Kreisliga 2: Bichel erklärt Abschied von Union 03
17.10.2019

Holger Bichel warf an der Waidmannstraße schnell hin.
Auf neun Jahre beim SC Hansa 11, von dem er sich im Mai mit dem Aufstieg in die Landesliga Hammonia verabschiedet hatte, folgten für Holger Bichel nur drei Monate beim SC Union 03. „Ich habe mein Amt bei Union 03 aufgegeben, weil mir die Einstellung der Spieler nicht gepasst hat“, erklärte Bichel, der im Gespräch mit SportNord präzisierte: „Sowohl in der Saisonvorbereitung als auch in den Übungseinheiten während der laufenden Serie haben die Spieler gut mitgezogen, da kann ich ihnen nichts vorwerfen – es sind auch gute, vernünftige Jungs.“ Allerdings missfiel es Bichel, dass er für die Spiele immer wieder zahlreiche Absagen hinnehmen musste: „Wir hatten einen 25-Mann-Kader, aber ich bin zu mehreren Partien mit nur zwölf oder 13 Akteuren gefahren – und deshalb hat das alles in meinen Augen einfach keinen Sinn mehr gemacht.“

Bichel sagte auf Nachfrage, dass er wegen dieser Problematik „intern viele Gespräche geführt“ habe. „Irgendwann ist mir dann aber der Kragen geplatzt“, so Bichel, den es „ermüdete, immer wieder hören zu müssen, dass Spieler am Wochenende berufliche Verpflichtungen haben oder anderweitig verhindert sind“. Die Vorverlegung der Heimspiele auf Freitagabend brachte auch keine Besserung: „Wir sind ja im Amateur-Bereich, wo ein geselliges Beisammensein sehr wichtig ist. Ich hatte mir erhofft, dass die Jungs, wenn wir schon freitagabends kicken, danach noch zusammen feiern – aber trotzdem gab es auch für die Heim-Auftritte immer wieder viele Absagen.“

Bichel stellte klar, dass ihm der Abschied von der Waidmannstraße „nicht leichtgefallen“ sei: „Ich habe viel Herzblut in diese Aufgabe investiert, Sponsoren mitgebracht und wollte etwas aufbauen.“ Den Spielern sei, das stellte Bichel klar, im Rudi-Barth-Stadion „einiges geboten worden“: Unter anderem wurde Trainingsbekleidung organisiert sowie die Wäsche gewaschen. „Und mit Peter Hestermann, der sich um die Platzpflege kümmert, war die Zusammenarbeit auch hervorragend“, sagte Bichel dankbar.

Dagegen gab es mit Jose Cortes Blanco, der im Frühjahr in der Bezirksliga West noch die Liga-Mannschaft betreut hatte, seither aber wieder die Zweiten Herren des Vereins coacht, laut Bichel „kein Miteinander“, weshalb weder Liga-Spieler beim Reserve-Team aushalfen noch Akteure der Zweiten Herren die Erste Mannschaft unterstützten: „Das fand ich sehr bedauerlich, denn in einem so kleinen, eigentlich familiären Verein wie Union 03 wäre eine enge Zusammenarbeit wünschenswert“, betonte Bichel.

Der langjährige Union-Spieler Helge Bormann, der Bichel zu Saisonbeginn noch assistierte, trug in den letzten Wochen nach Bichels Rückzug die Hauptverantwortung. „Ihm und auch der Mannschaft wünsche ich nur das Beste“, betonte Bichel. Nach seiner eigenen Zukunftsplanung befragt, entgegnete Bichel: „Eigentlich wollte ich schon im Sommer, als ich bei Hansa ausgeschieden bin, komplett aufhören – andererseits fällt es nach 30 Jahren als Trainer schwer, ganz Schluss zu machen.“ Er würde allerdings „nur noch einmal eine Mannschaft übernehmen, wenn ihre Heimspielstätte nicht zu weit weg ist und auch alle anderen Bedingungen stimmen“, sagte Bichel, der an der Feldstraße lebt, abschließend.

Link: SportNord-Bericht vom 09.06.2019 über Holger Bichels Trainer-Engagement beim SC Union 03

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