Alte Herren: Victoria ringt Condor nieder und wird Ü32-Meister
03.06.2019

Sein finaler Schuss brachte die Entscheidung: Dennis Theißen
Im Rahmen des 9. Holsten Tags des Fußballs standen sich am Sonntagvormittag auf dem Rasenplatz des Hamburger Fußball Verbands an der Jenfelder Allee im Endspiel um die Meisterschaft der Ü32-Alten Herren der SC Victoria und der SC Condor gegenüber.
Dem SC Victoria war erst durch den Sprung am letzten Spieltag auf Rang eins der Verbandliga 01 die Teilnahme am Finale gelungen. Der SC Condor hatte sich am Ende überzeugend in der Parallel-Verbandsliga 02 als Tabellenprimus durchgesetzt.

So trafen zwei Teams aufeinander, deren unbestritten spielerisch gutes Niveau auf dem für sie angesetzten Rasenplatz weitestgehend auf der Strecke blieb. Zu erwarten war ein Finale auf Augenhöhe, zu dem es dann auch kommen sollte.
Nach nur vier Spielminuten wäre der SC Victoria um ein Haar in Führung gegangen. Ein eher lascher Abschluss von Michal Czebiolko aus ca. 12 Metern hoppelte letztlich an den rechten Pfosten des von Condors Keeper René Peim gehüteten Tores. Weiter ging es mit ausgeglichenen Spielanteilen bis Peim dem auf ihn zulaufenden Jan Lauer 16 Meter vor dem Tor die Tour vermasselte, als er Lauer den Ball im letzten Moment vom Fuß nehmen konnte (16.). Kurz zuvor hatte auf der anderen Seite Ricardo Nunes Victorias Torwart Jens Patzner mit einem beherzten Schuss aus 20 Metern auf die Probe gestellt, die dieser aber meisterte. Nunes war es auch, der nach 33 Minuten einen Freistoß aus 22 Metern auf die Latte setzte. An diesen Ball wäre der Fänger im Tor kaum herangekommen. Dann war auch schon Halbzeit nach wenig aufregenden 35 Minuten. Ein spannungsgeladener Augenöffner- immerhin dies hatte das Ü32-Finale mit dem Champions League Finale gemeinsam – war es bis dahin wirklich nicht und sollte es auch im zweiten Spielabschnitt nicht mehr werden.

Ganz im Gegenteil. Beide Mannschaften neutralisierten sich mit Spiel, besser gesagt mit etlichen intensiv geführten Zweikämpfen im Mittelfeld, die häufig das erlaubte Maß übertrafen, wobei Schiedsrichter Thomas Kuschnereit in seiner Bewertung einfach zu viel Nachsicht walten ließ. Dass der auf der Seite der Spielerbänke agierende Assistent ihn mit kompletter „Augen zu- Mentalität“ im Stich ließ, veranlasste die Spieler beider Mannschaften unweigerlich zu häufigen Diskussionen. Das Spiel an sich blieb so leider weitestgehend auf der Strecke.
Lediglich eine glasklare Torgelegenheit nach nur zwei Minuten im zweiten Abschnitt gab es zu verzeichnen. Ausgangspunkt war eine Linksflanke von Condors linkem Mittelfeldmann Söhren Grudzinski. Der Ball landete punktgenau auf dem Schädel von Nils Roschlaub, der dann das Kunststück fertigbrachte, seinen Kopfball unbedrängt aus drei Metern links neben das Tor zu platzieren. Danach hatten die Mannen von der Hohenluft gegen offensiv kaum noch stattfindende „Raubvögel“ wesentlich mehr Spielanteile, ohne dabei aber das Tor von René Peim ernsthaft zu gefährden.
Bei drückender Hitze, die den Akteuren das Leben zusätzlich erschwerten, folgten zweimal 10 Minuten Verlängerung, in denen lediglich der sehr einsatzfreudige Jan Lauerin der 73. Minute noch einmal mit einem Abschluss ein Zeichen setzte, den Ball aber deutlich verzog. Dennis Theißen auf Seiten des SC Victoria hatte Glück, dass er nach einem Foulspiel, dass mit Gelb geahndet wurde (75.) nicht zwei Minuten später nach hartem Einsteigen die eigentlich fällige Gelb-Rote Karte nicht erhielt.

Das Elfmeterschießen musste dann zur Ermittlung des Meisters 2019 herhalten. In dieser Lotterie setzte sich dann das glücklichere Team durch. Und das stellte der SC Victoria. Der neunte Elfmeter, den dann Dennis Theißen souverän zum 4:2 in die Maschen setzte, brachte die Entscheidung. Zuvor hatten beim SC Condor Max Anders (rechts daneben) und Thorben Kröger (gehalten) und eben nur einmal bei Victoria Nikolas Kaiser (übers Tor) das Ziel verfehlt.

„Einfach unglaublich. Erst springen wir in allerletzter Sekunde überhaupt ins Endspiel. Und dann werden wir hier auch noch Meister“, schwärmte dann auch Dennis Theißen, dessen vorherigem Engagement es überhaupt zu verdanken war, ein derart gutes Team zusammengestellt zu haben.
Glückwunsch seitens SportNord an den SC Victoria an dieser Stelle!

Der zweite Sieger, wenn es so etwas überhaupt gibt, der SC Condor, der seinen im Vorjahr erzielten Titel also nicht wiederholen konnte, blieb im Finale weit unter seinen Möglichkeiten. Trainer Florian Schaar sah es genauso: „Das war heute einfach zu wenig. Irgendwie sind wir überhaupt nicht ins Spiel gekommen und haben nicht das abgerufen, was ich mir vorgestellt hatte“, meinte er nach der Niederlage.




hvp



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