Oddset-Pokal: HR-Sieg nach 120 Minuten
09.08.2012

HR-Angreifer Jephter
Agyei Antwi (vorne)
behauptet den Ball vor
Uetersens Till Mosler.
In der Halbzeitpause des Oddset-Pokal-Zweitrunden-Duells zwischen dem ambitionierten Hammonia-Landesligisten TSV Uetersen und der klassenhöheren SV Halstenbek-Rellingen (Oberliga Hamburg) wackelten die Wände der Gäste-Kabine: HR-Coach Thomas Bliemeister fand überaus deutliche Worte. „Es ist sehr laut geworden“, bestätigte HR-Manager Detlef Kebbe die Kabinenpredigt des Trainers, der mit der ersten Halbzeit überhaupt nicht zufrieden war. Denn in der 14. Minute waren die Uetersener in Führung gegangen: Nach einem Gäste-Eckstoß konterten sie blitzschnell – und nach einem genialen Pass von Simon Block tauchte Florian Blaedtke frei vor HR-Keeper Andre Alves Lopes auf und schob flach rechts zum 1:0 ein (14.). Von jenem Blaedtke sowie Till Mosler hatte TSV-Trainer Peter Ehlers zuvor „mehr Körperspannung“ gefordert, was die beiden zentralen Mittefeldkräfte gut umsetzten. Nach dem folgenden Anstoß fuhr Yannick Kouassi über links gleich den nächsten guten Angriff der Uetersener, die es versäumten, das 2:0 nachzulegen.

Nach einem schönen Spielzug über Mikail Pekdemir und Kouassi geriet der finale Pass auf Tobias Brandt zu steil (25.), dann nahm Tobias Brandt ein Zuspiel von Kouassi nicht richtig an (27.). Ärgerlich für die Hausherren, dass Pekdemir fälschlicherweise wegen Abseits zurückgepfiffen wurde (nur der nicht in diesen Angriff involvierte Kouassi stand in der „verbotenen Zone“/31.). Bei seiner nächsten guten Aktion zielte Kouassi knapp rechts vorbei (34.), ehe Tobias Brandt nach einem Steilpass über rechts in den gegnerischen Strafraum eindrang, sich den Ball aber zu weit vorlegte und ihn Alves Lopes deshalb unter sich begraben konnte. In der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit gelang es den Rosenstädtern noch, das Geschehen ausgeglichen zu gestalten, doch dann wurde die Überlegenheit des Oberligisten immer größer. „Phasenweise war es im zweiten Durchgang ein Spiel auf ein Tor“, gab Ehlers zu. Dies war die eine Parallele zum ersten Uetersener Landesliga-Spiel (1:1 beim Eimsbütteler TV; SportNord berichtete, siehe unten stehenden Link). Die zweite war, dass TSV-Torwart Christoph Richter einen Fernschuss, diesmal abgefeuert von HR-Kapitän Mladen Tunjic, nicht nur nicht festhalten, sondern auch nur suboptimal nach vorne abklatschen konnte – und Nils Hendrik Matthiessen aus Nahdistanz zum 1:1 abstaubte (71.). Von einem Torwart-Fehler zu sprächen, wäre aber wohl zu hart, zumal Richter sich rechtfertigte: „Die Sicht war mir verdeckt und Oliver Engl hielt seinen Fuß noch in die Schussbahn, so dass ich abwarten musste, ob er den Ball noch abfälscht, und erst sehr spät reagieren konnte!“ Anschließend gab es kaum noch Konter der Hausherren und der eingewechselte Philipp Ehlers wurde auf der rechten Seite viel zu selten gesucht.

In der 87. Minute hätte Philipp Ehlers nach Tunjics Freistoßflanke beinahe noch ein Kopfball Eigentor produziert, dann ging es in die Verlängerung. Hier hätte Kouassi die Uetersener erneut in Führung bringen können: Zunächst segelte er knapp an einer scharfen Flanke von Baris Celiloglu vorbei (95.), dann wurde er nach Moslers Pass durch einen Abseitspfiff davon abgehalten, alleine aufs HR-Tor zuzusteuern – sehr umstritten (98.). Halstenbek-Rellingen war aber weiter spielbestimmend und machte in der zweiten Halbzeit der Verlängerung dann auch Nägel mit Köpfen: Im dritten Versuch schoss Tunjic einen Freistoß nicht direkt aufs Tor (dabei hatte er zuvor zweimal deutlich zu hoch gezielt), sondern flankte an den langen Pfosten, wo Sebastian Krabbes die Kugel mit artistischem Einsatz querlegte und Robert Hermanowicz sie in der Mitte zum 1:2 einköpfte (107.). Nun waren die Uetersener stehend KO und kassierten noch zwei weitere Gegentore: Nach einem Ecksto0, den Sascha Richert von rechts herein geschlagen hatte, köpfte Hendrik Boesten zum 1:3 ein (110.), in der Nachspielzeit traf Tunjic per indirektem Freistoß (wurde verhängt, weil Blaedtke gemeckert hatte) zum 1:4-Endstand. Ehlers analysierte: „Nach der Pause hat HR viel mit langen Bällen operiert. Wir haben noch versucht, dagegenzuhalten – aber als wir dann ein ärgerliches Gegentor zum 1:2 kassiert haben, war mir klar, dass wir nicht mehr zurückkommen!“ Ehlers kündigte an, den Schwerpunkt in den nächsten Übungseinheiten auf die Konditionsarbeit zu legen: „Spielerisch gab es kaum einen Unterschied zwischen HR und uns – aber kämpferisch und konditionell hatte unser Gegner mehr zu bieten, da müssen wir nun das eine oder andere Defizit aufarbeiten!“

(JSp)

Link: SportNord-Bericht vom 04.08.2012 über 1:1-Remis des TSV Uetersen beim Eimsbütteler TV

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