Regionalliga: Sechs Spiele zum Ausklang ‒ wer wird Meister
16.05.2018

Machen Trainer Daniel Jurgeleit und sein SC Weiche Flensburg
08 am Mittwochabend die Meisterschaft und die Teilnahme an
den Aufstiegsspielen zur Dritten Liga perfekt?
Als die Termin-Not durch die zahlreichen Spielausfälle im Februar und März immer größer wurde, wusste sich Jürgen Stebani, Staffelleiter der Regionalliga Nord, nicht anders zu helfen: Er verlängerte die Saison um drei Tage. Und somit finden, nachdem in der Nord-Staffel von Deutschlands vierthöchster Spielklasse eigentlich schon am vergangenen Wochenende der 34. und letzte Spieltag absolviert worden war, am Mittwoch, 16. Mai noch sechs Nachholpartien statt. Dies hat die kuriose Konstellation zur Folge, dass der Hamburger SV II, der zurzeit Tabellen-Zweiter ist und selbst nicht mehr in Aktion tritt, quasi „auf dem Sofa“ Meister werden könnte: Verliert der derzeitige Spitzenreiter SC Weiche Flensburg (72 Punkte) beim TSV Havelse (elfter Rang, 44 Zähler), rutscht er hinter die punktgleiche HSV-Reserve auf den zweiten Platz hat ‒ weil er dann die schlechtere Tordifferenz aufweisen würde.

Am vergangenen Sonntag gewann die HSV-Zweite gegen Eintracht Braunschweig II mit 4:2. Das Weiche-Team triumphierte bei Eutin 08 sogar mit 5:2 und übernahm damit aufgrund seiner um einen Treffer besseren Tordifferenz die Tabellenführung von den „Rothosen“, die allerdings aktuell sechs Treffer mehr aufweisen. Dies bedeutet, dass die Flensburger selbst bei einer Niederlage mit einem Tor Differenz, solange sie dabei nicht selbst sechs Treffer erzielen, auf den zweiten Platz abrutschen. Theoretisch könnten die HSV-Zweite und die Flensburger im Abschlussklassement übrigens auch exakt punkt- und torgleich sein ‒ wenn das Weiche-Team im Wilhelm-Langrehr-Stadion mit 6:7 verliert. Ein zugegebenermaßen sehr seltenes, aber keinesfalls unmögliches Fußball-Ergebnis. Am 11. Juni 1997 etwa hatte der 1. FC Kaiserslautern am letzten Zweitliga-Spieltag den SV Meppen mit 7:6 besiegt. Sollten der HSV II sowie Weiche Flensburg tatsächlich am Ende punkt- und torgleich sein, würde der direkte Vergleich über die Abschluss-Platzierung entscheiden ‒ und dieser spräche für die Flensburger, die einem 1:1-Unentschieden an der Elbe vom 18. November 2017 am 11. April einen 2:0-Heimsieg folgen ließen.

Während die Spieler und die Verantwortlichen der HSV-Reserve also gespannt nach Garbsen schauen, treten die anderen drei Teams aus dem Bereich des Hamburger Fußball-Verbandes zum Ausklang noch einmal auf dem Rasen in Aktion. Altona 93 (Schlusslicht mit 20 Zählern), für das seit Dienstag, als der Lüneburger SK Hansa und Eutin 08 nachträglich die Zulassung für die kommende Regionalliga-Saison erhielten, endgültig der sofortige Wiederabstieg in die Oberliga Hamburg besiegelt ist (SportNord berichtete, siehe unten stehenden Link), empfängt um 19 Uhr in der Adolf-Jäger-Kampfbahn die Eutiner (Vorletzter mit 24 Punkten), die ebenfalls nach nur einem Jahr in die Fünftklassigkeit zurückkehren, sofern sich nicht der Regionalliga-Nord-Meister in den Aufstiegsspielen zur Dritten Liga behauptet und der SV Werder Bremen II durch eine Lizenz-Verweigerung für den FSV Zwickau 63 doch noch in der Dritten Liga bleibt. In ihrem für mindestens 14 Monate letzten Regionalliga-Auftritt hoffen die Altonaer auf den dritten Heimsieg. Zuletzt verloren sie am Sonntag beim FC St. Pauli II mit 0:2. Die Eutiner unterlagen zuletzt am Sonntag dem SC Weiche Flensburg 08 mit 2:5. Das Hinspiel in Ostholstein hatten die Altonaer am 28. April mit 1:4 verloren. In der letztjährigen Aufstiegsrunde zur Regionalliga hatten sich die beiden Teams am 3. Juni 2017, als für beide der Aufstieg schon sicher war, an der Griegstraße mit einem 0:0-Unentschieden getrennt.

Auch der FC St. Pauli II (siebter Platz, 48 Punkte) genießt noch einmal „Heimrecht“ und empfängt im Norderstedter Edmund-Plambeck-Stadion um 19 Uhr den starken Neuling SSV Jeddeloh (sechster Rang, 49 Zähler). Ein „Dreier“ würde der Reserve der Kiez-Kicker den sechsten Platz im Abschlussklassement sichern. Am Sonntag hatten sie mit einem 2:0 gegen Altona 93 ihren dritten Sieg in Folge gefeiert ‒ und auch an das Hinspiel haben die St. Paulianer gute Erinnerungen: Mit einem 6:1 hatten sie am 26. August 2017 im Ammerland ihren bis dato höchsten Saisonsieg gefeiert und den Jeddelohern zugleich deren bis dato mit Abstand höchste Viertliga-Niederlage beschert. Das SSV-Team trennte sich zuletzt am Sonntag mit einem 1:1-Unentschieden vom Drittletzten VfV Borussia Hildesheim, der nur in der Regionalliga bleibt, wenn sich der Regionalliga-Nord-Meister in den Aufstiegsspielen zur Dritten Liga behauptet oder der SV Werder Bremen II durch eine Lizenz-Verweigerung für den FSV Zwickau 63 doch noch in der Dritten Liga bleibt.

Reisen muss das Team des FC Eintracht Norderstedt (zehnter Rang, 44 Zähler), das ebenfalls ab 19 Uhr beim BSV Schwarz-Weiß Rehden (15. Platz, 38 Punkte) vorstellig wird. Da Eintracht Braunschweig II durch den Abstieg seiner Ersten Mannschaft aus der Zweiten Bundesliga in die Dritte Liga zwangsabsteigen muss, haben die Schwarz-Weißen den Klassenerhalt schon sicher: Den Tabellen-15. erwischt es auch dann nicht, wenn der SV Werder Bremen II tatsächlich aus der Dritten Liga in die Regionalliga Nord absteigen und der Nord-Staffel-Meister in den Aufstiegsspielen zur Dritten Liga am Nordost-Staffel-Titelträger FC Energie Cottbus scheitern sollte. Die Norderstedter würden sich mit einem „Dreier“ noch auf den achten Platz verbessern. Zuletzt kassierten sie am Freitagabend aber mit einem 1:4 beim VfL Wolfsburg II ihre dritte Niederlage in Folge. Die Rehdener gewannen am Sonntag bei Hannover 96 II mit 1:0. Das Hinspiel am 10. September 2017 hatte das Eintracht-Team mit 1:0 für sich entschieden. In den Rehdener Waldsportstätten verloren die Norderstedter ihre beiden jüngsten Auftritte aber (0:2 und 4:2). Der letzte und bisher einzige Sieg der Eintracht in Rehden datiert vom 2. November 2014 (2:0).

Link: SportNord-Bericht vom 15.05.2018 über die nachträgliche Zulassung für den Lüneburger SK und Eutin 08

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