Regionalliga: Spannung an der Spitze
04.10.2019

Trainer Berkan Algan und Altona 93 empfangen
den Tabellen-Dritten Weiche Flensburg.
Ein paar sehr interessante Duelle stehen auf dem Programm des 13. Spieltags der Regionalliga Nord. In den Fokus dürfte aber einmal mehr der Spitzenkampf rücken: Der Tabellenführer VfB Lübeck (27 Punkte) steht dabei vor einem Heimspiel gegen den Fünften SV Werder II, während sein Verfolger VfL Wolfsburg II (26) beim Schlusslicht in Heide antritt. Mittendrin im Geschehen ist auch wieder der Tabellendritte SC Weiche Flensburg (25), der am Wochenende zum Neuling nach Altona (14.) reist.

Hannover 96 II – Hamburger SV II (Fr., 16.30 Uhr) Das war natürlich bitter: In der Schlussminute, zudem durch einen Elfmeter, kassierte der HSV zuletzt den Treffer zur 2:3-Niederlage gegen den VfB Lübeck. Kein Wunder, dass Trainer Hannes Drews danach meinte: „Mir tut es für meine Mannschaft unheimlich leid, dass sie sich heute nicht mit Punkten belohnen konnte.“ Andererseits gab es nach dieser engen Niederlage natürlich eine Menge positiver Aspekte. „Die Jungs haben gegen den Tabellenführer wirklich gut gekämpft und eine klasse Leistung gezeigt. Wenn ich einen Hut hätte, würde ich ihn jetzt vor meiner Mannschaft ziehen", so Drews. Keine Frage: Der HSV (15.) ist nach schwierigen Wochen auf einem guten Weg, benötigt aber nach wie vor dringend Punkte. Sein Gegner allerdings auch: Beim 1:1 in Oldenburg sicherte sich 96 zwar einen nicht unbedingt erwarteten Punkt. Der Gastgeber (12.) ist nun allerdings bereits seit vier Partien sieglos.

Heider SV – VfL Wolfsburg II (Sa., 14 Uhr) Auf das 2:0 über St. Pauli II, dem zweiten Saisonsieg des Heider SV, folgte zuletzt ein 0:5 in Kiel. Der Aufsteiger fiel danach auf den 18. Rang zurück und arbeitet weiterhin an einem konstanten Auftreten in der neuen Liga. Immerhin: Dass sie es können, haben die Heider ja längst unter Beweis gestellt. Der Gast allerdings auch. Dem einen Punkt aus zwei Spielen ließ der VfL Wolfsburg zuletzt einen souveränen 3:0-Erfolg über den Lüneburger SK Hansa folgen. Der Tabellenzweite hat also zurück in die Spur gefunden und dürfte den Gastgeber erneut vor eine schwere Aufgabe stellen.

SSV Jeddeloh – BSV Rehden (Sa., 16 Uhr) Sechs Spiele war der SSV ohne Niederlage geblieben, ehe das Auswärtsspiel im Flensburg mit 1:2 verloren ging. Weil man bei Weiche aber schon mal sieglos bleiben kann, dürften sie in Jeddeloh leben können mit dem Ende der Serie. Unter einem gewissen Druck steht der 13. allerdings schon: Der Tabellenkeller ist ja nach wie vor nicht sehr weit entfernt, gerade zwei Punkte trennen den Gastgeber vom Relegationsplatz. Seit drei Partien ungeschlagen ist dagegen der BSV Rehden (2-1-0). „Wir sind auf einem guten Weg“ sagt Trainer Heiner Backhaus über sein junges Team. Insofern wäre dem Tabellenneunten eine weitere Partie ohne Niederlage wohl sehr recht – chancenlos ist der Gast in diesem Duell auch sicher nicht.

TSV Havelse – Eintracht Norderstedt (So., 14 Uhr) Angesichts seines siebten Tabellenplatzes befindet sich der TSV Havelse zweifellos im Soll. Zuletzt lief es allerdings nicht besonders gut: Die 2:3-Niederlage gegen den SV Werder II vermochte man noch als einigermaßen erwartbar verbuchen. Dass der Gastgeber dann aber mit 0:1 bei St. Pauli II verlor, kam dagegen recht überraschend. Schließlich war der Gegner zuvor sieben Partien ohne Sieg geblieben und ans Tabellenende gerutscht. Man kann sich also vorstellen, dass der TSV sich etwas vorgenommen hat für dieses Heimspiel. Der Tabellennachbar aus Norderstedt (8.) wusste am vergangenen Spieltag allerdings mit einem 3:1 beim SV Werder II zu überraschen und dürfte zumindest in besserer Stimmung antreten.

VfB Lübeck – SV Werder Bremen II (So., 14 Uhr) Das war knapp: Erst ein Tor in der Schlussminute sicherte dem VfB einen 3:2-Sieg über den Hamburger SV II. Die Tabellenführung des Gastgebers, sie hing also an einem seidenen Faden. Da aber nochmal alles gut ging, liegen die Lübecker nach wie vor einen Punkt vorm VfL Wolfsburg II und sind dabei noch mit einem Spiel in Rückstand. Man kann sich gut vorstellen, dass der VfB seine komfortable Situation nun auch gegen die Bremer behaupten möchte. Der Fünfte war sechs Spiele ohne Niederlage geblieben, ehe er zuletzt mit 1:3 gegen Eintracht Norderstedt verlor. „Die Niederlage wird uns nicht umwerfen. Das kann bei einer jungen Mannschaft mal vorkommen und ist ein Lernprozess“, nahm es Trainer Konrad Fünfstück gelassen.

FC St. Pauli II – Holstein Kiel II (So., 14 Uhr) Was pusht eine Mannschaft wohl mehr: Ein Sieg nach langer Durststrecke oder stetiger Erfolg? Das Duell der beiden Nachwuchsmannschaften wird vielleicht eine Antwort auf diese Frage liefern. Der Gastgeber hatte vor dem 1:0 gegen Havelse sieben lange Partien auf einen dreifachen Punktgewinn warten müssen und war sogar ans Tabellenende gerutscht. Die Kieler reisen dagegen als Vierter zum Duell mit dem 16. in Hamburg. Sie sammelten 22 Punkte in elf Spielen und wussten auch beim 5:0 über den Heider SV zu überzeugen.

Altona 93 – SC Weiche Flensburg (So., 14 Uhr) Auf das sensationelle 4:1 gegen den VfL Wolfsburg folgte beim 2:2 gegen den HSC Hannover zwar ein vergleichsweise ernüchterndes Ergebnis. Allerdings ist Altona 93 so oder so seit zwei Spielen ohne Niederlage – und die insgesamt vier Punkte aus diesen Partien können sich auch sehen lassen. Der zuletzt dreimal siegreiche Tabellendritte dürfte dem Gastgeber (14.) aber auch eine ganze Menge abverlangen. Die Flensburger sind nun ja auf einmal wieder dran am Spitzenduo aus Lübeck und Wolfsburg.

Lüneburger SK Hansa – HSC Hannover (So., 15 Uhr) Klar, diese 0:3-Niederlage beim VfL Wolfsburg entsprach nicht unbedingt den Vorstellungen des LSK. An der Gesamtsituation vermochte sie allerdings nichts zu ändern: Der Gastgeber belegt Platz sieben und zählt zu den positiven Überraschungen der Spielzeit. Er war vor dem Duell mit dem amtierenden Meister ja auch sechs Spiele lang (5-1-0) ungeschlagen geblieben. Vermutlich wird der LSK gegen den Aufsteiger alles daransetzen, an diese Serie anzuknüpfen – die Mittel dazu hat er zweifellos. Der HSC trennte sich zuletzt zweimal mit einem Unentschieden. Das war soweit okay, half dem 17. in der Tabelle aber nicht wesentlich weiter.

SpVgg Drochtersen/Assel – VfB Oldenburg (So., 15 Uhr) Ein 1:1 in Rehden ist für eine Mannschaft wie die Spielvereinigung eigentlich kein außergewöhnliches Ergebnis. Dem nach wie vor von Verletzungssorgen geplagten Gastgeber half es aber weiter – schließlich beendete das Remis eine vier Spiele währende Niederlagenserie. Nun will der Tabellenelfte gegen den VfB zu alter Heimstärke finden. Mit fünf Zählern in sechs Spielen (1-2-3) vermochten die Oldenburger (10.) bislang auch noch nicht den Ruf einer richtig starken Auswärtsmannschaft zu erlangen.



(Text: Stefan Freye)


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