Aktuell: Kein Hamburger Klub will in die Oberliga
04.05.2005

Am Dienstagabend gab der Norddeutsche Fußball-Verband bekannt, dass kein Verein aus der Verbandsliga Hamburg Bewerbungsunterlagen für die Oberliga Nord einreichte. Somit wird im Sommer kein Klub aus der Hansestadt in die vierthöchste Spielklasse aufsteigen.
Aus der schleswig-holsteinischen Verbandsliga haben sich der TSV Kropp (derzeit Tabellenzweiter), der SV Eichede (Rang-Vierter), die Husumer SV (5.) und der SV Henstedt-Rhen (8.) beworben, wie der NordFV-Spielausschussvorsitzende Wolf-Günther Wiesel mitteilte. Sollte zumindest einem dieser Vereine die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit für die Oberliga attestiert werden (innerhalb der nächsten zehn Tage gibt der NordFV seine Entscheidung bekannt), würden aus den Verbandsligen Schleswig-Holstein, Bremen, Niedersachsen-West und -Ost jeweils ein Klub, also insgesamt vier, in die Oberliga Nord aufsteigen.
Was hat das für Folgen auf die Abstiegsregelung in der Oberliga Nord und den niedrigeren Spielklassen?


SportNord untersucht im Folgenden die drei möglichen Abstiegszenarien:

Fall I: Zusätzlich zu den vier Verbandsliga-Aufsteigern kommen nach derzeitigem Stand mit den Amateuren des VfL Wolfsburg und dem Bundesliganachwuchs des SV Werder Bremen zwei Absteiger aus der Regionalliga Nord in die Oberliga Nord.

OBERLIGA NORD (Sollstärke: 18 Mannschaften):
Wie vorgesehen würde es fünf Regelabsteiger geben. Derzeit würde es den SC Victoria Hamburg, VfB Lübeck II, FT Eider Büdelsdorf, SC Concordia Hamburg und den HSV Barmbek-Uhlenhorst erwischen. Platz 13 würde zum Klassenerhalt genügen, was für den derzeit gefährdeten Meiendorfer SV die Rettung bedeuten würde.

VERBANDSLIGA (Sollstärke: 18 Mannschaften):
+ 3 (die Absteiger aus der Oberliga Nord)
+ 2 (die Meister der beiden Landesliga-Staffeln steigen in die Verbandsliga auf)
= 5 Absteiger (Platz 13 würde zum Klassenerhalt genügen)

LANDESLIGEN (Sollstärke: 2 x 18 Mannschaften = 36 Plätze):
- 2 (die beiden Landesliga-Meister steigen in die Verbandsliga auf)
+ 5 (die 5 Absteiger aus der Verbandsliga)
+ 4 (die 4 Bezirksliga-Meister steigen in die Landesligen auf)
= 7 Absteiger (Platz 14 würde jeweils zum Klassenerhalt genügen)
Neben den 6 Regelabsteigern müssten die beiden Tabellen-15. in einer Relegation den 7. Absteiger ermitteln.

BEZIRKSLIGEN (Sollstärke: 4 x 16 Mannschaften = 64 Plätze):
- 4 (die 4 Bezirksliga-Meister steigen in die Landesligen auf)
+ 7 (die 7 Absteiger aus den Landesligen verteilen sich auf die vier Bezirksligen)
- 12 Absteiger (es steigen grundsätzlich drei Vereine ab)
= 9 freie Plätze (neben den 8 Kreisliga-Meistern steigt 1 Vizemeister in die Bezirksliga auf)

KREISLIGEN (Sollstärke: 8 x 16 Mannschaften = 128 Plätze):
- 9 (die 8 Kreisliga-Meister steigen definitiv in die Bezirksligen auf)
Zusätzlich ermitteln die 8 Vizemeister in einer Relegationsrunde einen weiteren Aufsteiger.
+ 12 (die 12 Absteiger aus den Bezirksligen verteilen sich auf die acht Kreisligen)
- 24 Absteiger (es steigen grundsätzlich drei Vereine ab)
= 21 freie Plätze (es steigen die 8 Kreisklassen-Meister, 8 Vizemeister sowie 5 Drittplazierte in die Kreisligen auf)

KREISKLASSEN (z. Zt. 8 Staffeln, keine Absteiger, undefinierte Sollstärke):
- 21 (neben den 8 Kreisklassen-Meistern und 8 Vizemeistern steigen auch fünf Drittplazierte in die Kreisliga auf; diese fünf Teams werden in einer Relegationsrunde aller acht Drittplazierten ermittelt)
+ 24 (Absteiger aus den Kreisligen)

Anmerkung zu Fall I: Der Tabellen-14. der Verbandsliga Hamburg müsste absteigen, weil kein Liga-Konkurrent in die Oberliga Nord aufsteigen will. Dasselbe Schicksal hätte im Vorjahr beinahe den SV Todesfelde in der schleswig-holsteinischen Bezirksoberliga Süd ereilt, weil der Meister FC Dornbreite Lübeck sein Aufstiegsrecht in die Verbandsliga nicht wahrnahm. Doch die Todesfelder protestierten beim Schleswig-Holsteinischen Fußballverband gegen ihren Abstieg, und die Bezirksoberliga Süd spielt in dieser Saison mit 17 anstatt 16 Vereinen, am Saisonende müssen daher vier statt drei Teams absteigen.
Derartiges ist für die Verbandsliga nicht geplant: "Wir können nicht mehr als 18 Mannschaften in die Spielklasse aufnehmen", weißt der HFV-Spielausschussvorsitzende Reinhard Kuhne auf die geltende Staffel-Sollstärke hin. Allerdings wisse er nicht, wie das Sportgericht bei einer eventuellen Klage eines abgestiegenen Vereines entscheiden würde.


Fall II: Zusätzlich zu den vier Verbandsliga-Aufsteigern kommt mit den Amateuren des VfL Wolfsburg nur ein Absteiger aus der Regionalliga Nord in die Oberliga Nord, weil der U23 des SV Werder Bremen noch die Rettung gelingt.

OBERLIGA NORD (Sollstärke: 18 Mannschaften):
Statt der vorgesehenen fünf Regelabsteiger müssten nur vier Vereine den Gang in die Verbandsligen antreten (derzeit die Hamburger Teams SC Victoria und SC Concordia sowie der VfB Lübeck II und FT Eider Büdelsdorf aus Schleswig-Holstein). Platz 14 würde zum Klassenerhalt genügen, was für die derzeit gefährdeten Hamburger Klubs Meiendorfer SV und HSV Barmbek-Uhlenhorst die Rettung bedeuten würde.

VERBANDSLIGA HAMBURG (Sollstärke: 18 Mannschaften):
+ 2 (der Absteiger aus der Oberliga Nord, zurzeit wäre es der SC Victoria)
+ 2 (die Meister der beiden Landesliga-Staffeln steigen in die Verbandsliga auf)
= 4 Absteiger (Platz 14 würde zum Klassenerhalt genügen)

LANDESLIGEN (Sollstärke: 2 x 18 Mannschaften = 36 Plätze):
- 2 (die beiden Landesliga-Meister steigen in die Verbandsliga auf)
+ 4 (die 4 Absteiger aus der Verbandsliga)
+ 4 (die 4 Bezirksliga-Meister steigen in die Landesligen auf)
= 6 Absteiger (Platz 15 würde jeweils zum Klassenerhalt genügen)

BEZIRKSLIGEN (Sollstärke: 4 x 16 Mannschaften = 64 Plätze):
- 4 (die 4 Bezirksliga-Meister steigen in die Landesligen auf)
+ 6 (die 6 Absteiger aus den Landesligen verteilen sich auf die vier Bezirksligen)
- 12 Absteiger (es steigen grundsätzlich drei Vereine ab)
= 10 freie Plätze (es steigen neben den 8 Kreisliga-Meistern zusätzlich 2 Vizemeister in die Bezirksliga auf)

KREISLIGEN (Sollstärke: 8 x 16 Mannschaften = 128 Plätze):
- 10 (die 8 Kreisliga-Meister steigen definitiv in die Bezirksligen auf)
Zusätzlich ermitteln die 8 Vizemeister in einer Relegationsrunde 2 weitere Aufsteiger.
+ 12 (die 12 Absteiger aus den Bezirksligen verteilen sich auf die acht Kreisligen)
- 24 Absteiger (es steigen grundsätzlich drei Vereine ab)
= 22 freie Plätze (es steigen die 8 Kreisklassen-Meister, 8 Vizemeister sowie 6 Drittplazierte in die Kreisligen auf)

KREISKLASSEN (zurzeit 8 Staffeln, keine Absteiger, undefinierte Sollstärke):
- 22 (neben den 8 Kreisklassen-Meistern und 8 Vizemeistern steigen auch 6 Drittplazierte in die Kreisliga auf; diese sechs Teams werden in einer Relegationsrunde aller acht Drittplazierten ermittelt)
+ 24 (Absteiger aus den Kreisligen)


Fall III: Zusätzlich zu den vier Verbandsliga-Aufsteigern kommt kein Absteiger aus der Regionalliga Nord in die Oberliga Nord, weil sowohl den Amateuren des SV Werder Bremen als auch der Reserve des VfL Wolfsburg noch der Klassenerhalt gelingt (was allerdings sehr unwahrscheinlich ist).

OBERLIGA NORD (Sollstärke: 18 Mannschaften):
Statt der vorgesehenen fünf Regelabsteiger müssten nur drei Vereine den Gang in die Verbandsligen antreten (derzeit aus Hamburg nur der SC Victoria sowie der VfB Lübeck II und FT Eider Büdelsdorf aus Schleswig-Holstein). Platz 15 würde zum Klassenerhalt genügen, was für die derzeit gefährdeten Hamburger Klubs Meiendorfer SV, HSV Barmbek-Uhlenhorst und sogar den Viertletzten SC Concordia die Rettung bedeuten würde.

VERBANDSLIGA HAMBURG (Sollstärke: 18 Mannschaften):
+ 1 (der Absteiger aus der Oberliga Nord, zurzeit wäre es der SC Victoria)
+ 2 (die Meister der beiden Landesliga-Staffeln steigen in die Verbandsliga auf)
= 3 Absteiger (Platz 15 würde zum Klassenerhalt genügen)

LANDESLIGEN (Sollstärke: 2 x 18 Mannschaften = 36 Plätze):
- 2 (die beiden Landesliga-Meister steigen in die Verbandsliga auf)
+ 3 (die 3 Absteiger aus der Verbandsliga)
- 6 Absteiger (es steigen grundsätzlich drei Vereine ab)
= 5 freie Plätze (es steigen die 4 Bezirksliga-Meister und 1 Vizemeister in die Landesligen auf)

BEZIRKSLIGEN (Sollstärke: 4 x 16 Mannschaften = 64 Plätze):
- 5 (die 4 Bezirksliga-Meister steigen definitiv in die Landesligen auf)
Zusätzlich ermitteln die vier Vizemeister in einer Relegationsrunde einen weiteren Aufsteiger
+ 6 (die 6 Absteiger aus den Landesligen verteilen sich auf die vier Bezirksligen)
- 12 Absteiger (es steigen grundsätzlich drei Vereine ab)
= 11 freie Plätze (es steigen neben den 8 Kreisliga-Meistern 3 Vizemeister in die Bezirksliga auf)

KREISLIGEN (Sollstärke: 8 x 16 Mannschaften = 128 Plätze):
- 11 (die 8 Kreisliga-Meister steigen definitiv in die Bezirksligen auf)
Zusätzlich ermitteln die 8 Vizemeister in einer Relegationsrunde 3 weitere Aufsteiger.
+ 12 (die 12 Absteiger aus den Bezirksligen verteilen sich auf die acht Kreisligen)
- 24 Absteiger (es steigen grundsätzlich drei Vereine ab)
= 23 freie Plätze (es steigen die 8 Kreisklassen-Meister, 8 Vizemeister sowie 7 Drittplazierte in die Kreisligen auf)

KREISKLASSEN (zurzeit 8 Staffeln, keine Absteiger, undefinierte Sollstärke):
- 23 (neben den 8 Meistern und 8 Vizemeistern steigen auch 7 Drittplazierte in die Kreisliga auf; diese sieben Teams werden in einer Relegationsrunde aller acht Drittplazierten ermittelt)
+ 24 (Absteiger aus den Kreisligen)


Fazit: So oder so sollten die Hamburger Amateurvereine sowohl dem Bremer als auch dem Wolfsburger Bundesliganachwuchs kollektiv die Daumen drücken! Beide Teams werden übrigens von ehemaligen Hamburgern trainiert: Bei Werder hat der gebürtige Hamburger Thomas Wolter (ehemals HEBC) das Sagen, in der Autostadt Uwe Erkenrecher (einst beim VfL 93).


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