Hallenturnier: Henstedt-Ulzburg siegt beim Quali-Cup
06.01.2020

Torschützenkönig Luka Hartwig (Henstedt-Ulzburg, rechts) zieht
hier vor Abdul Kadir Güler von Rot-Weiss Wilhelmsburg ab.
Das richtige Näschen hatte Fikret Yilmaz am Sonnabend beim „11. Collatz+Schwartz-Quali-Cup“, den er als Sportlicher Leiter der Fußball-Abteilung des TuS Holstein Quickborn organisierte. Als er nach der Gruppenphase des Hallenturniers gefragt wurde, wer sein Titelfavorit sei, nannte er den SV Henstedt-Ulzburg und Rot Weiss Wilhelmsburg. Tatsächlich gewannen die Henstedt-Ulzburger, die in Schleswig-Holsteins Verbandsliga West als Spitzenreiter überwintern, gute zwei Stunden später mit einem 2:1-Finalsieg gegen die Rot-Weißen (Tabellen-Zweiter der Bezirksliga Süd) das Qualifikationsturnier und SVHU-Coach Dominik Fseisi freute sich: „Das ist mein erster Turniersieg im Herren-Bereich.“

Im Eröffnungsspiel demonstrierten die Henstedt-Ulzburger gleich, mit welchen Ambitionen sie in die Eulenstadt gekommen waren: Mit 5:1 gewannen sie gegen die A-Jugend des Kummerfelder SV (U18-Oberliga Hamburg), die sich anschließend aber fing und als Gruppen-Zweiter für das Viertelfinale qualifizierte. Eine Punkteteilung gegen den SV Rugenbergen II verhinderte die perfekte Bilanz für den Gruppen-Sieger aus dem Kreis Segeberg. Die SVR-Reserve landete derweil ungeschlagen auf dem dritten Platz vor dem FC Eintracht Norderstedt II (Kreisliga 6). Sportlich frustrierend verlief die Reise in den Norden für die SpVgg Dresden-Löbtau (Stadtliga Dresden): Hatten die Sachsen im Vorjahr noch das Endspiel erreicht (1:3 gegen den TuS Hemdingen-Bilsen; SportNord berichtete, siehe unten stehenden Link), so verpassten sie nun als Letzter ihrer Gruppe den Einzug in das Viertelfinale. „Ihre gute Laune ließen sich die Dresdener aber nicht verderben“, berichtete Fikret Yilmaz.

In der Gruppe B stand das B für die Kicker von Rot-Weiss Wilhelmsburg „vermutlich für Bock auf Tore“, wie Fikret Yilmaz vermutete. Verständlich, schließlich kam das Team von der Elbinsel fast auf einen Schnitt von fünf Toren pro Partie – als Belohnung wurde es ungeschlagen Erster. Der FC Union Tornesch II wurde, da er das Spitzenspiel gegen die Wilhelmsburger mit 3:5 verlor, Zweiter vor seinem Nachbarn Heidgrabener SV II. Die HSV-Reserve, die ohne Trainer antrat, erhielt für das letzte Vorrunden-Spiel noch Unterstützung von Yannik Ersahin, der zuvor das Tor der Heidgrabener Liga-Mannschaft beim „Bert-Meyer-Cup“ in Pinneberg gehütet hatte. Frisch in der Eulenstadt eingetroffen, traf Ersahin bei seinem ersten Einsatz gleich in der ersten Minute. Sieglos blieben derweil der SC Cosmos Wedel (Kreisliga 7) und die FTSV Komet Blankenese II (B-Kreisklasse 3) – die „Cosmonauten“ erreichten allerdings ein Remis mehr als die Komet-Reserve (ein Zähler) und kamen so als Vierter weiter.

In den Viertelfinal-Spielen setzten sich die aus der Gruppe B kommenden Mannschaften dann dreimal durch. Lediglich die Henstedt-Ulzburg brachen in diese Phalanx ein und feierten einen 6:0-Kantersieg gegen Cosmos Wedel, das allerdings auch „mit dem allerletzten Aufgebot antrat“, wie Andree Otto als Liga-Obmann betonte. Neben mehreren Spielern der Dritten Herren des SC Cosmos (B-Kreisklasse 3) half auch Andreas Sowade, 48-jähriger Betreuer der Liga-Mannschaft, auf dem Parkett aus. Die Heidgrabener bezwangen die Kummerfelder A-Jugend mit 1:0, wobei Ben Dieckmann 83 Sekunden vor Ultimo das goldene Tor gelang. Dagegen genügte der SVR-Reserve ein Doppelpack von Ricardo Barreto nicht, um den Staffel-Rivalen Tornesch II zu schlagen: Maximilian Willmer, der einen Fehlpass von SVR-Keeper Daniel Lagga nutzte, sowie Lasse Hatje und Philipp Junker jeweils nach einem Freistoß ließen die Union-Reserve jubeln. Das deutlichste Ergebnis des Tages gab es im letzten Viertelfinale, in dem Eintracht Norderstedt II gegen die Rot-Weißen aus Wilhelmsburg mit 2:8 unterging.

„Die Halbfinal-Spiele waren dann so, wie ich es mir gewünscht habe, nämlich eng, umkämpft und spannend bis zum Ende“, berichtete Fikret Yilmaz. Die Protagonisten waren Justin Nagel, der seine Henstedt-Ulzburger zum 1:0-Sieg gegen die Tornescher (ohne Torjäger Jon Schwertfeger, der über eine Verletzung im linken Fuß klagte) schoss, und Veli Görgüc, der für die Wilhelmsburger mit einem herrlichen 15-Meter-Schuss in den Winkel den 3:2-Erfolg gegen Heidgraben II sicherstellte. Zuvor hatten Abdul Kadir Güler sowie Veli Görgüc die Rot-Weißen zweimal in Front gebracht, aber Dieckmann jeweils für die HSV-Reserve ausgeglichen. Anschließend einigten sich die Verantwortlichen der Staffel-Rivalen Tornesch II und Heidgraben II darauf, ihr Duell um den Bronze-Rang von der Neunmeterlinie auszuschießen. Philipp Junker brachte die Union-Zweite in Führung, ehe Yannik Ersahin rechts vorbei zielte und der zweite Tornescher Schütze Marcel Lambert an HSV-Keeper Lasse Leowald scheiterte. Dann traf Leowald selbst, ehe Christian Ahrens nur die Latte anvisierte und Dieckmann seinen Heidgrabenern einen 2:1-Erfolg bescherte.w

„Das Finale schloss nahtlos an die vorigen Partien an“, befand Fikret Yilmaz angesichts der Tatsache, dass es wieder eng und packend zuging. Die Wilhelmsburger, die bereits 2018 das Endspiel erreicht und verloren hatten, legten das 1:0 vor, womit Schütze Veli Görgüc auch in der Torjägerliste gleichzog mit Luka Hartwig. Der SVHU-Stürmer, der zuvor mehrmals an RWW-Keeper Mehmet Ali Acar gescheitert war, egalisierte aber zügig zum 1:1 und lag damit im Kampf um die Torjägerkrone mit elf Treffern wieder knapp vor Veli Görgüc (zehn). Nur eine Minute später gelang Samuel Appiah, einem von mehreren A-Jugendlichen im Kader der Segeberger, mit einem Schuss von halbrechts in das lange Eck der 2:1-Siegtreffer. Nach ihrem bitteren Viertelfinal-Aus im Vorjahr gewannen die Henstedt-Ulzburger damit im zweiten Anlauf den Quali-Cup und lösten das Ticket für das Hauptturnier im Januar 2021. „Das ist eine schöne Sache“, freute sich Fseisi. Neben Hartwig gingen auch Einzel-Auszeichnungen an den Wilhelmsburger Muhammed Kiremitci (bester Spieler) und an Nico Jeschke (bester Torwart), der als Keeper der Komet-Reserve nach dem Vorrunden-Aus zwischenzeitlich in einem Supermarkt einkaufte, aber rechtzeitig zur Siegerehrung gegen 22.30 Uhr wieder in der Lilli-Henoch-Halle war.


Gruppe A

Ergebnisse:
SV Henstedt-Ulzburg – Kummerfelder SV A-Jugend ... 5:1
FC Eintracht Norderstedt II – SpVgg Dresden-Löbtau ... 2:0
SV Rugenbergen II – SV Henstedt-Ulzburg ... 1:1
SpVgg Dresden-Löbtau – Kummerfelder SV ... 1:5
SV Rugenbergen II – FC Eintracht Norderstedt II ... 1:1
SpVgg Dresden-Löbtau – SV Henstedt-Ulzburg ... 0:7
Kummerfelder SV – SV Rugenbergen II ... 1:1
SV Henstedt-Ulzburg – FC Eintracht Norderstedt II ... 5:2
SV Rugenbergen II – SpVgg Dresden-Löbtau ... 2:1
FC Eintracht Norderstedt II – Kummerfelder SV ... 0:2

Tabelle:
1. SV Henstedt-Ulzburg ... 4 Spiele, 18:4 (+ 14) Tore, 10 Punkte
2. Kummerfelder SV A-Jugend ... 4 Spiele, 9:7 (+ 2) Tore, 7 Punkte
3. SV Rugenbergen II ... 4 Spiele, 5:4 (+ 1) Tore, 6 Punkte
4. FC Eintracht Norderstedt II ... 4 Spiele, 5:8 (- 3) Tore, 4 Punkte
5. SpVgg Dresden-Löbtau ... 4 Spiele, 2:16 (- 14) Tore, 0 Punkte


Gruppe B

Ergebnisse:
Rot-Weiss Wilhelmsburg – FTSV Komet Blankenese II ... 5:2
FC Union Tornesch II – Heidgrabener SV II ... 2:1
SC Cosmos Wedel – Rot-Weiss Wilhelmsburg ... 2:5
Heidgrabener SV II – FTSV Komet Blankenese II 3:0
SC Cosmos Wedel – FC Union Tornesch II 0:2
Heidgrabener SV II – Rot-Weiss Wilhelmsburg ... 0:4
FTSV Komet Blankenese II – SC Cosmos Wedel II ... 4:4
Rot-Weiss Wilhelmsburg II – FC Union Tornesch II ... 5:3
SC Cosmos Wedel – Heidgrabener SV II ... 3:3
FC Union Tornesch II – FTSV Komet Blankenese II ... 2:0

Tabelle:
1. Rot-Weiss Wilhelmsburg ... 4 Spiele, 19:7 (+ 12) Tore, 12 Punkte
2. FC Un. Tornesch II ... 4 Spiele, 9:6 (+ 3) Tore, 9 Punkte
3. Heidgrabener SV II ... 4 Spiele, 7:9 (- 2) Tore, 4 Punkte
4. SC Cosmos Wedel ... 4 Spiele, 9:14 (- 5) Tore, 2 Punkte
5. FTSV Komet Blankenese II ... 4 Spiele, 6:14 (- 8) Tore, 1 Punkt


Viertelfinale

SV Henstedt-Ulzburg – SC Cosmos Wedel ... 6:0
Kummerfelder SV A-Jugend – FC Union Tornesch II ... 0:1
SV Rugenbergen II – FC Union Tornesch II ... 2:3
FC Eintracht Norderstedt II – Rot-Weiss Wilhelmsburg ... 2:8


Halbfinale

SV Henstedt-Ulzburg – FC Union Tornesch II ... 1:0
Heidgrabener SV II – Rot-Weiss Wilhelmsburg ... 2:3


Platzierungsspiele

Neunmeterschießen um den dritten Platz:
FC Union Tornesch II – Heidgrabener SV II ... 1:2

Finale:
SV Henstedt-Ulzburg – Rot-Weiss Wilhelmsburg ... 2:1


Abschluss-Platzierungen

1. SV Henstedt-Ulzburg (Schleswig-Holstein, Verbandsliga West)
2. Rot-Weiss Wilhelmsburg (Bezirksliga Süd)
3. Heidgrabener SV II (Kreisliga 8)
4. FC Union Tornesch II (Kreisliga 8)

Link: SportNord-Bericht vom 09.01.2019 über den Triumph des TuS Hemdingen-Bilsen beim Quali-Cup 2019

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