Oddset-Pokal: Letztes Achtelfinale am 13. Februar ‒ aber wo?
30.11.2017

HMTV-Fußball-Abteilungsleiter Michael Kirmse
Das Viertelfinale des Oddset-Pokals wird nicht mehr in diesem Jahr komplettiert. Der Hamburger Fußball-Verband setzte das letzte offene Achtelfinal-Nachholspiel zwischen dem Hetlinger MTV (Kreisliga 7) und dem Hamburger Oberligisten TSV Buchholz 08 für Dienstag, 13. Februar 2018, neu an. Damit muss sich der Hamburger Serien-Meister TuS Dassendorf noch gedulden, auf welchen Gegner er in der Runde der letzten acht Teams trifft, während die anderen drei Viertelfinal-Spiele noch im Dezember stattfinden sollen.

Neben dem Termin ließ Torsten Picker, der beim HFV für Spielansetzungen zuständig ist, den HMTV-Verantwortlichen auch die Aufforderung zukommen, sie sollten, „um eine Austragung des Pokalspiels am 13. Februar zu gewährleisten“, bis zum 1. Februar 2018 eine Kunstrasen-Ausweichspielstätte benennen, die für den Fall, dass der Rasenplatz im Hetlinger Deichstadion erneut unbespielbar sein sollte, genutzt werden könne. Ein Heimrecht-Tausch, den einige Buchholzer Offizielle bereits in mehreren Medien ins Gespräch gebracht hatten, war damit für den HFV kein Thema ‒ HMTV-Fußball-Abteilungsleiter Michael Kirmse war über die Ansetzung und die „Kunstrasen-Doktrin“ des Verbandes trotzdem „alles andere als erfreut“.

Gegenüber SportNord erklärte Michael Kirmse: „Mit dem Dienstagabend als Termin können wir leben und wir freuen uns auf diesen Pokal-Hit ‒ aber natürlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass Mitte Februar auf unserem Platz gespielt werden kann, relativ gering.“ Dass nun keine Möglichkeit mehr besteht, die Partie noch einmal zu verschieben, sondern im Zweifelsfall auf einem neutralen Platz gekickt werden muss, kritisierte Kirmse scharf: „Die Entscheidung, ob in Hetlingen gespielt werden kann, wird aller Voraussicht nach erst ein, zwei Tage vorher fallen ‒ und dann müssen wir uns Gedanken machen, wie wir die Verköstigung, die Einlasskontrollen und diverse andere Dinge auf einer für uns fremden Sportanlage hinbekommen. Was das für uns als Abteilung mit 200 Aktiven, deren Verantwortliche allesamt ehrenamtlich für den Verein tätig sind, bedeutet, scheint den Herren beim HFV nicht klar zu sein ...“

Immerhin gelang es Michael Kirmse bereits, eine Ausweich-Spielstätte zu finden: „Ich habe die Verantwortlichen des Heidgrabener SV, deren Zweite Mannschaft mit uns in der Kreisliga 7 um den Aufstieg in die Bezirksliga konkurriert, kontaktiert ‒ und sie haben sich solidarisch erklärt und uns den Termin sofort bestätigt, wofür ich ihnen sehr dankbar bin“, sagte Michael Kirmse. Dass bei einer Unbespielbarkeit des Deichstadions ein Umzug auf den rund 14 Fahr-Kilometer entfernten Kunstrasenplatz an der Uetersener Straße in Heidgraben und nicht etwa auf den Kunstrasen an der Schulauer Straße in Wedel, der nur knapp zehn Kilometer entfernt wäre (viele Hetlinger Spieler und deren Freundeskreis leben zudem in Wedel), erfolgen würde, erklärte der HMTV-Fußball-Abteilungsleiter damit, dass zwischen den Verantwortlichen der beiden Vereine „eine gute Freundschaft bestehen“ würde.

Michael Kirmse machte aber klar, dass es das absolute Ziel aller Hetlinger sei, einen „Umzug“ zu verhindern: „Ich betonte den Medien, den Buchholzern und dem HFV gegenüber ‒ nein, ich schwöre sogar ‒, dass wir alles, wirklich alles dafür tun werden, am 13. Februar 2018 im Deichstadion antreten zu können.“ Deshalb orderten die HMTV-Offiziellen sogar schon orangefarbene Kreide: „Damit würden wir die Linien kenntlich machen, wenn es zu einem Schneefall kommen sollte ‒ um zu verhindern, dass der Schiedsrichter am Ende sagt, dass im Deichstadion nicht gespielt werden kann“, so Michael Kirmse.

Unabhängig vom fraglichen Spielort bringt der 13. Februar 2018 zwei weitere Probleme mit sich: „Wir müssen früher in die Vorbereitung starten und wissen nicht, wie wir an diesem Tag, an dem abends wahrscheinlich acht Grad minus herrschen, die Zuschauer motivieren sollen, ein Fußballspiel zu besuchen ...“ Wäre es nach Michael Kirmse gegangen, wäre die Partie deshalb erst Ende März nachgeholt worden: „Wenn in der letzten oder in der vorletzten März-Woche gespielt worden wäre, wäre doch immer noch genug Zeit gewesen, die noch ausstehenden Runden bis zum Final-Termin über die Bühne zu bringen ‒ denn zu der Jahreszeit kann problemlos in jeder Woche gespielt werden.“

Nicht für die Austragung ihrer Heimspiele, wohl aber, was die Durchführung der Übungseinheiten in der heimischen Spielstätte angeht, ist für die HMTV-Kicker Licht am Ende des Horizonts erkennbar: Der Plan, auf der Fläche zwischen dem derzeitigen Spielfeld des Deichstadions und der Hetlinger Grundschule einen kleinen Kunstrasen-Trainingsplatz zu bauen, hat gute Chancen, in die Tat umgesetzt zu werden. „Zwar hat die kommunale Aufsicht das Ganze noch nicht abgesegnet ‒ aber sie hat der Gemeinde Hetlingen signalisiert, dass aus ihrer Sicht nichts dagegen spricht“, atmete Michael Kirmse tief durch.

Aktuell nehmen sechs HMTV-Teams am Spielbetrieb teil, von denen zurzeit noch die Ersten und die Zweiten Herren (A-Kreisklasse 6) sowie die B- und die C-Jugend im Feld spielen. „Wir haben alles getan, um in Hetlingen einen vernünftigen Trainingsbetrieb aufrechtzuerhalten, wozu auch die anderen Sparten unseres Vereins beigetragen haben, indem sie uns Hallenzeiten freigeschaufelt haben“, sagte Michael Kirmse dankbar. Doch er gab zugleich zu bedenken: „Hallentraining ist zwar eine nette Geschichte ‒ aber Teams, die noch unter freiem Himmel um Punkte kämpfen, müssen auch im Training draußen bewegt werden.“

Deshalb mieteten sich die Hetlinger Mannschaften zuletzt regelmäßig auf den Kunstrasenplätzen des „Torneum Fußballparks“ in Tornesch ein: „Wir sind dem FC Union Tornesch und speziell Torneum-Geschäftsführer Frank Mettal sehr dankbar, dass sie uns immer wieder Zeiten freigeschaufelt haben“, so Michael Kirmse, der versicherte. „Wir werden den Winter im ,Torneum' verbringen und dort bis in den März 2018 hinein regelmäßig mit unseren Herren- sowie Jugend-Mannschaften trainieren.“ Neben den Übungsleitern der Hetlinger Junioren-Teams würden auch Liga-Trainer Marc Zippel sowie Carsten Hlede und Timo Albrecht bei den Zweiten Herren „alles dafür tun, um ihre Spieler, den schlechten Trainingsbedingungen zum Trotz, bei Laune zu halten“, wie Michael Kirmse abschließend hervorhob.

Link: SportNord-Bericht vom 21.11.2017 über den erneuten Ausfall des Pokal-Spiels Hetlinger MTV ‒ Buchholz 08

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