Kreisliga 8: FCQ mit Ramcke zum Aufstieg?
13.02.2015

Es ist nicht leicht, eine Spielklasse zu finden, in deren Spitzengruppe es aktuell noch spannender zugeht als in der Kreisliga 8. Mit dem 1. FC Quickborn, dem SC Pinneberg und dem TSV Seestermüher Marsch überwintern drei Teams als punktgleiches Spitzen-Trio, auf das der Tabellen-Sechste Gencler Birligi Elmshorn gerade einmal vier Punkte Rückstand aufweist. Vor dem Restrunden-Auftakt am kommenden Wochenende hat also noch mehr als ein Drittel der insgesamt 16 Mannschaften realistische Chancen auf den Aufstieg und auf die Meisterschaft.

Andreas Marten, der mit dem 1. FC Quickborn das Weihnachtsfest als Spitzenreiter verbrachte, sagte dazu: „Eine so verrückte und spannende Liga habe ich noch nie erlebt!“ Martens Analyse der bisherigen Leistungen seines Teams fiel sehr positiv aus: „Wenn man die Rahmenbedingungen sieht und bedenkt, dass wir in der Hälfte unserer 18 Partien mit einem Feldspieler im Tor zurechtkommen mussten und teilweise nur zehn oder elf gesunde Spieler im Kader hatten, können wir mit dem bisher Erreichten sehr zufrieden sein!“ Die Personalnot war zwischenzeitlich so groß, dass Marten selbst nicht nur als Trainer, sondern auch als Ersatzspieler auf der Bank Platz nahm – und beim 4:0-Sieg beim Moorreger SV kamen gleich zwei A-Jugend-Spieler zum Einsatz. „Schon die Saison-Vorbereitung hat unter der Verletztungsmisere gelitten, und die Trainingsbeteiligung war deshalb oftmals auch nicht optimal“, so Marten, der aufgrund der vielen Verletzten teilweise nur mit acht bis zehn Akteuren auf dem Platz stand. „Bisher haben wir diesen Widrigkeiten aber erfolgreich getrotzt“, stellte Marten zufrieden fest.

Interessant ist: Aus den Hinrunden-Spielen gegen die fünf zurzeit ärgsten Verfolger holte der FCQ nur sechs von 15 möglichen Punkten: Seestermühe wurde mit 5:0 geschlagen (Marten: „Das Spiel war viel enger, als das Ergebnis es aussagt!“) und gegen Gencler wurden die Eulenstädter nach einem Spielabbruch (SportNord berichtete, siehe unten stehenden Link) vom Sportgericht des Hamburger Fußball-Verbandes zum 3:0-Sieger erklärt. „Wenn Gencler sich zuvor nicht selbst dezimiert hätte, wäre es in diesem Spiel für uns sehr eng geworden“, gab Marten zu. Gegen den Heidgrabener SV (1:4) verlor der FCQ daheim, beim SC Pinneberg und beim Stadt-Rivalen TuS Holstein Quickborn setzte es jeweils eine 0:2-Niederlage. „Dafür haben wir gegen die so genannten ‚Kleinen‘ konstant gepunktet“, so Marten, dessen Team zudem im Herbst einen langen Atem bewies und aus den letzten sechs Partien 16 von 18 möglichen Punkten holte, was sich im Kampf um die Tabellenführung zum Jahreswechsel als entscheidend erwies. Und Marten weiß: „Wir können im Frühjahr befreit aufspielen – den Druck haben andere Mannschaften ...“

Ihr Torhüter-Problem haben die Quickborner inzwischen gelöst: „Bei unserem Hallenturnier am Wochenende vor Weihnachten habe ich meinen früheren Weggefährten Andreas Ramcke wieder getroffen“, so Marten. Als Ramcke vom Torwart-Notstand des FCQ hörte, erklärte er sich bereit, einzuspringen, falls Marten bis Ende Januar keinen anderen Keeper finden würde. „Bei den Bedingungen, die wir bieten, nämlich auf einem Kunstrasen zu trainieren sowie zu spielen und alle Heimspiele freitagabends zu absolvieren, ist es kaum vorstellbar – aber es ist uns tatsächlich nicht gelungen, im Januar noch einen anderen Torwart zu verpflichten“, so Marten, der dies auch darauf zurückführte, dass „viele Spieler fälschlicherweise denken, Quickborn wäre unendlich weit weg von Hamburg und Pinneberg“. Ende Januar meldete sich Marten deshalb noch einmal bei Ramcke, der nun in der Restrunde das FCQ-Gehäuse hüten wird – unter der Voraussetzung, dass sein Knie hält. „Wir werden das Training für ihn gut dosieren“, so Marten, der überzeugt ist: „Aufgrund seiner Erfahrung und seiner Art wird er uns sehr helfen!“ Zuletzt hütete der 39-Jährige Ramcke, der beim VfL Pinneberg auch höherklassig aktiv war, bis 2013 das Tor des TuS Borstel.

Als zweiten Winter-Neuzugang konnten die Quickborner, ebenfalls kurz vor dem Ende der Transferperiode, Marko Milank für sich gewinnen. „Er hat zu Saisonbeginn noch beim Oberligisten Niendorfer TSV mit trainiert, dann aber großes Verletzungspech gehabt“, weiß Marten, der Milank als „universell einsetzbar“ anpries und lobte: „Im Training sieht man schon, was er kann – und da einige unserer Spieler mit ihm zusammen zur Schule gegangen sind, dürfte er keine Eingewöhnungsprobleme haben!“ Wieder zur Verfügung stehen dem FCQ nun auch Offensivmann Alexander Mai und Innenverteidiger Daniel Schneider, die bis Anfang Dezember vier Monate lang in Australien weilten. Im Gegenzug bestieg allerdings Colin Heath den Flieger nach Australien, wo er fünf Monate leben wird. „Er ist ein unglaublich wichtiger Spieler, der uns mit seiner Präsenz, seiner Schnelligkeit und seiner Zweikampfstärke sehr fehlen wird – dieses Loch müssen wir irgendwie stopfen“, sagte Marten dazu.

Der FCQ-Coach, der vor seinem Engagement am Ziegenweg die Sportfreunde Pinneberg und den FC Eintracht Rellingen trainierte, wird die Quickborner auch in der kommenden Saison betreuen. „Mein Vertrag wurde ebenso wie der von Co-Trainer Wolfgang Wüst verlängert“, so Marten, der mit Blick auf das Restprogramm seines Teams sagte: „Wir haben nur noch fünf Heimspiele und müssen noch siebenmal auswärts antreten – aber wir sind auch nicht zum Aufstieg verdammt!“ Sollte der FCQ am Saisonende tatsächlich den Sprung in die Bezirksliga schaffen, wäre die Freude natürlich groß. „Wenn wir Kreisligist bleiben, freuen wir uns aber auch auf die kommende Spielzeit in der Kreisliga“, so Marten, der davon ausgeht, dass es in dieser Saison „bis zum Ende ganz eng bleiben wird“. Von den sechs Mannschaften, die aktuell auf den Titel hoffen, sieht Marten „drei oder vier bis zum Ende im Titelrennen, das sich wohl erst am letzten Spieltag entscheiden wird“. Abschließend warnte Marten: „Wer jetzt keinen guten Auftakt ins neue Jahr hinlegt, sondern zwei- oder dreimal verliert, für den ist das Thema Aufstieg erledigt ...“

Link: SportNord-Bericht vom 11.10.2014 über Abbruch der Partie 1. FC Quickborn – Gencler Birligi Elmshorn

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