbandsliga nicht wahrnahm. Doch die Todesfelder protestierten beim Schleswig-Holsteinischen Fußballverband gegen ihren Abstieg, und die Bezirksoberliga Süd spielt in dieser Saison mit 17 anstatt 16 Vereinen, am Saisonende müssen daher vier statt drei Teams absteigen.
Derartiges ist für die Verbandsliga nicht geplant: "Wir können nicht mehr als 18 Mannschaften in die Spielklasse aufnehmen", weißt der HFV-Spielausschussvorsitzende Reinhard Kuhne auf die geltende Staffel-Sollstärke hin. Allerdings wisse er nicht, wie das Sportgericht bei einer eventuellen Klage eines abgestiegenen Vereines entscheiden würde.


Fall II: Nur der Wolfsburger Bundesliganachwuchs steigt aus der Regionalliga in die Oberliga Nord ab (den SV Werder Bremen Amateuren gelingt der Klassenerhalt). Zugleich steigen vier Vereine (jeweils ein Klub aus der Verbandsliga Schleswig-Holstein, Bremen, Niedersachsen-West und -Ost) in die Oberliga auf (nur aus der Verbandsliga Hamburg wagt kein Verein diesen Sprung).

OBERLIGA NORD (Sollstärke: 18 Mannschaften):
Statt der vorgesehenen fünf Regelabsteiger müssen nur vier Vereine den Gang in die Verbandsligen antreten (derzeit die Hamburger Teams SC Victoria und SC Concordia sowie der VfB Lübeck II und FT Eider Büdelsdorf aus Schleswig-Holstein). Platz 14 würde zum Klassenerhalt genügen, was für die derzeit gefährdeten Hamburger Klubs Meiendorfer SV und HSV Barmbek-Uhlenhorst die Rettung bedeuten würde.

VERBANDSLIGA HAMBURG (Sollstärke: 18 Mannschaften):
+ 2 (der Absteiger aus der Oberliga Nord, zurzeit wäre es der SC Victoria)
+ 2 (die Meister der beiden Landesliga-Staffeln steigen in die Verbandsliga auf)
= 4 Absteiger (Platz 14 würde zum Klassenerhalt genügen)

LANDESLIGEN (Sollstärke: 2 x 18 Mannschaften = 36 Plätze):
- 2 (die beiden Landesliga-Meister steigen in die Verbandsliga auf)
+ 4 (die 4 Absteiger aus der Verbandsliga)
+ 4 (die 4 Bezirksliga-Meister steigen in die Landesligen auf)
= 6 Absteiger (Platz 15 würde jeweils zum Klassenerhalt genügen)

BEZIRKSLIGEN (Sollstärke: 4 x 16 Mannschaften = 64 Plätze):
- 4 (die 4 Bezirksliga-Meister steigen in die Landesligen auf)
+ 6 (die 6 Absteiger aus den Landesligen verteilen sich auf die vier Bezirksligen)
- 12 Absteiger (es steigen grundsätzlich drei Vereine ab)
= 10 freie Plätze (es steigen neben den 8 Kreisliga-Meistern zusätzlich 2 Vizemeister in die Bezirksliga auf)

KREISLIGEN (Sollstärke: 8 x 16 Mannschaften = 128 Plätze):
- 10 (die 8 Kreisliga-Meister steigen definitiv in die Bezirksligen auf)
Zusätzlich ermitteln die 8 Vizemeister in einer Relegationsrunde 2 weitere Aufsteiger.
+ 12 (die 12 Absteiger aus den Bezirksligen verteilen sich auf die acht Kreisligen)
- 24 Absteiger (es steigen grundsätzlich drei Vereine ab)
= 22 freie Plätze (es steigen die 8 Kreisklassen-Meister, 8 Vizemeister sowie 6 Drittplazierte in die Kreisligen auf)

KREISKLASSEN (zurzeit 8 Staffeln, keine Absteiger, undefinierte Sollstärke):
- 22 (neben den 8 Kreisklassen-Meistern und 8 Vizemeistern steigen auch 6 Drittplazierte in die Kreisliga auf; diese sechs Teams werden in einer Relegationsrunde aller acht Drittplazierten ermittelt)
+ 24 (Absteiger aus den Kreisligen)


Anmerkung: Der Hamburger Fußball-Verband hat übrigens auch für die beiden Landesliga-Vizemeister sowie die vier Bezirksliga-Zweiten Aufstiegsrelegations-Spiele angesetzt. Doch die Chance, tatsächlich aufzusteigen, besteht für den Sieger dieser Relegations-Runde nur dann, wenn sich ein Verbandsligist vom Spielbetrieb zurückzieht.


Kommentare zum Artikel:
- Oberliga (rubberduck 23.05.2005 12:49)




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