Bezirksliga Süd: Türksport-Trainer wehrt sich
10.11.2006

Am gestrigen Donnerstag hatte der Coach des SV Sarajevo, Refik Gudzjevic, bei SportNord erklärt, dass sich sein Verein wegen permanenter Benachteiligung durch Schiedsrichter in der Winterpause eventuell vom Spielbetrieb zurückziehen werden (siehe unten stehenden Link).

Im Verlaufe des Gespräches erklärte Gudzjevic zudem, Bezug nehmend auf die jüngste 1:2-Pleite am vergangenen Sonntag beim Harburger Türksport: "..., der Türksport-Trainer in der Halbzeitpause mit dem Schiedsrichter Bier trinkt und Pizza isst, und beide nach dem Abpfiff gemeinsam über die Platzverweise lachen, ..." Mit diesem Satz konfrontierte SportNord nun den besagten Türksport-Coach Peter Caspar - und dieser reagierte empört auf die Anschuldigung seines Trainer-Kollegen:

"Ich weiß nicht, unter was für Wahnvorstellungen der Coach des SV Sarajevo leidet. Ich war jedenfalls in der Halbzeitpause in unserer Kabine bei meiner Mannschaft, und ich habe ihr den Kopf gewaschen und die Spieler gefragt, wieso sie gegen einen destruktiv agierenden Kontrahenten noch keine Tore geschossen haben! Und ich gehe davon aus, dass der Schiedsrichter die Pause in seiner Kabine verbracht hat ... Bei uns war er jedenfalls nicht, und von Pizza oder Bier in der Pause kann auch keine Rede sein - ich bin schließlich Trainer!"

Caspar kam bereits unmittelbar nach dem Abpfiff ins Gespräch mit Gudzjevic: "Er sprach auch mir gegenüber davon, dass sein Team benachteiligt worden sei. Das sah ich anders, denn zum einen sind die Platzverweise, anders als es in einigen Medien verbreitet wurde, erst in der 84., 87. und 89. Minute ausgesprochen worden - und zweitens hätte auch noch der Gäste-Torwart vom Platz fliegen müssen: Nach einer Freistoß-Entscheidung stürmte er wie ein Irrer auf den Schiedsrichter zu - der hatte den Ball bereits freigegeben, wir schossen ihn zum 3:1 ins leere Tor ... Diesen Treffer gab der Unparteiische dann aber nicht und er gab dem Keeper auch keine Karte, um die Situation nicht vollkommen eskalieren zu lassen!"

Caspar fährt fort: "Als Gudzjevic mich plötzlich beleidigte, kam mein Präsident Nazim Capa dazu, zog mich weg und sagte zu mir: ?Komm Peter, lass uns ein Bier trinken!' Dann haben wir tatsächlich nach dem Spiel ein Bier getrunken, und der Schiedsrichter hielt sich im selben Raum auf - aber nur, weil er aus Angst vor den Sarajevo-Spielern nicht duschen gehen wollte!" Kurios: Vor dem Anpfiff musste sich der Referee in der Gäste-Kabine umziehen. Caspar: "Das ergab sich wohl so, aber weder ich noch der Schiedsrichter selbst hatten damit vor dem Spiel ein Problem!"

Nach der Partie verschlechterte sich die Stimmung dann aber offensichtlich: Wie SportNord aus sicherer Quelle erfuhr, hat der Unparteiische dem Hamburger Fußball-Verband einen Sonderbericht zukommen lassen, da ihm einige SVS-Akteure nach dem Abpfiff den Sportgruß verweigerten und ihn bedrohten. Caspar dazu: "Obwohl der Schiedsrichter bereits 62 oder 63 Jahre alt war, wurde er permanent attackiert - unglaublich!" Gut möglich, dass die Sarejevo-Verantwortlichen wegen des Sonderberichtes erneut vor das HFV-Sportgericht gebeten werden - dabei hatte sich Gudzjevic doch bei SportNord noch über die "ständigen Vorladungen" beklagt ...

Caspar jedenfalls wäre nicht traurig, wenn sich der SVS, der 1994 gegründet wurde, im Winter aus der Bezirksliga Süd zurückziehen würde: "Für unser Punktekonto wäre das zwar schlecht, denn wir haben beide Partien gegen Sarajevo gewonnen (am ersten Spieltag gewannen die Harburger das Hinspiel bei Sarajevo sogar mit 10:1, Anmerkung der Redaktion) und würden somit sechs Zähler verlieren. Aber es bringt einfach keinen Spaß, gegen solche Gegner anzutreten ... Wir wollen uns einer Sportart widmen, und wenn ein anderer Verein selbst ständig betrügt und dann auch noch davon spricht, benachteiligt zu werden, bringt es einfach keinen Spaß mehr!"

Link: SportNord-Bericht vom 09.11.2006 über eventuellen Rückzug des SV Sarajevo

Kommentare zum Artikel:
- Schiedsrichter (Thomston 10.11.2006 19:08)




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