Regionalliga: Wer kann dem Spitzenduo folgen?
13.09.2019

Ein bisschen haben sich der VfL Wolfsburg II und der VfB Lübeck bereits abgesetzt. Die Verfolger aus Flensburg, Kiel und Bremen liegen mindestens vier Zähler hinter den beiden Spitzenmannschaften. Eine der interessantesten Fragen des 10. Spieltags lautet also: Bleibt die Spitzengruppe wenigstens annähernd zusammen oder machen die Topteams weiteren Boden gut? In einer an Überraschungen wahrlich nicht armen Saison rücken aber eigentlich alle neun Partien in den Fokus des Interesses.

SC Weiche Flensburg – Hannover 96 II (Fr., 17.30 Uhr) Nach vier ungeschlagenen Partien blieb Weiche (3.) beim 0:2 in Lübeck mal wieder ohne Punkte. Aber ein Auswärtsspiel gegen eine Topmannschaft ist auch etwas anderes als eine Heimpartie gegen den Tabellenzehnten aus Hannover. Obwohl: So richtig gut lässt sich 96 II noch immer nicht einschätzen. Nachdem beim 2:1 in St. Pauli der erste Auswärtssieg gelungen war, verlor das Team beim 2:3 gegen Holstein II das erste Heimspiel der Saison. Zuletzt waren die Niedersachsen spielfrei, hatten also genug Möglichkeiten, sich mit der Kritik des Trainers auseinanderzusetzen. „Wir haben zu naiv verteidigt“, meinte Christoph Dabrowski nach der Heimpleite.

Hamburger SV II – SV Werder II (Sa., 13 Uhr) Das kleine Nordderby ist nicht minder spannend als ein Duell zwischen den großen Teams. Dabei tritt der Gastgeber nach dem 2:3 in Havelse mit vier Niederlagen in Folge an – vom guten Start mit hohen Erfolgen ist derzeit nicht mehr allzu viel übrig. Aber beim HSV geht es vordringlich ja sowieso um die Ausbildung der jungen Spieler. Wie beim Gegner. In Bremen hatten man zwischenzeitlich auch eine wenig erfolgreiche Serie zu beklagen, ist mittlerweile aber bereits seit vier Partien ungeschlagen (2-2-0). So tritt nun der Fünfte beim 14. an.

Heider SV – TSV Havelse (Sa., 14 Uhr) Seit drei Spielen ist der Heider SV mittlerweile ungeschlagen. Den Remis gegen Jeddeloh (4:4) und Altona (2:2) schloss sich zuletzt eine Punktteilung beim formstarken Lüneburger SK Hansa an (1:1). Der Gastgeber steht vermutlich vor seinem zweiten Saisonsieg. Doch ob sich der TSV dazu wirklich eignet? Beim 3:2 gegen den HSV II gelang dem Gast bereits der vierte Sieg aus den vergangenen sechs Partien. Der Tabellensiebte dürfte also als Favorit ins Spiel beim 17. gehen. Aber das muss in dieser Saison ja nicht viel bedeuten.

BSV Rehden – VfB Lübeck (Sa., 15 Uhr) Fünf Spiele war der BSV ungeschlagen, dann folgten die Heimpleite gegen Werder II (1:3) und die Auswärtsniederlage in Norderstedt (0:1). Dem 13. würde ein Erfolg also mal wieder guttun. Der VfB Lübeck unterstrich allerdings nicht zuletzt beim 2:0 über Weiche Flensburg seine starke Form. Für den Tabellenzweiten ist das Spiel in Rehden angesichts seiner großen Ambitionen eine Pflichtaufgabe. Das macht es aber sicher nicht leichter.

VfL Wolfsburg II – SSV Jeddeloh (Sa., 16 Uhr) Das war mehr als überzeugend: Beim 5:0 gegen die SpVgg Drochtersen/Assel untermauerte der Tabellenführer aus Wolfsburg, dass auch in dieser Saison mit ihm zu rechnen ist – schließlich gelang in Drochtersen der erste Sieg überhaupt. „Anhand der Art und Weise, wie die Mannschaft von der ersten Minute an aufgetreten ist, gab es keine Zweifel, wer das Spiel gewinnen wird“, meinte VfL-Coach Rüdiger Ziehl und zeigte sich „sehr glücklich“ über den Erfolg. Nun kommt im SSV eine Mannschaft, die beim 4:2 gegen Holstein Kiel nach sechs sieglosen Spielen mal wieder einen dreifachen Punktgewinn landete. Mit anderen Worten: Der Gast aus Jeddeloh hat gerade erst für eine Überraschung gesorgt. In Wolfsburg werden sie das sicher wissen.

Holstein Kiel II – Altona 93 (So., 14 Uhr) Vier Spiele in Folge hatte der Gastgeber gewonnen, ehe er beim 2:4 in Jeddeloh ohne Punkte blieb. Es steht wohl außer Frage, dass der Aufsteiger des letzten Jahres nun unbedingt gegen den aktuellen Neuling gewinnen möchte. Zumal Holstein als Tabellenvierter noch immer als klarer Favorit ins Duell mit dem 15. geht. Allerdings: Altona wusste beim 2:1 im Derby gegen den HSV II zu überzeugen, sorgte dabei nicht nur für den ersten Erfolg nach vier sieglosen Partien, sondern auch für eine Überraschung.

FC St. Pauli II – Lüneburger SK Hansa (So., 14 Uhr) Das 1:2 bei Altona machte eine fünf Spiele währende Sieglos-Serie perfekt. Es verwundert also nicht, dass St. Pauli als 16. ins Heimspiel gegen den LSK geht. Aber was ist vom Gast eigentlich zu erwarten? Nach drei Siegen in Folge hatten die Lüneburger bereits Kontakt zur Spitzengruppe hergestellt, ehe das Heimspiel gegen den Heider SV angesichts eines 1:1Unentschiedens zur Enttäuschung geriet. Ungeschlagen ist der Gast indes nach wie vor, und deshalb dürfte der LSK auch weiterhin ein ziemlich schwerer Gegner sein.

VfB Oldenburg – Eintracht Norderstedt (So., 15 Uhr) Nach wie vor ist ein Trend nicht zu erkennen: Der VfB kassierte zuletzt eine 2:3-Niederlage in Havelse, blieb dann gegen den HSV II siegreich (3:2) und verlor nun mit 1:3 in Bremen. Immerhin bietet sich am Wochenende die Gelegenheit für den Tabellenelften, die durchwachsene Heimbilanz (2-0-2) aufzuhübschen. Wenn die Eintracht mitspielt! Nach vier Niederlagen in Folge landete der Gast am Wochenende erst einen 1:0-Erfolg über den BSV Rehden und am Mittwoch ein 2:1 gegen den HSC Hannover (Tore: Lüneburg (15.), von Knebel (76.) Amamoo (85.) - Bork (67., ET). Der Tabellenachte ist nun sicher auf den Geschmack gekommen, und die Punkte benötigt er zweifellos selbst.

HSC Hannover – SpVgg Drochtersen/Assel (So., 15 Uhr) So schlecht sieht die Bilanz des Gastgebers (0-4-4) eigentlich gar nicht aus. Aber der Neuling ist eben immer noch ohne Sieg, als einziges Team der Liga. Mit anderen Worten: Es wird Zeit für den ersten Dreier. Er würde dem Selbstvertrauen guttun und den Anschluss in der Tabelle sichern. Vielleicht trifft es sich da ganz gut, dass in der Spielvereinigung Drochtersen/Assel ein etwas angeschlagener Gegner zu Gast ist. Seit drei Partien wartet der personell gebeutelte Neunte nun auf einen dreifachen Punktgewinn (0-1-2), zuletzt kassierte er gar eine 0:5-Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg II. Andererseits hat die SpVgg auch in dieser Saison bereits gezeigt, zu welch starken Leistungen sie in der Lage ist – es dürfte also spannend werden.



(Text: Stefan Freye)




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