Aktuell: Was erlauben HFV?
15.06.2019

War überrascht vom Klassenerhalt der Zweiten Herren
seines SC Cosmos Wedel: Liga-Spieler Frederic Verter.
„Das muss sicher ein Fehler sein!“ Dieses Urteil traf Frederic Verter, Liga-Spieler des SC Cosmos Wedel, als er am Freitag vom Klassenerhalt der Zweiten Mannschaft seines Vereins erfuhr. Fakt ist: Die Zweiten Herren der „Cosmonauten“ beendeten die A-Kreisklasse 6 als Tabellen-15. und sportliches Schlusslicht – hinter ihnen stand im Klassement nur noch der TSV Heist II, der sich Mitte September 2018 vom Spielbetrieb abgemeldet hatte (SportNord berichtete). Und in den Durchführungsbestimmungen des Hamburger Fußball-Verbandes für die Saison 2018/2019 heißt es unter Punkt 3.4., wo es um den Auf- und Abstieg im Herren-Bereich geht, in Bezug auf die Kreisklasse:

Abstieg: Die Vereine, die nach dem letzten Spieltag die zwei letzten Tabellenplätze belegen, steigen ausnahmslos in die Kreisklasse B ab. Die Zahl der absteigenden Mannschaften kann sich im Zusammenhang mit einem Abstieg von HFV- Mannschaften aus überregionalen Spielklassen erhöhen.“

Warum also teilte der HFV-Spielausschuss die Zweitvertretung des SC Cosmos trotzdem erneut in die A-Kreisklasse 6 ein?

Zum besseren Verständnis wirft SportNord einmal einen genauen Blick auf die Abstiegszonen aller acht A-Klassen-Staffeln:

A-Kreisklasse 1:
Der SV Vorwärts 93 Ost II und die Panteras Negras zogen sich vom Spielbetrieb zurück. Der letztjährige Neuling Hellas United hielt mit null Punkten und dem einem Torverhältnis von 31:175 (- 144) als Tabellen-14. die Klasse. Somit gab es in dieser Staffel keinen sportlichen Absteiger.

A-Kreisklasse 2:
Die Lauenburger SV II und der FC Veddel United II zogen sich vom Spielbetrieb zurück. Der SC Europa hielt als Tabellen-14. die Klasse. Somit gab es in dieser Staffel keinen sportlichen Absteiger.

A-Kreisklasse 3:
Der Ahrensburger TSV III und VSG Stapelfeld II zogen sich vom Spielbetrieb zurück. Der FC Preußen Hamburg hielt als Tabellen-14. die Klasse. Somit gab es in dieser Staffel keinen sportlichen Absteiger.

A-Kreisklasse 4:
Diese Staffel startete nur mit 15 Mannschaften in die Saison 2018/2019. Der NCG FC Hamburg zog sich vom Spielbetrieb zurück. Der USC Paloma IV hielt als Tabellen-14. die Klasse. Somit gab es in dieser Staffel keinen sportlichen Absteiger.

A-Kreisklasse 5:
Der FC Elmshorn II zog sich vom Spielbetrieb zurück. Der Tangstedter SV II stieg als Tabellen-15. mit 14 Punkten und 35:100-Toren aufgrund seiner um zwei Treffer schlechteren Tordifferenz gegenüber dem punktgleichen TSV Uetersen, der als Tabellen-14. den Klassenerhalt schaffte, ab. Somit gibt es in dieser Staffel den einzigen sportlichen Absteiger aus der A- in die B-Kreisklasse. Übrigens: Die Rosenstädter wurden für den Abbruch ihres letzten Saisonspiels bei SuS Waldenau II, mit dem sie beim Stand von 0:9 weiteren Gegentoren und einem möglichen Abrutschten hinter die Tangstedter entgingen (SportNord berichtete), nicht etwa mit einem Zwangsabstieg bestraft, sondern „wegen schuldhaft verursachten Spielabbruchs“ vom HFV-Sportgericht mit einer Geldstrafe in Höhe von 150 Euro belegt.

A-Kreisklasse 6:
Der TSV Heist II zog sich vom Spielbetrieb zurück. Der SC Cosmos Wedel II hielt als Tabellen-15. mit acht Punkten und 36:128 (- 92) Treffern ebenso die Klasse wie der Tabellen-14. Groß Flottbeker SV II. Somit gibt es auch in dieser Staffel keinen sportlichen Absteiger.

A-Kreisklasse 7:
Mit dem TSV Stellingen 88, dem Eimsbütteler TV IV und dem SC Teutonia 10 III gab es hier sogar drei Teams, die sich vom Spielbetrieb zurückzogen. Somit hielt hier erst der Tabellen-13. SC Union 03 III die Klasse und auch aus dieser Staffel gibt es keinen sportlichen Absteiger.

A-Kreisklasse 8:
Der TuS Hamburg II und der Barsbütteler SV III zogen sich vom Spielbetrieb zurück. Der Hamburger SV VI hielt als Tabellen-14. die Klasse. Somit gab es in dieser Staffel keinen sportlichen Absteiger.


Der verspätete Klassenerhalt durch die Staffel-Einteilung für die Zweite Mannschaft des SC Cosmos passte insofern zeitlich perfekt, als dass zahlreiche Spieler der Ersten, Zweiten und Dritten Herren der „Cosmonauten“ am Freitagabend gemeinsam an einer großen Abi-Party in der Elbstadt teilnahmen. Eigentlich hätte aber ein anderes Team feiern müssen: Der FSV Geesthacht 07 II hätte als bester B-Klassen-Achtplatzierter, der nicht für die A-Klasse berücksichtigt wurde, eigentlich am Freitagabend eine Aufstiegsfeier durchführen dürfen

Denn bekanntlich gilt der Grundsatz „Aufstieg vor Abstieg“, der zum Beispiel nach der Nichtmeldung des Wedeler TSV für die kommende Saison in der Oberliga Hamburg auch angewendet wurde, als der HFV nicht etwa dem Oberliga-Drittletzten HEBC nachträglich den Klassenerhalt „schenkte“, sondern sich vorbildlich verhielt und nach einer perfekten Kommunikation mit den Verantwortlichen beider Klubs kurzfristig ein Entscheidungsspiel zwischen den Landesliga-Drittplatzierten FC Union Tornesch und VfL Lohbrügge ansetzte, das die Tornescher am Pfingstmontag mit 2:1 gewannen (SportNord berichtete).

Link: SportNord-Bericht vom 15.06.2019 über die doppelte Benachteiligung des FSV Geesthacht 07 II

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