Aktuell: Der Verband von Mecklenburg-Vorpommern beweist Flexibilität
02.07.2020

Trainer Alexander Lamer und die SG Aufbau
Boizenburg sind weiterhin der westlichste
Verbandsligist aus Mecklenburg-Vorpommern
und zugleich der, der dem Hamburger
Stadtgebiet am nächsten gelegen ist.
Das ging schnell! Bereits am 1. Juli und damit früher als die anderen Landesverbände aus dem norddeutschen Raum haben die Verantwortlichen des Landesfußballverbandes Mecklenburg-Vorpommern die Staffel-Einteilungen für den Herren-Spielbetrieb der kommenden Saison 2020/2021 auf Verbandsebene (Verbandsliga, Landesliga und Landesklasse) veröffentlicht. „Der LFV-Vorstand folgte bei seinem Beschluss im Rahmen seiner turnusmäßigen Sitzung am 30. Juni dem Vorschlag, der zuvor im Spielausschuss des Verbandes erarbeitet worden war“, hieß es dazu in einer Mitteilung des Verbands aus Mecklenburg-Vorpommern, der so, wie auch der Hamburger Fußball-Verband, der Norddeutsche Fußball-Verband und der Schleswig-Holsteinische Fußball-Verband, nach dem Abbruch der Serie 2019/2020 wegen der Corona-Pandemie auf sportliche Absteiger verzichtete. „Dennoch konnten sich interessierte Vereine im Zeitraum des Meldefensters von 28. Mai bis 15. Juni freiwillig für den Gang in die nächsttiefere Spielklasse entscheiden. Die Aufsteiger wurden derweil anhand der bekannten Bestimmungen ermittelt“, hieß es dazu in der Mitteilung des LFV, der also keinen vermehrten Aufstieg forcierte.

Interessant ist, dass der Spielausschuss des Landesverbands von Mecklenburg-Vorpommern eine große Flexibilität bewies – eine Eigenschaft, die Verantwortlichen eines anderen Verbandes, ohne Namen nennen zu wollen, leider kaum zuzutrauen ist –, und deshalb die Anzahl der Staffeln in den Landesligen (von zwei auf drei) sowie in den Landesklassen (vergleichbar mit den Hamburger Bezirksligen, von vier auf fünf) vergrößerte, um im Gegenzug die Anzahl der Mannschaften in den Ligen reduzieren zu können. „Angesichts der Gesamtzahl der gemeldeten Teams sowie den bekannten und gegebenenfalls zu erwartenden Einschränkungen im Rahmenterminplan aufgrund behördlicher Vorgaben wurden die Landesliga als auch die Landesklasse für die Saison 2020/2021 um je eine Staffel erweitert. Die Staffelstärke verringert sich unterdessen auf jeweils zwölf Teams (in der Landesliga Nord und Ost sind es elf Teams), womit in diesen Spielklassen 22 Spieltage zu absolvieren sind. Die Verbandsliga umfasst aufgrund von mehreren freiwilligen Rückzügen in der neuen Serie 14 Mannschaften (26 Spieltage)“, hieß es dazu in der Mitteilung.

Dort gaben die Verbandsverantwortlichen zudem bekannt: „Die ursprünglich für diesen Sommer auf Wunsch der Vereine angedachte Reduzierung der zwei Landesligen und der vier Landesklassen auf je 14 Mannschaften wird nunmehr auf das kommende Jahr verschoben. Die Auf- und Abstiegsregelungen wurden entsprechend angepasst.“ Für den kommenden Sommer sieht die Auf- und Abstiegsregelung nun so aus, dass aus der Verbandsliga sicher der Tabellen-14. absteigt. Aus allen Landesligen und Landesklassen hat der Erstplatzierte ein Aufstiegsrecht, während die Teams, die auf dem zehnten Platz oder dahinter liegen, absteigen. Aus den Landesligen steigt zudem der Tabellen-Neunte mit dem schlechtesten Punkte-Quotienten sicher ab; für den Fall, dass eine oder mehrere Mannschaften aus der Oberliga Nordost-Nord in die Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern absteigen, erhöht sich Zahl der Absteiger entsprechend. Und aus den Landesklassen steigen sogar die vier schlechtesten Neunten sicher ab; für den Fall von Oberliga-Absteigern aus Mecklenburg-Vorpommern erhöht sich auch hier die Anzahl der Absteiger entsprechend.

Beim Aufstieg in diesem Sommer gab es einige Besonderheiten. So verzichtete etwa der Verbandsliga-Erstplatzierte FC Anker Wismar auf den sofortigen Wiederaufstieg in die Oberliga, aus der er im Mai 2019 abgestiegen war. Stattdessen kletterte der Tabellen-Zweite Rostocker FC 1895, der von Jens Dowe (einst Profi beim Hamburger SV) trainiert wird, in die Oberliga. Zudem zogen sich drei Mannschaften aus der Verbands- in die Landesliga zurück: Der Grimmener SV (Rang-Zwölfter) sowie mit dem SV 90 Görmin und dem TSV Bützow die beiden Teams, die zuletzt die beiden Regelabstiegsplätze belegten. Im Gegenzug verzichtete der Landesliga-Ost-Spitzenreiter FSV 1919 Malchin auf die Möglichkeit der sofortigen Rückkehr in die Verbandsliga; davon profitierte der Tabellen-Zweite SV Waren 09, der den Durchmarsch aus der Landesklasse in die Verbandsliga perfekt machte. Zudem zogen sich mit dem FC Anker Wismar (steigt als Tabellenletzter der Landesliga West freiwillig in die Landesklasse ab), dem SV Friedrich-Ludwig-Jahn Neuenkirchen (Zwölfter der Ost-Staffel) und dem Ost-Staffel-Schlusslicht FC Einheit Strasburg drei Landesligisten zurück.

Noch größer war die Flut der Nichtmeldungen in der Landesklasse. Neben dem FSV Garz (zurückgezogen aus der Staffel 1), dem Neubrandenburger FC 93 (abgemeldet aus der Landesklasse 2) und dem FC Förderkader Rene Schneider II (zurückgezogen aus der Staffel 3) meldeten sieben weitere Landesklassen-Teams nicht mehr für die kommende Saison. Hierbei handelt es sich um den Bölkower SV (Tabellen-Fünfter Staffel 3), den TSV Bützow II (Rang-Elfter Staffel 3), die SG Reinkenhagen (Tabellen-Zwölfter Staffel 1), den SV Concordia 1919 Zarnekow (Rang-14. Staffel 1), den HFC Greifswald 92 (Tabellen-15. Staffel 2), den Wittenburger SV (Rang-15. Staffel 4) und den SV Warsow (Tabellen-16. Staffel 4).

Im Gegenzug gab es bei den Aufsteigern aus den acht Kreisoberligen ebenfalls einige Überraschungen. So stieg aus der Kreisoberliga Vorpommern-Greifswald nicht der Spitzenreiter SV Murchin/Rubkow, sondern der Tabellen-Zweite SV Blau-Weiß 21 Jarmen auf. Aus der Staffel Westmecklenburg gab es gar keinen Aufsteiger: Weder der Tabellenführer SG Aufbau Boizenburg II noch sein ärgster Verfolger, die SG Marnitz/Suckow, wollten in die Landesklasse klettern. Deshalb konnten aus der Kreisoberliga Nordvorpommern-Rügen (SG Empor Richtenberg II und TSV 1860 Stralsund II) sowie aus der Staffel Schwerin-Nordwestmecklenburg (Einheit Grevesmühlen und Neumühler SV) jeweils der Erst- und Zweitplatzierte aufsteigen.



Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern (14 Mannschaften)

1. FC Anker Wismar (Meister)
2. 1. FC Neubrandenburg 04
3. FC Mecklenburg Schwerin
4. SV Pastow
5. Güstrower SC 09
6. Malchower SV 90
7. Penzliner SV
8. FSV Kühlungsborn
9. FSV Einheit Ueckermünde
10. SV Warnemünde Fußball
11. SG Aufbau Boizenburg
12. FC Förderkader René Schneider
13. FC Schönberg 95 (Neuling)
14. SV Waren 09 (Neuling)




Landesliga Ost (elf Mannschaften)

1. SV 90 Görmin (freiwilliger Absteiger)
2. FSV 1919 Malchin (Meister)
3. VFC Anklam
4. Greifswalder FC II
5. SV Siedenbollentin
6. SV Hanse Neubrandenburg
7. Penkuner SV Rot-Weiß
8. FSV Blau-Weiß Greifswald
9. SG Karlsburg/Züssow
10. SV Teterow 90 (Neuling)
11. TSV Friedland 1814 (Neuling)


Landesliga Nord (elf Mannschaften)

1. Grimmener SV (freiwilliger Absteiger)
2. TSV Bützow (freiwilliger Absteiger)
3. FSV Bentwisch (versetzt, Vizemeister)
4. TSV Graal-Müritz (versetzt)
5. Doberaner FC (versetzt)
6. TSV 1860 Stralsund (versetzt)
7. SG Empor Richtenberg (versetzt)
8. Laager SV (versetzt)
9. VfL Bergen 94 (versetzt)
10. SV Blau-Weiß 50 Baabe (versetzt)
11. SV Hafen Rostock 61 (versetzt)


Landesliga West (zwölf Mannschaften)

1. FC Mecklenburg Schwerin II
2. SG Dynamo Schwerin
3. Hagenower SV
4. Lübzer SV
5. PSV Wismar
6. SG Carlow
7. SV Blau Weiß Polz
8. SV Plate
9. SpVgg Cambs-Leezen Traktor
10. SC Parchim
11. SFV Nossentiner Hütte (Neuling)
12. SG 03 Ludwigslust/Grabow (Neuling)




Landesklasse I (zwölf Mannschaften):

1. FSV Bentwisch II (Vizemeister)
2. SV Barth
3. SV Rot Weiss Trinwillershagen
4. PSV Ribnitz-Damgarten
5. TSV Einheit Tessin
6. SG Wöpkendorf
7. Güstrower SC 09 II (versetzt)
8. LSG Elmenhorst (versetzt)
9. Sievershäger SV 1950 (versetzt)
10. PSV Rostock (versetzt)
11. SG Empor Richtenberg II (Neuling)
12. SV Jördenstorf (Neuling)


Landesklasse II (zwölf Mannschaften)

1. FC Insel Usedom
2. FC Rot-Weiß Wolgast
3. SV Sturmvogel Lubmin
4. FC Landhagen
5. HSG Uni Greifswald
6. SV Traktor Pentz (versetzt)
7. Grimmener SV II (versetzt)
8. SV Kandelin (versetzt)
9. SV Prohner Wiek (versetzt)
10. SV Sturmvogel Völschow (Neuling)
11. SV Blau-Weiß 21 Jarmen (Neuling)
12. TSV 1860 Stralsund II (Neuling)


Landesklasse III (zwölf Mannschaften)

1. FSV Mirow/Rechlin
2. Torgelower FC Greif II (versetzt, Vizemeister)
3. Faulenroster SV (versetzt)
4. Pasewalker FV (versetzt)
5. SV Motor Eggesin (versetzt)
6. FSV 90 Altentreptow (versetzt)
7. SV Nordbräu 78 Neubrandenburg (versetzt)
8. MSV Groß Miltzow (versetzt)
9. Kickers JuS 03 Stavenhagen (versetzt)
10. VfB Pommern Löcknitz (versetzt)
11. SV Rollwitz (versetzt)
12. 1. FC Neubrandenburg 04 II (Neuling)


Landesklasse IV (zwölf Mannschaften)

1. MSV Pampow II (Vizemeister)
2. SG Einheit Crivitz
3. SV Stralendorf
4. TSG Gadebusch
5. SV Fortschritt Neustadt-Glewe
6. Schweriner SC
7. TSV Empor Zarrentin
8. BSG Empor Grabow
9. Brüsewitzer SV
10. Eintracht Ludwigslust 1994
11. TSV Goldberg (versetzt)
12. Neumühler SV (Neuling)


Landesklasse V (zwölf Mannschaften)

1. FC Anker Wismar II (freiwilliger Absteiger)
2. FSV Kritzmow (versetzt, Vizemeister)
3. Mulsower SV 61 (versetzt)
4. Brüeler SV (versetzt)
5. SG Groß Stieten (versetzt)
6. SG Warnow Papendorf (versetzt)
7. Rehnaer SV (versetzt)
8. VfL Blau-Weiß Neukloster (versetzt)
9. FSV Testorf Upahl (versetzt)
10. FC Seenland Warin (versetzt)
11. FSV Kühlungsborn II (Neuling)
12. Einheit Grevesmühlen (Neuling)

Link: SportNord-Bericht vom 30.06.2020 über die Erlaubnis von Testspielen für Mecklenburg-Vorpommern

Kommentare zum Artikel:




zurück
Druckversion

.