Aktuell: GSK Bergedorf löst sich auf
03.06.2013

Im Oktober 2012 hatte das Sportgericht des Hamburger Fußball-Verbandes den Verein GSK Bergedorf wegen den Vorkommnissen im Oddset-Pokal-Spiel gegen die SC Concordia bis zum 30. Juni 2013 vom Spielbetrieb suspendiert. Das HFV-Verbandsgericht bestätigte diese Entscheidung, vor dem Hamburger Landgericht scheiterte GSK mit einer einstweiligen Verfügung gegen diese Suspendierung (SportNord berichtete jeweils, siehe unten stehenden Link).

Eigentlich dürfte GSK Bergedorf nun in der kommenden Saison 2013/2014 wieder am Spielbetrieb teilnehmen und, nach dem Zwangsabstieg seiner Ersten Herren-Mannschaft aus der Landesliga Hansa, für die Bezirksliga melden – doch Kamuran Pelek, langjähriger Erster Vorsitzender des Vereins, erklärte am Montag auf Nachfrage von SportNord: „Wir haben mit unseren bisherigen Mitgliedern zusammen beschlossen, den Verein aufzulösen! Wir haben viel Zeit und Geld in den Verein GSK Bergedorf gesteckt, mussten aber leider feststellen, dass wir gegen den Hamburger Fußball-Verband, bei dem wir offensichtlich nicht wohl gelitten sind, einfach nicht ankommen können. Deshalb kapitulieren wir jetzt und wollen uns in keinem Fußballverein mehr engagieren, denn eine weitere Teilnahme am Spielbetrieb unter der Regie eines solchen Fußball-Verbandes würde nichts bringen!“

Einmal in Rage, legte Pelek nach: „Ich lebe seit 1980 in Deutschland, habe die Trainer-B-Lizenz erworben und im Sportverein immer Integrationsarbeit betrieben. Wir haben versucht, junge Menschen auf den richtigen Lebensweg zu bringen – aber beim HFV sind wir immer gegen eine Mauer angerannt!“ Dass GSK im Herbst 2012 vom Spielbetrieb suspendiert wurde, kann Pelek nachwievor nicht verstehen: „Mir sind Fälle nicht nur aus Hamburg, sondern aus ganz Deutschland bekannt, wo Schiedsrichter trauriger weise zusammengeschlagen worden sind, was kaum Sanktionen vom jeweiligen Fußball-Verband zur Folge hatte. Bei uns ist kein Schiedsrichter zusammengeschlagen worden, wir als Verein haben uns nichts zu Schulden kommen lassen, werden aber wegen dem Fehlverhalten von drei Personen, die einen Referee beleidigt haben, aus der Landesliga ausgeschlossen ... Da stimmt einfach die Verhältnismäßigkeit nicht!“

GSK Bergedorf nahm seit 2001 am Spielbetrieb des HFV teil. Mit drei Aufstiegen in Folge (2002 Vizemeister der Kreisklasse 2, 2003 Meister der Kreisliga 4 und 2004 Meister der Bezirksliga Ost) gelang auf Anhieb der Durchmarsch in die Landesliga, in der in der Spielzeit 2004/2005 immerhin der elfte Platz belegt wurde. Nach Rang sechs im Sommer 2006 stieg der Verein im Sommer 2007 als Meister der Landesliga Hansa sogar in die höchste Hamburger Spielklasse auf, in der er in der Saison 2005/2006 als Tabellen-15. knapp den Klassenerhalt verpasste (fünf Zähler mehr wären zum Ligaverbleib nötig gewesen). In der Saison 2008/2009, in der GSK nach dem Zusammenschluss mit Inter Wilhelmsburg als „Inter Wilhelmsburg Bergedorf“ am Spielbetrieb teilnahm (diese Verbindung wurde nach nur einem Jahr wieder gelöst), wurden die Bergedorfer in der Landesliga Hansa als abgeschlagenes Schlusslicht in die Bezirksliga durchgereicht, wo im Sommer 2010 der zehnte Platz erreicht wurde. Im Sommer 2011 gelang als Meister der Bezirksliga Ost abermals der Aufstieg in die Landesliga, die im Sommer 2012 auf dem zwölften Platz abgeschlossen wurde.

(JSp)

Link: SportNord-Bericht vom 05.10.2012 über Verbandsgerichts-Entscheidung zum GSK-Ausschluss

Kommentare zum Artikel:
- RE: Schade (Amateurfußball 05.06.2013 21:42)
- RE: Schade (fuzzi 05.06.2013 16:43)
- RE: Schade (Amateurfußball 05.06.2013 14:01)
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