Turnier: Heistmer verhauen Haseldorf
10.07.2019

Der Heistmer Moritz Grossmann (rechts) bittet den Haseldorfer Pieter Oßenbrüggen zum Tanz um den Ball.
Der Heistmer Moritz Grossmann (rechts) bittet den Haseldorfer Pieter Oßenbrüggen zum Tanz um den Ball.
Zwar weilten vom Hetlinger MTV am zweiten Spieltag des 25. Turniers um den Wanderpokal der Raiffeisenbank Elbmarsch zahlreiche Verantwortliche und Aktive unter den Zuschauern – mit dem Grundtenor, sie müssten ja „die Gegner in Augenschien nehmen“. Dass die HMTV-Kicker nicht selbst gegen den Ball traten, führte aber dazu, dass weniger ihrer Anhänger auf die Sportanlage an die Hamburger Straße kamen. Die Verantwortlichen des gastgebenden TSV Heist konnten deshalb am zweiten Turnier-Tag „nur“ 407 Zuschauer – und damit 65 Besucher weniger als zum Auftakt am Montagabend – begrüßen.

Die Fußballinteressierten, die erneut oder erstmals den Weg zum diesjährigen Turnier gefunden hatten, sahen zwei spannende Spiele. Im ersten feierte der Moorreger SV (A-Kreisklasse 5) einen 2:1-Sieg gegen den TSV Holm (Neuling in der Kreisliga 8). „Die Moorreger haben aufgrund ihrer guten Abwehr und Konter verdient gewonnen“, gestand TSV-Trainer Arne Frank, der seinem früheren Team fair zum Sieg gratulierte. MSV-Coach Frank Bielfeldt freute sich nach dem gelungenen Start in das Turnier in der Nachbargemeinde Heist: „Wer ein Tor mehr schießt, gewinnt im Fußball.“ Als gerade einmal drei Minuten gespielt waren, gingen die Moorreger bereits in Führung: Nach einer laut Bielfeldt „sehr schönen Kombination“ und einem Zuspiel von Victor Elfreich glänzte Niklas Kock noch durch einen Doppelpass mit Maximilian Klose, ehe er von halblinks aus flach zum 1:0 in das lange Eck einschoss.

„Dieser frühe Gegentreffer war für uns ein Schock“, gab Frank zu. Trotzdem gelang es den Holmern fortan, das Geschehen vermehrt in die gegnerische Spielfeldhälfte zu verlagern. Während Bielfeldt das „zu langsame Umschaltspiel“ seiner Elf bemängelte, missfiel es Frank, dass seine Schützlinge „immer wieder die falschen Entscheidungen trafen“. Dennoch hätte schon vor der Pause der Ausgleich fallen können – doch als Daniel Schierenbeck nach einem Eckstoß von halbrechts aus abzog, rettete Julian Babecki auf der eigenen Torlinie (23. Minute). Weil der Ex-Moorreger Philip Zink nach einem Einwurf und einer guten Aktion von Thorben Radmann von links klar am langen Eck vorbeizielte und der aufgerückte Tobias Peitz nach Radmanns guter Ablage den Ball sogar über den Abfangzaun jagte, hatte das 1:0 für den MSV bis zur Pause Bestand.

Im zweiten Durchgang wogte die Partie hin und her, ehe die Moorreger ihren Vorsprung verdoppelten: Hauke-Sören Heidorn traf von halblinks aus den kurzen Pfosten und den Nachschuss von Tjark Maschmann konnte TSV-Torwart Niklas Gibb noch abwehren, doch dann drückte Klose den zur Bogenlampe gewordenen Ball aus wenigen Zentimetern über die Torlinie (48.). Die Holmer rannten weiter an, hatten aber Pech, dass auch Schüsse von Philip Zink sowie Radmann auf der Linie geklärt wurden und Peitz nur den Pfosten traf. „Da standen wir mehrmals richtig – ansonsten hätte das Spiel auch 2:2 ausgehen können“, befand Bielfeldt. So reichte es für die Holmer nur noch zum Anschlusstor: Nach einem Steilpass war Radmann frei durch und verkürzte zum 1:2-Endstand (58.). „Wir hätten aus diesem Spiel mehr machen können, haben es aber selbst aus der Hand gegeben“, befand Frank.

In der zweiten Partie überraschten die gastgebenden Heistmer, die sich in diesem Sommer aus der Kreisliga 8 in die B-Kreisklasse 3 zurückgezogen hatten, dann positiv, als sie den TV Haseldorf (Neuling in der Kreisliga 8) mit 4:0 abfertigten. „Wir haben uns gut auf die Partie vorbereitet und jeder Spieler hat seine Aufgabe hervorragend erfüllt“, freute sich Volker Grossmann, der die Heistmer zusammen mit Rainer Ossenbrüggen betreut. Die Hausherren erwischten einen echten Traumstart: Es lief noch die siebte Spielminute, als Heiko Jedamski einen Eckstoß von der rechten Seite mit viel Effet direkt verwandelte. „Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit haben wir mit schönen Pässen und einem großartigen Zusammenspiel geglänzt“, freute sich Volker Grossmann, der Jannek Schumacher ein Sonderlob aussprach. Die Spielstärke der Heistmer machte sich auch im Ergebnis bemerkbar: Nach einem Pass von seinem Bruder Hannes Grossmann zirkelte Moritz Grossmann den Ball von links aus sehenswert in das lange, obere Eck (2:0/17.).

Die Haseldorfer, die mit vielen jungen Spielern antraten, die sich „möglicherweise von der großen Kulisse beeindrucken ließen“, wie Kälberloh sinnierte, kamen erst in der Schlussphase des ersten Durchgangs zu vereinzelten Offensivaktionen. Doch statt 2:1 hieß es kurz vor der Pause sogar 3:0. Denn nachdem der Heistmer Rene Gill einen Ball aus der eigenen Abwehr heraus nach vorne gespielt hatte, scheiterte Fabian Hlede von halbrechts aus per Flachschuss noch an TVH-Torwart Florian Schuldt, doch den Abpraller drückte Hannes Grossmann aus Nahdistanz in das verwaiste Gehäuse (34.). Im zweiten Durchgang machte sich bei der Heim-Elf die Einwechslung von Marcel Münster bezahlt: Der „Joker“ schaltete auf der rechten Seite den Turbo ein und fand in der Mitte Jedamski, der zum 4:0 vollendete und sich mit seinem Doppelpack auch an die Spitze der Torschützenliste des Turniers setzte (58.).



[SportNord]
© ErFuba GmbH 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der ErFuba GmbH