Kreisliga 5: Weber will den SCO in der Kreisliga etablieren
08.07.2020

Christian Weber, hier noch als Torwart in Aktion, ist nun Liga-Manager beim SC Osterbek.
„Schweren Herzens“ verabschiedete sich Christian Weber im Sommer 2014 von „seinem“ SC Osterbek, dessen Tor er seit 2007 gehütet hatte, da er berufsbedingt nicht in Hamburg weilen konnte. Als er im vergangenen Jahr in die Freie und Hansestadt zurückkehrte, war es für ihn „eine Herzensentscheidung“, sich wieder den Osterbekern anzuschließen – obwohl er in Rissen im Hamburger Westen wohnt. Fünfmal hütete er in der abgebrochenen Saison 2019/2020 in der Kreisliga 5 das SCO-Gehäuse – das er nun verließ und dafür zukünftig als Liga-Manager bei den Osterbekern fungiert. Den Rund 26 Kilometer langen Weg von seinem Wohnort zum Barmwisch würde er „gerne zurücklegen“, beteuerte Weber: „Der SCO ist einfach mein Verein!“

Nachdem Weber in seiner Jugend bei der TSV Reinbek und beim TuS Aumühle gekickt hatte, schloss er sich den Osterbekern an. „Für mich zählt Vereinstreue“, so Weber, der beteuerte: „Als ich 2019 nach Hamburg zurückgekehrt bin, war es für mich klar, dass ich wieder für den SCO auf dem Platz stehe.“ In diesem Klub finde er „besonders das Kleine und Familiäre sehr sympathisch“, so Weber weiter. Nach dem Abbruch der Saison habe er allerdings in seinen Körper „hineingehorcht und festgestellt, dass es Zeit für das Karriereende ist“, so Weber, der zugab: „Nach jedem zweiten Spiel hatte ich dicke Knochen ...“ Sich zukünftig bei einem Verein im Hamburger Westen, beispielsweise dem fast vor seiner Haustür beheimateten Rissener SV, anzuschließen, kam für Weber aber nicht infrage: „Ich bin und bleibe Osterbeker durch und durch.“

Deshalb suchte er das Gespräch mit Jürgen Lehmann, der einst Co-Trainer von Eugen Igel beim SC Urania war und nun schon viele Jahre dem SCO vorsteht. „So ist die Idee entstanden, dass ich die Position des Liga-Managers übernehme“, erklärte Weber, der diese Aufgabe „natürlich langfristig“ ausüben möchte. Dabei sieht sich Weber, der hauptberuflich als sozialer Dienstleister in der Eingliederungshilfe unterwegs ist, keinesfalls als „Chef“ von Trainer Kevin Reichmann, sondern er will „im Team arbeiten“. In den vergangenen beiden Spielzeiten sei Reichmann „als Einzelkämpfer an vielen Fronten unterwegs gewesen“, so Weber, der befand: „Reichmann hatte viel Arbeit, die über die Aufgaben eines Trainers hinausgehen – und nun möchte ich ihm nichts wegnehmen, sondern ihn gerne unterstützen, indem ich ihm einige Tätigkeiten abnehme.“ Auf jeden Fall würde Weber sich „sehr freuen“, wenn Reichmann seinen Vertrag verlängert: „Wir kennen uns jetzt erst seit einem Jahr, aber die gegenseitige Sympathie war sehr schnell da.“

Was die sportliche Perspektive für die Zukunft angeht, fordert Reichmann von seinen Mitstreitern am Barmwisch, dass „pragmatische Schlüsse getroffen werden“. Darüber, dass der Klassenerhalt geschafft wurde, herrsche „natürlich Freude“, so der Liga-Manager – auch wenn die Osterbeker als Drittletzter der Kreisliga 5 davon profitierten, dass der Spielausschuss des Hamburger Fußball-Verbandes entschied, die Saison wegen der Corona-Pandemie abzubrechen und kein Team sportlich absteigen zu lassen. „Aber wir hätten ja bei einer regulären Beendigung der Saison auch sportlich noch alle Chancen gehabt, die Liga zu halten“, befand Weber mit Verweis darauf, dass seine Osterbeker nur unter dem ominösen Strich standen, weil sie von vier punktgleichen Teams (SV Barmbek, Eimsbütteler TV III, TuS Berne III und SCO) die schlechteste Tordifferenz aufwiesen. „Wir waren stets der Überzeugung, den Abstieg auch sportlich zu verhindern“, beteuerte Weber rückblickend.

Nun hat die Vorbereitung auf die kommende Spielzeit begonnen. „Ich bin davon überzeugt, dass wir in unserer Kreisliga-Staffel wieder auf einige Gegner treffen werden, gegen die wir Punkte holen können“, so Weber, der feststellte, dass „kurzfristig auch für die Saison 2020/2021 der Klassenerhalt das Ziel“ sei. Dabei setzt Weber vor allem auf den Heimvorteil, der dadurch, dass die Osterbeker „einen der wenigen Grandplätze, die es in Hamburg noch gibt und der zudem sehr weitläufig ist“, ihr Eigen nennen, noch verstärkt wird. „Ich wünsche mir, dass unsere Gegner mit einem unguten Gefühl an den Barmwisch fahren, weil sie wissen, dass wir eklig zu bespielen sind“, so Weber, der präzisierte: „Damit meine und möchte ich keinesfalls, dass wir besonders unfair spielen – aber wir wollen das Image der schwer zu bespielenden Grand-Mannschaft verkörpern und pflegen.“

An eine höhere Spielklasse als die Kreisliga zu denken, verbietet sich laut Weber „aufgrund des niedrigen Etats“. Deshalb sei es „das mittelfristige Ziel, die Liga-Mannschaft in der Kreisliga zu etablieren“, so Weber, der sich zudem wünscht, dass „wieder eine Zweite Herren etabliert werden kann“. Das letzte Mal hatte der SCO in der Saison 2016/2017 ein Reserve-Team gehabt, das damals die B-Kreisklasse 3 als Tabellen-Zwölfter abschloss. „Es ist aber unglaublich schwer, neue Spieler zu gewinnen, solange wir einen Grandplatz haben“, befand Weber, der davon ausgehen, dass „wohl frühestens 2022 eine Umwandlung in einen Kunstrasenplatz erfolgen wird“. Solange sie auf der roten Asche kicken, könne sein Verein „nur mit Tugenden wie Freundschaft und Kameradschaft werben“, weiß Weber, der zudem mit den Verantwortlichen der Jugend-Teams seines Klubs „ins Gespräch kommen“ möchte: „Das sind unsere Spieler von morgen – deshalb wollen wir schon jetzt miteinander kommunizieren und uns kennenlernen.“

Zu einer Verbesserung der Infrastruktur, die Weber für „unbedingt nötig“ hält, gehört neben der Umwandlung des Grandplatzes in einen Kunstrasenplatz auch der Bau eines Vereinsheims. „Da sind viele Felder zu beackern – aber ich habe sehr große Lust auf genau diese Arbeit“, versicherte Weber, dass er „voller Vorfreude auf die kommenden Jahre“ sei. In der Spielzeit 2020/2021 wird Weber seinen Osterbekern nebenbei auch noch als Ersatztorwart zur Verfügung stehen, wie er abschließend versicherte: „Wir haben einen guten, jungen Keeper, der gefördert und gefordert werden soll. Ich stelle keinerlei Ansprüche auf einen Stammplatz, sondern mich nur noch ins Tor, wenn es unbedingt nötig ist.“

Link: SportNord-Bericht vom 15.06.2018 über Kevin Reichmanns Wechsel zum SC Osterbek

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