Bezirksliga: Drei andere Absteiger
07.04.2020

Unterschiedliche Wege einschlagen würden in
diesem Beispiel die Trainer Ove Hinrichsen (li.),
der mit Heidgraben aus der Bezirksliga West
absteigen müsste, und Nils Hachmann, der mit
Kummerfeld als Hinrunden-Erster aufsteigen
würde.
Gravierende Auswirkungen hätte es in der Bezirksliga auf die Abstiegsfrage, wenn im Falle eines vorzeitigen Saison-Abbruchs so, wie es Marcus Fürstenberg, Trainer des Hammonia-Landesligisten SSV Rantzau, vorschlug, das Hinrunden-Klassement die Abschluss-Tabelle wäre. Denn drei der elf Teams, die dann sportlich absteigen würden, stehen aktuell mehr oder weniger deutlich über dem Strich. Am extremsten ist das Beispiel des Heidgrabener SV, der in der Bezirksliga West zur Saison-Halbzeit mit zwölf Zählern Drittletzter war, diese Ausbeute dann aber zum Beginn der Rückserie mit fünf Siegen in Folge mehr als verdoppelte. Deshalb hat der „kleine HSV“ aktuell als Rang-Achter fünf Punkte Vorsprung auf den derzeitigen Drittletzten FC Roland Wedel. Der SC Pinneberg und der SV Eidelstedt stehen dagegen in der West-Staffel momentan ebenso wie zur Saison-Halbzeit auf einem Abstiegsplatz.

Ähnlich ist es in der Bezirksliga Ost, wo der ETSV Hamburg nach der ersten Halbserie mit elf Punkten noch Drittletzter war. Dann holten die „Eisenbahner“ aus sieben Rückrunden-Partien ebenfalls elf Zähler, weshalb sie aktuell sogar sechs Punkte mehr als der derzeitige Drittletzte Farmsener TV aufweisen. So oder so wäre der TSV Wandsetal der zweite sportliche Absteiger; der FC Elazig Spor zog sich vom Spielbetrieb zurück. In der Nord-Staffel könnte der SC Sperber den Klassenerhalt bejubeln: Zur Saison-Halbzeit war der Traditionsverein vom Heubergredder nämlich noch Tabellen-13., ehe er seine bisherigen fünf Rückrunden-Aufgaben allesamt verlor und nun die „rote Laterne“ in der Hand hält. Anstelle der Alsterdorfer würde es in diesem Beispiel den SC Teutonia 10 „erwischen“, der aktuell den 13. Platz belegt. Grün-Weiß Eimsbüttel und der Duvenstedter SV liegen momentan ebenso wie zur Saison-Halbzeit unter dem Strich. In der Bezirksliga Süd wären die drei Absteiger unverändert: Fatihspor, Juventude und der SV Vorwärts 93 Ost müssten hier den Gang in die Kreisliga antreten.

Weitere Abweichungen gäbe es bei den Aufsteigern aus der Bezirksliga in die Landesliga. In der Bezirksliga Nord wurde nämlich der USC Paloma II Herbstmeister, ehe er von seinen sieben bisherigen Rückrunden-Spielen fünf verlor und auf den vierten Platz abrutschte. Bei Fürstenbergs Vorschlag würde die U23 der „Tauben“ aber ebenso als Spitzenreiter aufsteigen wie der Kummerfelder SV, der im Westen zur Saison-Halbzeit zwar hinter Rasensport Uetersen stand, allerdings noch das Nachholspiel gegen die SV Lieth offen hat – und deshalb einen besseren Punkte-Quotienten aufweist als die Rosenstädter. Die Uetersener könnten die „Rückstufung“ auf den zweiten Rang aber ebenso verschmerzen wie der derzeitige Nord-Staffel-Spitzenreiter SC Victoria Hamburg II: Diese beiden Teams wären nämlich die beiden Bezirksliga-Zweitplatzierten mit den besten Punkte-Quotienten. Deshalb würden sie Paloma II, die Kummerfelder sowie den FC Bingöl 12 und den Ahrensburger TSV, die im Süden beziehungsweise Osten nach der Hinrunde den ersten Platz belegten und dies auch jetzt noch tun, in die Landesliga begleiten. Die Bezirksliga-Zweiten Rot-Weiss Wilhelmsburg und TSV Glinde würden den Sprung in die Landesliga dagegen verpassen (siehe unten stehende Rangliste).

Bei den Kreisligisten, die den Aufstieg in die Bezirksliga schaffen, gäbe es ebenfalls Veränderungen. So wurde in der Kreisliga 2 der SC Sternschanze III Herbstmeister, der aktuell „nur“ Tabellen-Zweiter ist. Den Silber-Rang hatte nach der Hinrunde der Niendorfer TSV IV (jetzt Dritter) inne, der dank seines guten Punkte-Quotienten in diesem Beispiel auch aufsteigen würde. Dagegen war der aktuelle Spitzenreiter TuS Osdorf II zur Saison-Halbzeit nur Dritter. Noch gravierender wären die Veränderungen in der Kreisliga 5: Ist Herbstmeister Hamburg Hurricanes aktuell immerhin noch Rang-Zweiter hinter dem VfL 93 Hamburg, der nach der Hinrunde nur Tabellen-Fünfter war, so rutschte der SC Condor II, der zur Saison-Halbzeit Zweiter war, aber wegen seines schlechten Punkteschnitts in unserem Beispiel nicht in die Bezirksliga klettern würde, aktuell auf den fünften Rang ab – quasi „im Tausch“ mit dem Stadtpark-Klub.

In der Kreisliga 6 tauschten der Herbstmeister TSV Sasel III und FC St. Pauli IV inzwischen die Plätze; die Viertvertretung der Kiez-Kicker schafft aber, da sie in der Hinrunde die meisten Punkte aller Zweitplatzierten sammelte, in unserem Beispiel auch den sofortigen Wiederaufstieg und wird dadurch zur Drittvertretung ihres Klubs. In der Staffel 8 wurde der TuS Hasloh Herbstmeister; aktuell sind die Hasloher nur Rang-Vierter hinter Holsatia/Elmshorner MTV, dem FC Union Tornesch II und dem SV Rugenbergen II – aber sie haben den Titelgewinn aufgrund ihrer Nachholspiele noch in der eigenen Hand. In unserem Beispiel würde Rugenbergen II dank seines besseren Punkte-Quotienten gegenüber Tornesch II den zweiten Platz zur Saison-Halbzeit belegen und auch soeben noch den Aufstieg in die Bezirksliga schaffen.

Eng ging es in der Kreisliga 4 zu: Der FC Viktoria Harburg wurde Herbstmeister, weil er bei Punktgleichheit eine um drei Treffer bessere Tordifferenz als der Tabellen-Zweite HSV Barmbek-Uhlenhorst III aufwies. Bitter für die BU-Dritte, die aktuell Spitzenreiter mit acht Punkten Vorsprung bei drei mehr absolvierten Partien vor Viktoria ist, dass sie in unserem Beispiel aufgrund ihres schlechten Punkte-Quotienten nicht auf Bezirksebene klettert. In den Kreisligen 3 (SV Hamwarde vor Atlantik 97) und 7 (FTSV Komet Blankenese vor dem SV Lohkamp) ist das Halbzeit-Klassement identisch mit dem aktuellen Tableau. In der Kreisliga 1 war zur Saison-Halbzeit der Harburger TB II noch Zweiter, ehe er seine vier Rückrunden-Aufgaben allesamt verlor und auf den sechsten Rang abrutschte – nun ist Zonguldakspor Zweiter. Die HTB-Reserve verpasst aufgrund ihres schlechten Punkte-Quotienten aber in unserem Beispiel auch den Aufstieg.


Veränderungen im Hinrunden-Klassement durch die Anwendung des Punkte-Quotienten

Zweitplatzierter in der Bezirksliga Süd:
2. Rot-Weiss Wilhelmsburg (sonst Dritter) ... 14 Spiele, 31 Punkte > 2,214 Quotient
3. FC Teutonia 05 II (sonst Zweiter) ... 15 Spiele, 33 Punkte > 2,2 Quotient

Erster in der Bezirksliga West:
1. Kummerfelder SV (sonst Zweiter) ... 14 Spiele, 36 Punkte > 2,571 Quotient
2. Rasensport Uetersen (sonst Erster) ... 15 Spiele, 38 Punkte > 2,533 Quotient




Rangliste der Bezirksliga-Zweitplatzierten zur Saison-Halbzeit

1. Rasensport Uetersen (West-Staffel) ... 15 Spiele, 38 Punkte > 2,533 Quotient
2. SC Victoria Hamburg II (Nord-Staffel) ... 15 Spiele, 35 Punkte > 2,333 Quotient
3. Rot-Weiss Wilhelmsburg (Süd-Staffel) ... 14 Spiele, 31 Punkte > 2,214 Quotient
4. TSV Glinde (Ost-Staffel) ... 14 Spiele, 28 Punkte > 2,0 Quotient




Mögliche Einteilung der Bezirksliga-Staffeln für die Saison 2020/2021

Bezirksliga Süd

1. FTSV Altenwerder (Absteiger)
2. Rot-Weiss Wilhelmsburg
3. FC Teutonia 05 II
4. FC Süderelbe II
5. TSV Neuland
6. Harburger SC
7. SV Wilhelmsburg
8. HEBC II
9. Altona 93 II
10. TuS Finkenwerder
11. SC Vier- und Marschlande II
12. TSV Buchholz 08 II
13. FC Alsterbrüder II (versetzt)
14. Hausbruch-Neugrabener TS (Neuling)
15. SC Sternschanze III (Neuling)
16. FC Viktoria Harburg (Neuling)


Bezirksliga Ost

1. Düneberger SV (Absteiger)
2. TSV Glinde
3. SC Wentorf
4. SV Börnsen
5. MSV Hamburg
6. ASV Bergedorf 85
7. Barsbütteler SV
8. SC Vier- und Marschlande
9. SC Schwarzenbek
10. FSV Geesthacht 07
11. HT 16
12. SC Eilbek
13. Farmsener TV
14. Inter 2000 (versetzt)
15. SV Hamwarde (Neuling)
16. TSV Sasel III (Neuling)


Bezirksliga Nord

1. TuS Berne (Absteiger)
2. HFC Falke
3. SC Poppenbüttel
4. SC Alstertal-Langenhorn
5. FC Alsterbrüder
6. TSV Sasel II
7. Niendorfer TSV III
8. Hoisbütteler SV
9. Glashütter SV
10. TSC Wellingsbüttel
11. UH-Adler
12. SC Sperber
13. SC Sternschanze II (versetzt)
14. Hamburg Hurricanes (Neuling)
15. FC St. Pauli III (Neuling)
16. SV Lohkamp (Neuling)

Anmerkung: * Weil der FC St. Pauli IV als Hinrunden-Zweiter der Kreisliga 6 den besten Punkte-Quotienten aller acht Kreisliga-Zweitplatzierten zur Saison-Halbzeit aufweist, schafft er den sofortigen Wiederaufstieg in die Bezirksliga, den die Drittvertretung des Vereins (nach der Hinserie Tabellen-Vierter der Kreisliga 2) knapp verpasst. Deshalb wird aus den bisherigen Vierten Herren die neue Dritte Mannschaft.


Bezirksliga West

1. FK Nikola Tesla (Absteiger)
2. Blau-Weiß 96 Schenefeld (Absteiger)
3. VfL Pinneberg (Absteiger)
4. SC Egenbüttel
5. Hetlinger MTV
6. SV Lieth
7. SV Lurup
8. 1. FC Quickborn
9. TBS Pinneberg
10. FC Elmshorn
11. FC Roland Wedel
12. SV Hörnerkirchen
13. Niendorfer TSV IV (Neuling)
14. FTSV Komet Blankenese (Neuling)
15. TuS Hasloh (Neuling)
16. SV Rugenbergen II (Neuling)




Rangliste der Kreisliga-Zweitplatzierten zur Saison-Halbzeit

1. FC St. Pauli IV (Staffel 6) ... 15 Spiele, 39 Punkte > 2,6 Quotient
2. SV Lohkamp (Staffel 7) ... 14 Spiele, 36 Punkte > 2,571 Quotient
3. Niendorfer TSV IV (Staffel 2) ... 15 Spiele, 34 Punkte > 2,267 Quotient
4. SV Rugenbergen II (Staffel 8) ... 14 Spiele, 30 Punkte > 2,143 Quotient
5. Atlantik 97 (Staffel 3) ... 15 Spiele, 31 Punkte, 60:29 (+ 31) Tore > 2,067 Quotient
6. SC Condor II (Staffel 5) ... 15 Spiele, 31 Punkte, 39:19 (+ 20) Tore > 2,067 Quotient
7. HSV Barmbek-Uhlenhorst III (Staffel 4) ... 14 Spiele, 28 Punkte > 2,0 Quotient
8. Harburger TB II (Staffel 1) ... 15 Spiele, 28 Punkte > 1,867 Quotient

Link: SportNord-Bericht vom 07.04.2020 über den Vorschlag von Marcus Fürstenberg zur Saison-Wertung

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