Oberliga: Jansen entscheidet Aufsteiger-Duell
02.12.2019

HSV-Doppeltorschütze Marcell Jansen (links) ist hier vor dem
Tornescher Morris von Winckelmann am Ball.
Neben seinen Wert für den Hamburger SV e. V., dem er als Präsident vorsteht, zeigte Marcell Jansen am Sonntag einmal mehr, wie wichtig er für die Fußballer des Hamburger SV III auch noch auf dem Platz ist: Zum 5:2-Sieg im Aufsteiger-Duell beim FC Union Tornesch steuerte der Ex-Nationalspieler einen Doppelpack bei. Dass Jannik Swennosen ebenfalls zweimal traf, war für die Tornescher somit wertlos: „Uns hat wieder einmal das nötige Spiel-Glück gefehlt“, haderte Union-Trainer Thorben Reibe, dessen Schützlinge nun schon seit neun (!) Runden sieglos sind.

Lag über dem Rasenplatz im „Torneum Fußballpark“ am Mittag, als der HSV-Tross eintraf, noch dichter Nebel, so hatte er sich vor dem Anpfiff soweit verzogen, dass es keine Diskussionen mehr darüber gab, ob Schiedsrichter Björn Lassen (vom Barsbütteler SV) die Partie anpfeifen kann oder nicht. Jan Eggers, der neben Maik Stahnke der zweite Mittelfeldspieler war, den Union-Trainer Thorben Reibe „notgedrungen“ als Stürmer aufbot, hätte den Hausherren einen Traumstart bescheren können. Eggers hatte von der Mittellinie aus freie Bahn, ließ sich dann aber dem eigenen Bekunden nach davon, dass Gäste-Torwart Tino Dehmelt auf dem nassen Rasen wegrutschte, aus dem Konzept bringen und schoss den am Boden liegenden Keeper an (5. Minute). Beim nächsten guten Union-Angriff spielte Christian Kulicke freistehend einen Querpass in das Nichts, anstatt selbst zu schießen (6.). Effizienter agierten die Gäste: Nach einem langen Pass lupfte Jansen den Ball aus spitzem Winkel über den weit aus seinem Gehäuse herausgeeilten Union-Torwart Norman Baese hinweg in das lange Eck (0:1/7.).

„Danach gingen bei einigen Spielern die Köpfe nach unten – und das zweite Tor haben wir dem Gegner wieder mit einem individuellen Fehler geschenkt“, ärgerte sich Reibe. So drehte sich Verteidiger Tim Moritz vor dem eigenen Strafraum mit dem Ball am Fuß in das Zentrum, woraufhin er das Spielgerät an Torben Wäschenbach verlor, der für die „Rothosen“ nachlegte (0:2/32.). Für neue Hoffnung bei der Heim-Elf sorgte der 1:2-Anschlusstreffer, der aus dem „mit Abstand schönsten Spielzug des Tages resultierte“, wie Thomas Fröhlich, der als Sportlicher Leiter der Herren-Teams des FC Union auf Steffen Kretschmer folgte, lobte. Fabian Knottnerus behauptete sich außen stark und legte nach einem Doppelpass mit Eggers quer zu Swennosen, der aus acht Metern traf (32.). Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit bot sich Eggers eine gute Chance, doch seinen satten Schuss fing Dehmelt, der nun stehen blieb, im Nachfassen (47.).

„Danach waren wir weiter am Drücker, haben dann aber in ungünstigen Momenten Gegentore kassiert“, klagte Reibe. So fiel das 1:3, als Jansen als vierter (!) HSV-Spieler nach einem Eckstoß einen Schuss abgeben konnte, ohne dass ein Union-Kicker Anstalten gemacht hätten, einen der vorherigen Abpraller zu klären (55.). Swennosen verkürzte erneut, indem er eine Linksflanke von Dennis Beckmann mit einem satten Schuss zum 2:3 versenkte (68.). Doch kurz darauf grätschte Kjell Ellerbrock eine flache Gäste-Hereingabe von der linken Seite vor dem lauernden Jansen zum 2:4 in das eigene Netz – womit ihm im zweiten Heimspiel in Folge ein Eigentor unterlief (77.). „Ich hatte überlegt, Ellerbrock als Stürmer aufzubieten“, verriet Reibe. Vielleicht hätte der 25-Jährige als Angreifer auch auf der „richtigen“ Seite getroffen? Für den 2:5-Endstand sorgte der agile Sepehr Nikroo der von links flach in das lange Eck einschoss (84.). Die Tornescher bleiben damit ein Lieblingsgegner der HSV-Dritten, die alle bisherigen sechs Pflichtspiele gegen das Union-Team bei einem Gesamt-Torverhältnis von 22:7 gewann.



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