Regionalliga Nord: Erste Bilanz zur Saison 2019/20
06.09.2019

Hamburgs Trainer des Jahres: Berkan Algan.
Nach dem 8. Spieltag in der Regionalliga Nord ist es erlaubt, ein erstes Saisonfazit zu ziehen. Welche Teams haben überrascht? Sind die Favoriten ihrer Rolle gerecht geworden? Welche Vereine müssen sich etwas einfallen lassen, um nicht gleich zu Saisonbeginn gegen den Abstieg zu spielen?

Um die Saison noch spannender zu machen, lohnt es sich mal den einen oder anderen Einsatz zu wagen. Wetten auf Ergebnisse in der Regionalliga ist besonders spannend, denn auch hier sind wie in den höheren Spielklassen Profis am Start. Man benötigt für den richtigen Tipp also Fachwissen und natürlich das berühmte Bauchgefühl.

Favoriten setzen sich bisher durch
Ganz vorne mit dabei sind die Spitzenreiter der vergangenen Saison: VfL Wolfsburg II und der VfB Lübeck. Am Sonntag gab es beim HSC Hannover für das Team aus der Hansestadt endlich wieder drei Punkte. Ahmet Arslan hatte die Lübecker kurz vor der Halbzeit in Führung gebracht. Die Hannoveraner konnten ganz gut mithalten und erzielten in der 57. Minute durch Mansur den Ausgleich. Der Kopfball von Hebisch in der 76. Minute sorgte dann für den 1:2 Endstand.

Die Partie zum 100. Geburtstag des VfB Lübeck letzte Woche Mittwoch hatten die Hanseaten auf der heimischen Lohmühle gegen den Spitzenreiter aus Wolfsburg mit 1:2 abgeschenkt. Ärgerlich vor heimischer Kulisse ausgerechnet im Jubiläumsspiel die erste Heimpleite seit März 2018 zu kassieren. VfB-Trainer Rolf Landerl prangerte nach dem Spiel die Passivität seines Teams an. Die Mannschaft hat am Wochenende auf jeden Fall eine Reaktion gezeigt. In der Hansestadt können sie also weiter auf einen Aufstieg in die dritte Liga hoffen. Es wäre natürlich schön gewesen, wenn der VfB im Spitzenspiel die Liga hätte spannender gestalten können. In der vergangenen Saison hat Wolfsburg ab dem 8. Spieltag ununterbrochen an der Spitze gestanden.

Aufsteiger tun sich schwer
Altona 93 und der Heider SV sind in der Realität der Regionalliga Nord angekommen. Dabei kann man gerade dem Heider SV nicht vorwerfen, dass es an Kampfgeist mangelt. Beim Auswärtsspiel in Jeddeloh wurde trotz mehrmaligen Rückstands noch 4:4 gespielt. Am Samstag gab es beim direkten Duell der Aufsteiger in Heide ein 2:2. Leider für beide zu wenig, Altona und Heide bleiben im Tabellenkeller stecken.
Dabei sind die Hamburger mit großem Optimismus in die Saison gestartet. Für die hervorragenden Leistungen im vergangenen Jahr – erster Meistertitel seit 69 Jahren und Wiederaufstieg in die Regionalliga – wurde AFC-Trainer Berkan Algan Ende August beim 12. Jahresempfang des Hamburger Fußball-Verbandes zum „Coach des Jahres“ gekürt.

Aber bisher läuft es leider nicht so richtig. Ausfälle von wichtigen Spielern wie Keeper Tobias Grubba, der beim Jahresempfang des Hamburger Fußball-Verbands als „Spieler des Jahres“ ausgezeichnet wurde, schmerzen. Letzte Woche eine Niederlage zu Hause - 1:2 gegen LSK Hansa. Dabei wäre ein Punkt durchaus drin gewesen. Berkan Algan hatte sich nach dem Spiel betont kämpferisch gegeben und sich festgelegt, dass das Saisonziel Klassenerhalt auf jeden Fall erreicht wird.

Auch der dritte Aufsteiger, der Hannoversche SC, steht nach dem 8. Spieltag auf einem Abstiegsplatz. Dann hat man schon kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu: Die Auswärtspartie in Norderstedt war in der 50. Minute wegen Gewitter erst unterbrochen und später ganz abgesagt worden. Und dann auch noch das Spiel gegen den starken VfB Lübeck, der wie bereits erwähnt drei Punkte aus Hannover mitgenommen hat.

Auch ein Trainer sieht mal rot
Ein Novum in dieser Saison ist, dass auch Trainer mit Karten verwarnt werden können. Das bekam das Team von Werder Bremen II letzte Woche zu spüren. Im Heimspiel am vergangenen Mittwoch gegen Weiche Flensburg sah Trainer Konrad Fünfstück bereits in der 13. Minute kurioserweise die rote Karte! Dabei hatte er nur Sorge um die Sicherheit der Spieler, denn ein aufziehendes Gewitter war dem Schiedsrichter-Gespann wohl entgangen. Fünfstück machte das Schiri-Team etwas sehr deutlich auf das anrauschende Unwetter aufmerksam. Die zeigten sich davon wenig beeindruckt und ließen nach dem Platzverweis für den Trainer weiterspielen.
Werder Bremen hat inzwischen Einspruch gegen die rote Karte eingelegt. Fünfstück durfte am Samstag beim Auswärtssieg gegen den BSV Rehden dann doch von der Trainerbank aus coachen. Das lag allerdings nicht an einem erfolgreichen Einspruch, denn in der Regionalliga folgt nach einer roten Karte nicht automatisch eine Sperre wie in den oberen drei Ligen.

Welche Konsequenzen auf Fünfstück zu kommen, muss der Norddeutsche Fußballverband erst noch entscheiden. Die Aufregung um ihren Coach scheint nicht auf die Spieler abgefärbt zu haben, denn die Bremer gewannen in einem überzeugenden Spiel 3:1 und konnten zum ersten Mal seit fünf Partien wieder drei Punkte einfahren.



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