Aktuell: Wie viele Aufsteiger gibt es am Ende wirklich?
20.05.2020

Schafft Torwart Yannik Neumann mit dem
Kummerfelder SV, der den besten Punkte-
Quotienten aller vier Bezirksliga-Zweiten
aufweist, den Sprung in die Landesliga?
Anders, als das vom Präsidium des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbandes am 9. Mai klar kommunizierte Modell, dass nach dem Abbruch der Saison 2019/2020 aus jeder Staffel die beiden Mannschaften mit dem besten Punkte-Quotienten aufsteigen (SportNord berichtete), drückten sich die Verantwortlichen des Hamburger Fußball-Verbandes am Dienstagmorgen in ihrer Formulierung anders – und unpräziser – aus. Im Schreiben des HFV dazu, was am Montag, 22. Juni auf dem Außerordentlichen Verbandstag neben dem Abbruch der Spielzeit den Vereinsvertretern noch vorgeschlagen werden solle, hieß es wörtlich im HFV-Schreiben:

„Außerdem wird das HFV-Präsidium vorschlagen, dass es eine Wertung nach Quotienten-Regelung zum jetzigen Stand mit Aufsteigern (laut Durchführungsbestimmungen), ohne Absteiger, allerdings mit Abstieg „nach Wunsch“ (Vereine/Mannschaften, die zum Stand des Saisonabbruchs auf einem Abstiegsplatz stehen, können sich auf eigenen Wunsch in die nächstniedrigere Spielklasse melden) geben soll.“


In den Durchführungsbestimmungen heißt es unter „Punkt 3.4 – Auf- und Abstiegsmodus Herren“:

Landesliga:
Die jeweiligen Meister der Landesliga-Staffeln steigen in die Oberliga Hamburg auf (zwei Regelaufsteiger). Anrecht auf weitere, in der Oberliga Hamburg freiwerdende Plätze haben die jeweiligen nächstplatzierten Mannschaften der Landesliga-Staffeln.

Bezirksliga, Kreisliga, Kreisklasse, B-Kreisklasse:
Die jeweiligen Meister der Staffeln steigen auf. Anrecht auf freiwerdende Plätze haben die Tabellenzweiten entsprechend der Quotienten-Regelung.
Gleiche Aufstiegsregelung gilt auch für den eventuellen Aufstieg der nächstplatzierten Mannschaften der Tabellen.“


Fakt ist also: Setzen die HFV-Verantwortlichen die Durchführungsbestimmungen strikt um, lassen sie aus jeder Staffel jeweils nur das Team, das den besten Punkte-Quotienten aufweist, aufsteigen. Dennoch wäre eine Aufstockung der Oberligen, der Landesligen und der Bezirksligen vonnöten. Einen vermehrten Aufstieg gäbe es derweil nur aus der A-Kreisklasse in die Kreisliga (die besten beiden A-Klassen-Zweiten könnten neben den Staffel-Ersten jubeln) sowie aus der B- in die A-Klasse (alle Zweit-, Dritt- und Viertplatzierten sowie die besten vier Fünftplatzierten), wie unsere Auflistung zeigt:


Oberliga:
+ Zwei Neulinge aus der Landesliga (die beiden Staffel-Ersten)
> Ergibt, wenn Altona 93 die Regionalliga hält und der FC Teutonia 05 in die Regionalliga aufsteigt, 19 Mannschaften
> Ergibt, wenn Altona 93 die Regionalliga hält oder bei einem Altonaer Abstieg der FC Teutonia 05 in die Regionalliga aufsteigt, 20 Mannschaften
> Ergibt, wenn Altona 93 aus der Regionalliga absteigt und der FC Teutonia 05 den Aufstieg verpasst, 21 Mannschaften

Landesliga:
- Zwei Aufsteiger in die Landesliga (die beiden Staffel-Ersten)
+ Vier Neulinge aus den Bezirksligen (die vier Staffel-Ersten)
30 Teams verbleiben in den beiden Landesligen (eventuell 29, falls Blau-Weiß 96 Schenefeld absteigen will)
> Ergibt 34 Mannschaften, sprich entweder zwei 17er-Staffeln oder eine 16er- und eine 18er-Liga; bei einem Schenefelder Abstieg wären es 33 Teams, sprich eine 17er- und eine 16er-Staffel

Bezirksliga:
- Vier Aufsteiger in die Landesliga (die vier Staffel-Ersten)
+ Acht Neulinge aus den Kreisligen (die acht Staffel-Ersten)
59 Teams verbleiben in den vier Bezirksligen, weil sich der FC Elazig Spor zog sich aus der Ost-Staffel zurück (eventuell 60, falls Blau-Weiß 96 Schenefeld aus der Landesliga absteigen will)
> Ergibt 67 Mannschaften, sprich drei 17er-Staffeln und eine 16er-Staffel oder eine 18er-Staffel, eine 17er-Staffel und zwei 16er-Staffeln; bei einem Schenefelder Abstieg wären es 68 Teams, sprich vier 17er-Staffeln oder zwei 18er- und zwei 16er-Staffeln

Kreisliga:
- Acht Aufsteiger in die Bezirksliga (die acht Staffel-Ersten)
+ Acht Neulinge aus den A-Kreisklassen (die acht Staffel-Ersten)
118 Teams verbleiben in den acht Kreisligen, weil sich der Farmsener TV II (Staffel 4) und SV Eidelstedt II (Staffel 7) zurückgezogen haben
> Ergibt 126 Mannschaften und somit noch zwei weitere freie Plätze, die die beiden A-Klassen-Zweitplatzierten mit dem besten Punkte-Quotienten einnehmen können, um in allen acht Kreisliga-Staffeln die Sollstärke von 16 Teams zu erreichen

A-Kreisklasse:
- Zehn Aufsteiger in die Kreisliga (die acht Staffel-Ersten und die beiden Staffel-Zweiten mit dem besten Punkte-Quotienten)
+ Fünf Neulinge aus den B-Kreisklassen (die fünf Staffel-Ersten)
104 Teams verbleiben in den acht A-Kreisklassen, weil sich acht Teams zurückzogen (Vereinigung Tunesien II, TuS Aumühle II, TuS Germania Schnelsen II, Groß Flottbeker SV II, TSV Uetersen, Gencler Birligi Elmshorn, SV West-Eimsbüttel II und SV Billstedt-Horn III) sowie sechs Plätze unbesetzt blieben: In den Staffeln 1, 3, 4 (zwei Plätze) und 6 (zwei Plätze)
> Ergibt 109 Mannschaften und somit noch 19 (!) weitere freie Plätze, die zusätzliche Neulinge aus den fünf B-Kreisklassen einnehmen können: Alle fünf Zweit-, Dritt und Viertplatzierten der B-Kreisklassen sowie die vier B-Kreisklassen-Fünftplatzierten mit dem besten Punkte-Quotienten können zusätzlich aufsteigen, um in allen acht Staffeln die Sollstärke von 16 Teams zu erreichen


Im Sinne der sportlichen Fairness und im Bemühen darum, dass möglichst wenige Aufstiegsanwärter durch den Saison-Abbruch benachteiligt werden, wäre es zu hoffen, dass die Vereinsvertreter sich am 22. Juni beim Außerordentlichen Verbandstag dafür stark machen, dass es auch in den anderen Spielklassen einen vermehrten Aufstieg gibt. Sprich dass das Schleswig-Holstein-Modell so, wie von SportNord am 18. Mai kommuniziert, auch im Hamburger Amateur-Bereich Anwendung findet und aus den Landes-, Bezirks- und Kreisligen sowie den A-Kreisklassen auch jeweils mindestens zwei Team aufsteigen, was bei einer Aufstockung der Oberliga auf 20 bis 22 Teams sowie einer Vergrößerung der Landes- und Bezirksligen auf 18 Mannschaften machbar wäre.

In 18er-Staffeln sind ebenso wie in 17er-Klassen 34 Spieltage vonnöten; allerdings haben 18er-Ligen den Vorteil, dass bei einer geraden Anzahl an Mannschaften nicht an jedem Spieltag ein Team spielfrei hat und aus dem Rhythmus kommt. Wie die daraus resultierende vergrößerte Anzahl von Spielen terminiert werden könnte, können Sie, liebe Leser, unserem unten verlinkten Vorschlag entnehmen.

Link: SportNord-Bericht vom 20.05.2020 mit Vorschlag für den Rahmenterminkalender der Saison 2020/2021

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