Kreisliga 2: Referee wollte partout keinen Abbruch
16.08.2011

Am Sonntag stand in der Kreisliga 2 das Derby zwischen dem TSV Stellingen 88 und Grün-Weiß Eimsbüttel II an. Schon vor dem Anpfiff gab es dabei die erste Posse: Schiedsrichter Gerhardt Schultz-Greco (von Eintracht Norderstedt) erklärte, nachdem er den Platz inspiziert hatte: ‚Hier kann gespielt werden!‘ 88-Coach Claus Frerix berichtete: „Wir haben ihn dann darauf aufmerksam gemacht, dass im einen der beiden Torräume das Wasser fünf Zentimeter hoch steht ...“

Daraufhin wartete der Schiedsrichter ein paar Minuten ab, doch der Regen wurde immer stärker, woraufhin Schultz-Greco nach einer erneuten Besichtigung des linken Grandplatzes feststellte: ‚Hier kann nicht gespielt werden, das Wasser steht zu hoch!‘ Da der Rasenplatz am Sportplatzring noch gesperrt ist, nahm Schultz-Greco anschließend den rechten Grandplatz in Augenschein: ‚Hier können wir spielen‘, lautete sein Urteil. Frerix: „Wir haben ihn darauf aufmerksam gemacht, dass auf diesem Platz in dem einen Torraum das Wasser noch höher steht als auf dem anderen Platz. Aber er entgegnete nur: ‚Ich habe in Lohbrügge schon Spiele gepfiffen, bei denen viel mehr Wasser auf dem Platz stand!‘“ So pfiff Schultz-Greco das Spiel mit etwa 20-minütiger Verspätung an. Frerix, der in diesem Sommer als Trainer nach Stellingen zurückkehrte, berichtete über das Treiben auf dem nassen Grandplatz wie folgt: „Es gab unheimlich viele nicht gewollte Fouls, denn die Spieler sind einfach aus- und dadurch oftmals auch in ihre Gegenspieler hinein gerutscht!“

Dies führte auch zu Verletzungen: TSV-Torwart Sven Wunsch wollte einen Abschlag aus der Hand machen, rutschte dabei aber so unglücklich aus, dass er auf seinen Rücken fiel: „Er konnte sich kaum bewegen und hat sich außerdem den einen Fuß an den anderen geschlagen, was vermutlich zu einer Bänderdehnung führte“, so Frerix, der nach der Verletzung seines Keepers auf den Platz rief: „Wie lange sollen wir hier noch spielen?“ Darauf entgegnete Schultz-Greco laut Frerix: ‚Noch ein Wort, dann verweise ich Sie des Platzes!‘ Dann wurde wohl auch dem Schiedsrichter-Assistenten Christian Jakel das Treiben zu bunt (oder zu nass), weshalb er seine Fahne hob. Als Schultz-Greco an die Seitenlinie gelaufen war, sagte der Assistent: ‚Lass uns das Spiel abbrechen, das ist gesundheitsgefährdend!‘ Doch der Schiedsrichter entgegnete laut Frerix: ‚Ich bestimme hier‘ – und ließ weiterspielen. Frerix: „Daraufhin kam der Assistent zu uns und sagte, dass es nur zwei Chancen gibt, einen Abbruch zu erreichen: Entweder müsse der Platzwart den Platz sperren oder wir müssten uns mit dem Gegner einigen!“ (Ein Platzwart war am Sonntag aber nicht auf der Anlage)

Frerix suchte daraufhin noch vor dem Pausenpfiff das Gespräch mit GWE-Coach Dieter Lundin: „Wir sind uns schnell einig geworden, dass ein Abbruch in der Halbzeitpause die einzige sinnvolle Lösung ist“, so Frerix, der betonte: „Die Aussage des Schiedsrichters ‚Wir können spielen, solange der Ball rollt‘, war längst ad absurdum geführt worden, weil der Ball im einen Strafraum regelmäßig in einer Pfütze liegen blieb!“ Dennoch wollte Schultz-Greco die Partie laut Frerix zunächst auch in der Halbzeitpause noch nicht abbrechen: „Er war der Meinung, dass es im zweiten Durchgang bestimmt weniger regnen würde – aber dann konnten wir dem Treiben ein Ende bereiten und der Wunsch beider Mannschaften, das Spiel abzubrechen, wurde endlich akzeptiert!“ Bleibt zu hoffen, dass es auf beiden Seiten nach der „Regenschlacht“ keine ernsthaft verletzten Akteure zu beklagen gibt: „Die Spieler sind gar nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen, sondern das waren nur Rutschpartien – und daraus resultierten dann natürlich auch ein paar schwerere Fouls“, so Frerix abschließend.

(JSp)

Link: SportNord-Bericht vom 15.08.2011 über 54 nicht regulär beendete Spiele am Wochenende

Kommentare zum Artikel:
- RE: Selbstdarsteller??? (akin 17.08.2011 11:24)
- RE: Meinungsfreiheit ? (die-mella 16.08.2011 20:31)
- RE: Meinungsfreiheit ? (kingmiles 16.08.2011 17:22)
und 11 weitere Kommentare



zurück
Druckversion


.