Kreisliga 2: Nikola Tesla wütend auf den FCA
15.05.2013

Am Mittwoch, 15. Mai sollten in der Kreisliga 2 eigentlich noch einmal die beiden Titelanwärter antreten: Für den FC St. Pauli III steht ein Nachholspiel beim SC Teutonia 10 II an und der FK Nikola Tesla sollte den FC Alsterbrüder empfangen. Doch bereits am Montag teilten die Verantwortlichen von Alsterbrüder mit, dass sie an der Wichmannstraße nicht antreten werden, wodurch Nikola Tesla „nur“ zu einem kampflosen 3:0-Sieg kommt.

Dadurch liegt die St. Pauli-Dritte nun zwar drei Punkte hinter Nikola Tesla, hat aber eine um sieben Treffer bessere Tordifferenz – und muss deshalb jetzt „nur“ noch beim Drittletzten Teutonia 10 II gewinnen (Anpfiff: 19 Uhr an der Max-Brauer-Allee), egal wie hoch, um sich den Titel und den Direkt-Aufstieg in die Bezirksliga zu sichern. Eugen Helmel, Spielertrainer von Nikola Tesla, ist darüber sehr empört und klagte gegenüber SportNord: „Das ist etwas Unfassbares. Wir haben zwar noch einmal mit den Verantwortlichen des FC Alsterbrüder gesprochen und alles versucht – aber der FCA wird am Mittwoch nicht antreten! Als Begründung wurde mir mitgeteilt, dass sie keine sportlich wettbewerbsfähige Mannschaft auf die Beine bekommen würden und es unfair gegenüber St. Pauli wäre, wenn sie mit einer ‚zusammengewürfelten Gurkentruppe‘ gegen uns antreten.“

Helmel, der lange Jahre höherklassig aktiv war, stellte unmissverständlich klar: „In meinen Augen ist dieses Verhalten höchst unsportlich. Durch die Aussagen des FCA-Vorstandes habe ich den Eindruck, dass sie uns den Aufstieg nicht gönnen und St. Pauli zum Meistertitel verhelfen wollen. Erst tritt der SC Hamm 02 nicht an und jetzt das – das ist eine bodenlose Frechheit und grenzt an Wettbewerbsverzerrung!“ Vesko Makocevic, Trainer der Reserve von Nikola Tesla (Kreisklasse 6), erhob sogar noch schwerere Vorwürfe: „Es gab einen Vorstandsbeschluss des FC Alsterbrüder, am Mittwoch zum Punktspiel bei uns nicht anzutreten. Dieser Beschluss ist aus unserer Sicht vor allem deshalb nicht nachzuvollziehen, weil beim FC Alsterbrüder genügend Spieler bereit wären, am Mittwoch zu spielen – jedoch schlichtweg nicht spielen dürfen, da der Vorstand ihnen dies untersagt!“

„Diese Vorwürfe sind hanebüchen“, betonte Steffen Lercara, Liga-Obmann des FC Alsterbrüder, als er von SportNord am Dienstag mit den Aussagen von Makocevic und Helmel konfrontiert wurde. „Fakt ist: Wir haben leider einfach keine Spieler mehr, um ein spielfähiges Team zusammenzubekommen. Und aus unserer Zweiten Herren-Mannschaft dürfen wir aufgrund der an den letzten Spieltagen geltenden Festspiel-Regelung auch nicht mehr beliebig viele Spieler nach oben ziehen. Wir haben wirklich alles versucht – aber sieben Spieler sind verletzt und deshalb standen uns schon am Sonntag nur fünf Akteure der eigentlichen Liga-Mannschaft zur Verfügung. Für das Spiel gegen den SV Vahdet Hamburg haben wir dann soeben noch zehn Spieler zusammenbekommen, weil wir einige Akteure reaktiviert haben – aber das war für den Dienstagabend leider nicht möglich!“

Lercara beteuerte: „Es geht leider nicht mehr, wir sind einfach auf ... Der FC Alsterbrüder durchlebt momentan eine wirklich schwere Phase, viele Spieler sind in den letzten Wochen ausgeschieden, was man auch an unseren jüngsten Ergebnissen sehen kann. Wir müssen jetzt zusehen, dass wir für die kommende Saison irgendwie eine neue Mannschaft zusammenbekommen und haben die Verantwortlichen von Nikola Tesla bei einem Telefongespräch auch über unsere Probleme unterrichtet!“ Dass sich Helmel und Makocevic dennoch mit derartigen Aussagen an die Öffentlichkeit wandten, empfindet Lercara als „bedauerlich“. Dass in einem anderen Online-Medium die von den Tesla-Verantwortlichen erhobenen Vorwürfe am späten Montagnachmittag veröffentlicht wurden, ohne dazu eine Stellungnahme vom FCA einzuholen, stufte Lercara als „unseriösen Journalismus“ ein.

(JSp)



Kommentare zum Artikel:
- Traurig (yugo1977 16.05.2013 01:22)
- RE: Aussagen Alsterbrüder (porto 15.05.2013 20:44)
- RE: Aussagen Alsterbrüder (sportfreundhh 15.05.2013 20:12)
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