Aktuell: Einige Neuerungen beim Verbandsstag
05.06.2015

HFV-Präsident Dirk Fischer, der neue Vizepräsident Carl-Edgar Jarchow und sein Vorgänger Reinhard Kuhne (von links). Foto: HFV
56 Vereine mit insgesamt 1.341 Stimmen (von 3.236) waren beim Verbandstag des Hamburger Fußball-Verbandes in der Sporthalle des HFV-Sportzentrums am Donnerstagabend dabei. „Sie konnten sich davon überzeugen, dass der Hamburger Fußball-Verband gut aufgestellt ist“, hieß es in einer Pressemitteilung, die der HFV am Freitag verschickte. Mit Erleichterung wurde aufgenommen, dass der Hamburger SV und der FC St. Pauli die Klasse gehalten haben. Bedauert wurde, dass kein Hamburger Oberligist die Aufstiegsmöglichkeit in die Regionalliga Nord wahrnahm.

Der neue Hamburger Staatsrat für den Sport, Christoph Holstein, überbrachte die Grüße des Senats der Freien und Hansestadt. In seinem Grußwort hob Holstein zudem die große gesellschaftliche und soziale Bedeutung des Fußballs hervor: „Der Wert des Fußballsports in der Gesellschaft hat sich noch einmal erhöht!“ Holstein versprach: „Der Hamburger Fußball kann sich weiter auf eine kontinuierliche und konstante Förderung verlassen.“ Eugen Gehlenborg, Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes und Präsident des Norddeutschen Fußball-Verbandes, bedankte sich bei allen Ehrenamtlern besonders für die zurückliegenden zwei Jahre und nahm Stellung zum aktuellen Bundesliga-Geschehen: „Wir sind glücklich, als NFV weiter mit vier Bundesligisten vertreten zu sein. Ich hoffe, es gibt kein Relegations-Triple!“ HFV-Präsident Dirk Fischer ging bei seinen Ausführungen auch auf den Fußball-Weltverband ein: „Der FIFA-Skandal macht anständige Sportsmänner sprachlos. Der Name ,Blatter' ist eine Schande für den Fußball. Blatter muss sein Amt sofort niederlegen. Wir unterstützen die Forderung von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, schnellstmöglich einen Nachfolger zu suchen.“

An die Stadt Hamburg gewandt wiederholte Fischer seine Forderung, die institutionelle Förderung zu steigern und damit den gestiegenen laufenden Kosten anzugleichen. Besonders bedankte sich der HFV-Präsident bei zwei langjährigen ehramtlichen Mitarbeitern des HFV, nämlich Hans-Jürgen Kopka (von der HT 16) und Hans-Peter Biallas (Grün-Weiss Harburg). Beide legten ihre Ämter altersbedingt nieder. Emotional wurde es, als Fischer den langjährigen Vizepräsidenten des HFV, Reinhard Kuhne, aus dessen Amt verabschiedete. Kuhne, der sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegte, war nach seiner Laufbahn als aktiver Spieler bei Wacker 04 und dem Horner TV sowie als Bundesliga-Schiedsrichter ehrenamtlich tätig als Liga-Obmann und Fußball-Abteilungsleiter beim Horner TV, als Lehrwart und Ansetzer im Bezirksschiedsrichter-Ausschuss Ost und im Spielausschuss des HFV. Dessen Vorsitz übernahm er 2002. 2007 wurde Kuhne auf dem Verbandstag als Vizepräsident des HFV gewählt. Zudem ist er Präsidiumsmitglied des Norddeutschen Fußball-Verbandes und Mitglied im DFB-Zulassungsbeschwerde-Ausschuss.

Für seine Verdienste wurde Kuhne zum Ehrenmitglied des Hamburger Fußball-Verbandes ernannt. Diese Ehrung wurde auch dem langjährigen Geschäftsführer von „LOTTO Hamburg“, Dieter Heering, für seine Verdienste um den Hamburger Fußball zuteil. Bei den Neuwahlen wurde Carl-Edgar Jarchow als neuer Vizepräsident des HFV gewählt. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende und Präsident des HSV hatte schon Ende März verkündet, für das Ehrenamt im HFV-Präsidium zur Verfügung zu stehen (SportNord berichtete, siehe unten stehenden Link) Als Schatzmeister wurde Volker Okun wieder gewählt. Ebenso standen zur Wahl und wurden in ihren Ämtern bestätigt: Claudia Wagner-Nieberding als Beisitzerin, Frank Richter als Vorsitzender des Verbandslehrausschusses, Christian Pothe als Vorsitzender des Ausschusses für Fußballentwicklung, Thomas Zeißing als Verbandsgerichtsvorsitzender sowie Wilfred Diekert als Vorsitzender des Verbands-Schiedsrichterausschusses Hamburg.

Bei den Anträgen zu Satzungen und Ordnungen gab es viele offene Diskussionen:

Abgelehnt wurde der Antrag zur Spielordnung, der das „Fair-Play“ unterstützen sollte und in vielen Spielklassen im DFB, in den Regionalverbänden und in anderen Landesverbänden bereits gängige Praxis ist ‒ dass nämlich nach der fünften Gelben Karte in der Oberliga Hamburg ein Spieler für ein Spiel gesperrt ist.

Angenommen wurde dagegen der Antrag zur Änderung des Paragraphen 28 der Spielordnung, in dem es jetzt heißt: „Scheidet eine Mannschaft vorzeitig aus dem Meisterschaftsspielbetrieb durch Zurückziehung aus, so werden alle von ihr bereits ausgetragenen Spiele nicht gewertet. Die Mannschaft wird gestrichen und kann in der kommenden Serie nur in der untersten Spielklasse gemeldet werden. Gleiches gilt bei Ausschluss der Mannschaft. Dies gilt sinngemäß auch für Mannschaften, die gestrichen werden, wenn sie dreimal nicht angetreten sind.“ Die Dringlichkeit dieser Änderung wurde allen Anwesenden durch das Beispiel des FC Elmshorn bewusst, der seine Erste Mannschaft im Dezember 2014 aus der Oberliga Hamburg zurückgezogen hatte (SportNord berichtete), dort dann jedoch als Regelabsteiger galt und deshalb für die kommende Saison (da seine Zweite Mannschaft den Klassenerhalt in der Landesliga Hammonia sportlich schaffte) zwei Landesliga-Plätze in Anspruch hätte nehmen können.

Diskussionen gab es auch bei der Frage nach der Anzahl von Schiedsrichtern, die jeder Verein zu stellen hat. Hier wurde ein Antrag des SC Eilbek abgelehnt, der beinhaltete, dass Vereine pro Mannschaft, die der Verein hat, für die ein Gespann eingesetzt wird, drei Schiedsrichter zu stellen hat. Angenommen wurde dagegen ein Antrag des SV Nettelnburg-Allermöhe, dass für Mannschaften, die in der „Fair-Play-Liga“ spielen, keine Schiedsrichter zu stellen sind.

Wortmeldungen gab es auch beim Antrag des Präsidiums zur Änderung der Jugendspielordnung im § 28 Freigabe für Herren- und Frauen-Mannschaften: Absatz 2 a), Satz 1. Einem Änderungs-Vorschlag des Verbands-Jugend-Ausschusses wurde hier mehrheitlich gefolgt, so dass ab sofort gilt: „A-Junioren des älteren Jahrganges sind für die Erste Mannschaft uneingeschränkt sowie für alle anderen Herren-Leistungsklassen-Mannschaften spielberechtigt, wenn für diesen Verein seit zwei Jahren eine Pflichtspielberechtigung besteht.“

Ein Meinungsbild wurde unter dem Punkt „Verschiedenes“ zu der Frage, mit wie vielen Vereinen die Hamburger Oberliga in der Zukunft spielen soll, abgegeben. Mehrheitlich sprach sich die Versammlung hier für die Beibehaltung der 18er-Staffel in der Oberliga Hamburg aus. Bleibt zu hoffen, dass dadurch die Diskussionen, auch die Oberliga auf 16 Mannschaften zu verkleinern, endlich vom Tisch sind!

Am Ende des Verbandstages gab Dirk Fischer dann noch bekannt, dass das Saisoneröffnungsspiel der Hamburger Oberliga am Freitag, 31. Juli beim HSV Barmbek-Uhlenhorst auf dem altehrwürdigen Wilhelm-Rupprecht-Platz ausgetragen wird. „Da Mitte August der Abriss dieser Hamburger Fußball-Traditionsstätte bevorsteht, hat der Spielausschuss, auf Antrag von BU, das Eröffnungsspiel für die Saison 2015/2016 an BU vergeben“, hieß es in der HFV-Pressemitteilung.

Link: SportNord-Bericht vom 08.04.2015 über Jarchows Kandidatur für den Posten des HFV-Vizepräsidenten

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