Aktuell: Solidaridäts-Tickets für Schleswig-Holsteins Pokal-Finale
11.08.2020

Torjäger Morten Liebert, der in 226 Oberliga-Spielen
159 Tore erzielte, ist einer der Todesfelder, die
dem VfB Lübeck Probleme bereiten könnten.
Ein sportlicher Höhepunkt ist es auch ohne Zuschauer – doch ein großes Maß an Atmosphäre, Emotion und nicht zuletzt auch an Einnahmen wird fehlen, wenn der Drittliga-Neuling VfB Lübeck sowie Schleswig-Holsteins Oberliga-Meister SV Todesfelde am Sonnabend, 22. August, um 16.45 Uhr unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Uwe-Seeler-Fußball-Park in Malente das Endspiel um den SHFV-Lotto-Pokal 2020 austragen. „Zumindest symbolisch können die Fans beider Vereine aber ab sofort ihre Unterstützung ausdrücken und die jeweilige Fankurve verstärken“, hieß es am Dienstag in einer Pressemitteilung des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbandes, die Karsten Tolle verschickte und in der er darauf hinwies: „Unter dem Motto ‚Begeisterung trotz Geisterspiel‘ sind ab sofort virtuelle Endspiel-Tickets zu erwerben. Die Einnahmen sollen allen Beteiligten helfen, zumindest den wirtschaftlichen Verlust abzumildern.“

Das Ziel sei es, „mittels einer zumindest virtuell gut gefüllten Lohmühle zu zeigen, dass das Nachbarschaftsduell unter normalen Umständen eher in einem Hexenkessel statt als Geisterspiel stattgefunden hätte“, hieß es in der Mitteilung in Erinnerung daran, dass das Pokal-Finale normalerweise im Lübecker Dietmar-Scholze-Stadion an der Lohmühle ausgetragen worden wäre. Die entsprechende Idee aus dem VfB-Vorstand griffen die Verantwortlichen der Todesfelder, die ausgerechnet das größte Spiel ihrer bisherigen Vereinsgeschichte unter den Corona-Bedingungen absolvieren müssen, und die des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbandes gerne auf.

„Wie bei jedem Pokalspiel üblich, werden alle Einnahmen zwischen den beteiligten Vereinen gleichmäßig geteilt. Auch der SHFV erhält wie üblich seinen Anteil, der dieses Jahr statt als Verbandsabgabe als Spende in das Projekt ‚BeGeisterer‘, welches die Talentförderung des SHFV stärken soll, fließen wird“, hieß es in der Mitteilung. In den vergangenen Jahren wurden für SHFV-Lotto-Pokal-Endspiele mit Beteiligung des VfB Lübeck zwischen 3.500 und 7.000 Karten verkauft. Insgesamt stehen nun 15.292 Tickets zur Verfügung – die Kapazität der Lohmühle ohne Baumaßnahmen und Sicherheitsauflagen. Stehplätze kosten 5 Euro (wobei die Blöcke A und B den SVT-Anhängern vorbehalten sind, die Blöcke in der Pappelkurve den VfB-Fans), Sitzplätze sind für 10 Euro zu haben. Zudem werden auch VIP-Tickets für 50 Euro angeboten. „Jede verkaufte Karte hilft allen Beteiligten im Finale – und sendet ein Zeichen der Unterstützung an die Spieler auf dem Endspielrasen in Malente, die auf gewohnte Reaktionen von den Rängen verzichten müssen“, hieß es in der Mitteilung.

„Aus den bekannten Gründen können wir in diesem Jahr leider keine Zuschauer zum SHFV-Lotto-Pokal-Finale zulassen, wodurch sowohl den Finalisten als auch dem SHFV wichtige Einnahmen verloren gehen“, erklärt SHFV-Präsident Uwe Döring. „Umso mehr unterstützen wir die vom VfB Lübeck initiierte Aktion, mit dem Verkauf von Geistertickets einen kleinen Ausgleich zu schaffen. Der uns zugesprochene Anteil fließt in unser Projekt ‚BeGeisterer‘ und damit direkt sowie vollumfänglich in die Förderung der schleswig-holsteinischen Talente. Dafür möchten wir uns bereits heute bei allen Käufern und dem VfB bedanken.“ SVT-Präsident Holger Böhm fügte hinzu: „Wir wollten mit dem VfB zusammen ein Fußballfest feiern. Ob in Todesfelde oder in Lübeck – wir hätten es gemeinsam machen wollen und ganz sicher gut hinbekommen. So wollen wir jetzt mit der Aktion den Fans das Gefühl geben, doch irgendwie dabei zu sein. Und sie unterstützen damit natürlich auch ihren Verein.“

VfB-Vorstandsmitglied Florian Möller stellte fest: „Egal, ob auf der Lohmühle oder in Todesfelde, dieses Pokal-Finale hätte eine außergewöhnliche Begeisterung hervorrufen können und seinen ganz besonderen Reiz gehabt. Aber es soll in diesem Jahr einfach nicht sein.“ Einen Blick in die Zukunft werfend, fügte Möller hinzu: „Vielleicht gelingt es uns gemeinsam, im ersten Pflichtspiel nach über fünf Monaten zumindest eine virtuelle Euphorie zu entfachen und uns langsam wieder auf die neue Saison einzustimmen.“

Link: SportNord-Bericht vom 09.07.2020 über den Finaltag der Amateure am Sonnabend, 22. August

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