Aktuell: War der bayrische Weg doch der bessere?
13.11.2020

Trainer Nils Hachmann und sein Kummerfelder SV
wurden durch die Wertung der Saison und die
Verfahrensweise der HFV-Verantwortlichen um
den Aufstieg in die Landesliga gebracht.
In den letzten Monaten wurde viel über den schwedischen Sonderweg in der Corona-Krise diskutiert. In Bezug auf den Amateur-Fußball muss nun die Frage aufgeworfen werden, ob der bayrische Weg doch der bessere war. Zur Erinnerung: Nachdem im März wegen der Corona-Beschränkungen in allen Regional- und Landesverbänden die Saison 2019/2020 unterbrochen worden war, war sie schließlich auch überall abgebrochen worden – außer in Bayern. Die Verantwortlichen des Bayrischen Fußball-Verbandes einigten sich mit denen ihrer Mitgliedsvereine darauf, die Serie im Erwachsenen-Bereich im Herbst regulär zu Ende zu spielen.

Damit die Regionalliga Bayern einen Aufsteiger in die Dritte Liga stellen konnte, wurde Türkgücü München, das mit 54 Punkten Spitzenreiter war, beim Deutschen Fußball-Bund als Aufsteiger gemeldet und offiziell aus der Regionalliga Bayern „zurückgezogen“. Der 23. Spieltag der Saison 2019/2020, der in der Regionalliga Bayern am Wochenende 7./8. März mit acht Partien begonnen hatte, wurde dann am 3. Oktober komplettiert, als der SV Schalding/Heining im Nachhol-Duell den TSV Rain/Lech mit 2:0 bezwang. Anschließend fanden am 10. Oktober (26. Spieltag), am 16./17. Oktober (25. Spieltag), am 24. Oktober (24. Spieltag) und am 30./31. Oktober (27. Spieltag) immerhin vier Spieltage statt, ehe auch im Freistaat Bayern wegen der bundesweiten, erneuten Corona-Beschränkungen der Ball ruhen musste. Sieben Spieltage sind noch offen, die die BFV-Offiziellen nun für das Frühjahr 2021 datieren könnten – um dann im Sommer 2021 mit der Saison 2021/2022 fortzufahren.

All dies natürlich immer unter der Voraussetzung, dass die Corona-Beschränkungen dann ein Sporttreiben auf Amateurebene zulassen. Kommt es so, hätte es für die bayrischen Kicker zwar die Saison 2020/2021 nicht gegeben. Jedoch gab es im Gegenzug in Bayern auch keine Benachteiligung von Mannschaften, die aufgrund der Wertung der Serie 2019/2020 anhand des Punkte-Quotienten zum Zeitpunkt des Saison-Abbruchs den Aufstieg knapp verpassten – der Kummerfelder SV und FC Viktoria Harburg waren im Bereich des Hamburger Fußball-Verbandes zwei der Hauptleidtragenden.

Und je nachdem, ab wann in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen der Wettkampfsport wieder erlaubt wird, droht den HFV-Teams das Szenario, dass auch die Spielzeit 2020/2021 nicht so, wie es von HFV-Seite im Sommer erdacht worden war, nämlich mit Austragung einer einfachen Hinserie sowie einer darauffolgenden Aufstiegs- und Abstiegsrunde, regulär beendet werden kann. In diesem Fall wären für die Hamburger Amateur-Kicker sogar zwei Spielzeiten von der Corona-Krise „zerschossen“ worden. Vorwürfe sollte dem HFV-Spielausschuss aber niemand machen: Im Frühjahr und Sommer war es schließlich nicht absehbar, dass von der Regierung im November ein erneutes Sport-Verbot ausgesprochen werden würde.

Link: SportNord-Bericht vom 22.06.2020 über den Verbandstag des Hamburger Fußball-Verbandes

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