Landesliga Hammonia: TuRa nach 3:0-Führung nur Remis
06.10.2020

Musste im Rosenstadion dreimal hinter sich greifen:
TuRa-Torwart Aboubakar Siriki Fofana.
Jörg Schwarzer gehört zu den Trainern, die selbst nach einem klaren Sieg noch Kritikpunkte finden und Verbesserungsmöglichkeiten sehen. Insofern dürfte es dem 54-Jährigen umso mehr missfallen haben, dass sich sein Team, nachdem es am Sonntag im zweiten Saisonspiel den zweiten Sieg und die mögliche Tabellenführung in der Landesliga Hammonia vor Augen hatte, nach einer 3:0-Führung im Gastspiel beim Neuling Rasensport Uetersen am Ende mit einem 3:3-Unentschieden begnügen musste. Dagegen freute sich Matthias Jobmann nach seinem ersten Heim-Pflichtspiel als Coach der Rasensportler, die erstmals in ihrer Vereinsgeschichte im heimischen Rosenstadion um Sechstliga-Punkte kämpften, über „einen gefühlten Sieg“.

Matthias Jobmanns taktische Marschroute, mit dem eigentlichen Außenverteidiger Kirill Shmakov als drittem defensiven Mittelfeldakteur „das Zentrum eng zu machen“, ging 13 Minuten lang auf. Dann unterlief Shamkovs Nebenmann Fynn Laut ein Fehler, den der Harksheider Yannick Fischer eiskalt ausnutzte – 0:1. Dass der TuRa-Stürmer anschließend innerhalb von nur acht Minuten zwei weitere Male traf (17./20.), ließ bei einigen Zuschauern Erinnerungen an das Uetersener Testspiel gegen den Oberliga-Neuling HEBC vor fünf Wochen (0:7) aufkommen. „Auch ich habe gedacht, dass wir abgeschossen werden“, gestand Matthias Jobmann, der jedoch eines Besseren belehrt wurde: „Auch, weil uns der Gegner in die Partie zurückgebracht hat“, wie der Übungseiter mit Verweis auf eine Szene nach einer knappen halben Stunde befand. In dieser lief Trainersohn Marcel Jobmann, der sich am Freitagabend noch das Duell der Staffel-Rivalen Harburger TB und SV Halstenbek-Rellingen (3:3) angeschaut hatte, nur einem langen, hohen Ball hinterher. Damit irritierte der Stürmer den Harksheider Leon Cammann allerdings so sehr, dass dieser den Ball über seinen eigenen Torwart Aboubakar Siriki Fofana, der schon auf dem Weg nach draußen war, hinweg in das eigene Netz köpfte.

Dies war für die Gäste ein Wirkungstreffer und für die Hausherren ein Mutmacher, denn in der Folge kippte die Partie zugunsten des Aufsteigers, dessen Spieler sich auch nicht davon beirren ließen, dass Marley Gothe, der eine Woche zuvor beim 1:1-Unentschieden beim SC Sternschanze noch als „Joker“ getroffen hatte (SportNord berichtete, siehe unten stehenden Link), mit einer Zerrung vom Feld humpelte. Im Gegenteil: Der für den Pechvogel eingewechselte Marvin Schramm flankte erst von rechts in die Mitte, wo Philipp Ehlers den Ball mit einer satten Direktabnahme versenkte (41.). „Das war ein sehr schönes Tor“, lobte Matthias Jobmann, für dessen Elf es nach der Pause noch besser kam: Ein Torpedo-Einwurf von Schramm, der „einer Flanke glich“, wie sein Coach es ausdrückte, fiel in der Mitte vor die Füße von Shmakov, der zum 3:3 einschoss (67.). „Das war verdient, weil wir im zweiten Durchgang ebenbürtig waren“, urteilte Matthias Jobmann, der „eine extrem spannende Schlussphase“ sah. In dieser vergaben die Harksheider einige Chancen, ehe kurz vor Ultimo Linus Schmitt beinahe die Hausherren noch zum Sieg geköpft hätte. „Ein 4:3-Erfolg wäre allerdings des Guten wohl auch etwas zu viel gewesen“, urteilte Matthias Jobmann, dass „das Unentschieden aufgrund der unterschiedlichen Halbzeiten in Ordnung ging“.

Link: SportNord-Bericht vom 29.09.2020 über das 1:1-Unentschieden von Rasensport Uetersen bei Sternschanze

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